Von Daniel Josling
Erfurt - Die Thüringer Linke weist den Vorwurf zurück, im Landtag bewusst eine Mehrheit mit der AfD in Kauf genommen zu haben.
Ausgelöst worden war die Kritik durch Medienberichte, wonach ein Antrag der Linksfraktion nur mit Stimmen der AfD eine Mehrheit bekommen habe. Bei der Abstimmung über einen Antrag zur Sportstättenförderung am vergangenen Donnerstag habe es sich um eine "Zufallsmehrheit" gehandelt, sagte der Vorsitzende der Linksfraktion, Christian Schaft (34), auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa.
Der Antrag hatte den Titel "Sportstätten retten - ein neuer Goldener Plan Sport muss her". Die Linken-Fraktion fordert eine Bundesratsinitiative für ein bundesweites Förderprogramm zur Sanierung maroder Sportstätten.
Der Antrag wurde mit 32 Ja-Stimmen angenommen - getragen von Abgeordneten der Linken und der AfD. 30 Nein-Stimmen gab es aus den Reihen der Regierungsfraktionen.
"Es hätte diese Zufallsmehrheit nicht gegeben, wäre die Koalition mit ihren Abgeordneten anwesend gewesen", erklärte Schaft. Zugleich wies der 34-Jährige zurück, dass seine Fraktion mit der Zustimmung der AfD gerechnet habe. "Von der AfD hatten wir keine Rückmeldung im Vorfeld, wie sie sich zu unseren Anträgen verhalten wird", betonte der Linke-Fraktionschef.
Keine vorherige Absprache mit der AfD?
Auch die Vorsitzende der Linken-Bundestagsfraktion, Heidi Reichinnek (37), wies die Vorwürfe zurück. In der ntv-Talkshow "Pinar Atalay" sagte sie ebenfalls, es habe keine vorherige Absprache mit der AfD gegeben.
Diese habe bei dem Antrag gegenüber zunächst Ablehnung signalisiert und sich dann "spontan umentschieden und zugestimmt".