Von Marco Hadem
Landshut/München - Mit Forderungen nach einem AfD-Verbotsverfahren, zwei Millionen Wärmepumpen in Bayern und einer klaren Absage an ein Verbot von Enteignungen von privaten Wohnungsunternehmen stehen auf dem zweitägigen Landesparteitag der bayerischen Grünen am Wochenende in Landshut viele kontroverse Themen auf der Agenda.
Ein Überblick über wichtige Themen im 131-seitigen Antragsbuch:
AfD-Verbotsverfahren: "Eine wehrhafte Demokratie zeigt sich darin, dass sie ihre Instrumente nutzt, auch wenn es unbequem ist - und genau dann, wenn es nötig ist", heißt es im Antrag des Landesvorstands.
Daher müsse "sofort" ein Prüfverfahren eingeleitet werden, in dem die Verfassungsmäßigkeit geprüft werde und im Anschluss ein Verbot der Partei im Ganzen oder in Teilen
erfolgen könne.
Erneuerbare Energien: Der Antrag des Landesvorstands setzt auf eine Privilegierung erneuerbarer Energien mit dem Ziel, den Freistaat unabhängiger von fossilen Energieträgern zu machen.
Zugleich sollen durch den Ausbau von Sonnen-, Wind- und Wasserkraft die Menschen im Land direkt finanziell profitieren und auch die Wirtschaft gestärkt werden.
Klimaneutralität: Bayern muss nach Ansicht der Grünen Jugend seine Klimaneutralität schneller erreichen, als es die aktuelle Gesetzeslage mit 2040 vorsieht. Bis 2035 - wie es einst auch die Staatsregierung angepeilt hatte - müsse der Freistaat klimaneutral werden.
"Zudem wollen wir danach klimapositiv werden, um dem 1,5-Grad-Ziel wieder näherzukommen", heißt es im Antrag.
Gesprächsrunde mit Schauspielerin Collien Fernandes
Enteignungen: Anschließend an die Debatte um die Vergesellschaftung von privaten Wohnungsunternehmen in Berlin lehnt ein Antrag des Kreisverbandes Regensburg-Stadt die Pläne der Bundesregierung ab, per Bundesgesetz die Vergesellschaftung von privaten Wohnungsunternehmen durch einzelne Bundesländer grundsätzlich zu unterbinden.
Digitale Gewalt: Der Staat sollte – dem Antrag von Landtagsfraktionschefin Katharina Schulze (41) zufolge – konsequenter gegen die Urheber von digitaler Gewalt, Hass, Hetze, Sexualisierung, Beleidigung und Erpressung im Internet vorgehen.
Passend zum Thema soll es auf dem Parteitag auch eine Gesprächsrunde geben, zu der unter anderem auch die Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes (45) zugeschaltet wird.
Sie richtet seit einiger Zeit öffentlich Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen (51), über die zuerst der "Spiegel" berichtet hatte. Sie wirft ihm neben körperlichen Übergriffen vor, Fake-Profile in ihrem Namen erstellt und darüber pornografische Darstellungen verbreitet zu haben.
Außerdem sollen auf Antrag des Landesvorstands Mitglieder der Grünen nicht mehr gleichzeitig in einer anderen Partei oder Wählergruppe engagiert sein dürfen.