"Katastrophaler Fehlstart": CSU fordert Rücktritt von Linken-Chef Pantisano
Von Verena Schmitt-Roschmann, Marco Hadem
München – Nach Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (52, CDU) fordert auch die CSU den Rücktritt des neuen Vorsitzenden der Linken, Luigi Pantisano (46).
"Der neue Linken-Vorsitzende Luigi Pantisano muss nach seinem katastrophalen Fehlstart sofort zurücktreten. Wenn Pantisano die Union mit Faschisten gleichsetzt, dann gefährdet er den politischen Diskurs und greift unsere Demokratie frontal an", sagte CSU-Generalsekretär Martin Huber (48) der Deutschen Presse-Agentur in München.
Er sprach von einem "echten politischen Skandal, der die Opfer von Faschismus ebenso verhöhnt, wie er Demokratinnen und Demokraten in unserem Land beleidigt."
Pantisano hatte am Wochenende in einem "Bild"-Interview die CDU scharf angegriffen. "Letztlich gibt es auch gerade gar keinen Unterschied zwischen der CDU, die faschistische Politik macht, der AfD oder den Faschisten selbst", sagte Pantisano wenige Stunden vor seiner Wahl zum Parteivorsitzenden.
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann reagierte empört. Auch in der Linken gab es Irritationen.
Pantisano rudert nach "Faschisten"-Aussage zurück
Der Linken-Chef rudert daraufhin zurück und entschuldigt sich für Aussagen: "Meine Aussage, es gebe derzeit keinen Unterschied zwischen der Politik der CDU und der AfD, war verkürzt und in dieser Form falsch", sagte Pantisano der Deutschen Presse-Agentur. "Dafür bitte ich um Entschuldigung, insbesondere bei denjenigen in der CDU, die immer wieder die Notwendigkeit einer klaren Brandmauer zur AfD betonen."
Pantisano fügte hinzu: "Die Unterscheidung zwischen politischen Gegnern innerhalb des demokratischen Spektrums und denen, die die Demokratie abschaffen wollen, dürfen wir nicht verwischen." Er bekräftigte aber zugleich seine "grundlegende Kritik am Rechtskurs der Union". Dieser werde auf dem Rücken vieler Menschen im Land ausgetragen.
Günther hatte zuvor dem frisch gewählten Linken-Chef einen sofortigen Rückzug aus der Politik nahegelegt. "Wer die CDU mit Faschisten und der AfD gleichsetzt, hat sich für jeden ernsthaften demokratischen Austausch disqualifiziert", sagte Günther der Deutschen Presse-Agentur, ohne Pantisano namentlich zu nennen.
Hubers Kritik ging noch weiter und bezeichnete die Linke als sozialistisches Irrlicht. "Sie spaltet und driftet ab in ein extremistisches Selbstverständnis aus den Zeiten ihrer Vorgängerpartei SED".
Titelfoto: Bildmontage; Michael Bahlo/dpa, Peter Kneffel/dpa

