Von jung bis arm: Diese Berliner wählten besonders oft die Linke
Berlin - Die Linke hat bei der Berlin-Wahl Geschichte geschrieben! Mit 25,7 Prozent holte die Partei ihr bislang bestes Ergebnis in der Hauptstadt und wurde stärkste Kraft. Doch woher kamen die vielen Stimmen?
Insgesamt entschieden sich 468.060 Berlinerinnen und Berliner für die Partei von Spitzenkandidatin Elif Eralp (45), berichtet BILD mit Bezug auf die Wahltagsbefragungen von Infratest. Damit konnte die Linke ihren Stimmenanteil im Vergleich zur vorherigen Abgeordnetenhauswahl mehr als verdoppeln.
Besonders stark schnitt die Linke in den Berliner Innenstadtbezirken ab. Doch auch bei verschiedenen Wählergruppen konnte die Partei deutlich zulegen.
Bei den 16- bis 24-Jährigen holte die Partei satte 43 Prozent. Grüne und AfD kamen in dieser Altersgruppe jeweils auf 12 Prozent. Dahinter folgten CDU mit 8 und SPD mit 7 Prozent.
Noch deutlicher fällt das Ergebnis bei den 25- bis 34-Jährigen aus: Hier machten sogar 49 Prozent ihr Kreuz bei der Linken - fast jeder Zweite.
Linke stärkste Kraft in Berlin: Zentralrat der Juden besorgt
Beim Blick auf die Berufsgruppen zeigen sich deutliche Unterschiede. Unter den Arbeitern lag die AfD mit 29 Prozent vorne. Die Linke kam in dieser Gruppe auf 25 Prozent, die SPD lediglich auf 6 Prozent.
Bei finanziell schlechter gestellten Berlinerinnen und Berlinern schnitt die Partei dagegen besonders stark ab und erreichte 32 Prozent. Die AfD kam hier auf 25 Prozent.
Besonders deutlich zeigt sich der Erfolg der Linken in Friedrichshain-Kreuzberg. Dort erreichte sie bei den Zweitstimmen 44,2 Prozent und lag damit deutlich vor den Grünen mit 20,7 Prozent.
Der Wahlsieg sorgt unterdessen auch für kritische Reaktionen. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden, äußerte sich am Sonntagabend besorgt über das Ergebnis.
Schuster warf der Linken vor, im Wahlkampf wiederholt durch antisemitische Grenzüberschreitungen aufgefallen zu sein.
Auf einer Wahlkampfbühne sei zur Intifada und zum Tod israelischer Soldaten aufgerufen worden, während Teile des Publikums dazu gesungen und getanzt hätten, sagte Schuster.
Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

