Mitten in der Krise: FDP in Bayern sucht neuen Landeschef

von Marco Hadem

Ingolstadt - Bei der krisengeschüttelten FDP in Bayern steht erneut ein Personalwechsel im Landesvorstand an: Für das Amt des Landesvorsitzenden haben beim anstehenden Landesparteitag in Ingolstadt bisher vier Kandidaten ihren Hut in den Ring geworfen - alles Männer.

Stelle frei: Die FDP in Bayern such einen neuen Landesvorsitzenden.  © Michael Kappeler/dpa

Der Parteitag findet an diesem Wochenende statt. Wie die Wahl ausgeht, ist völlig offen. Die besten Chancen werden dem amtierenden Landes-Vize Matthias Fischbach (37) eingeräumt.

Der 37-Jährige war von 2018 bis 2023 Mitglied der FDP-Fraktion im Landtag und hatte dort auch das Amt des parlamentarischen Geschäftsführers inne.

Neben Fischbach kandidieren Hans-Peter Posch (63) aus Schwaben sowie die beiden Münchner Moritz Fingerle (40) und Aljoscha Lubos (34). Alle drei sind außerhalb der FDP kaum bekannt.

FDP Totenehrung zum Jahresauftakt: Bei diesem Namen bricht FDP-Politikerin in Tränen aus

Sie alle wollen die bayerische FDP bei der Landtagswahl 2028 wieder ins Parlament führen. Für das Amt braucht es in jedem Fall viel innere Überzeugung, denn der Job ist ein Ehrenamt.

Schenkt man den Umfragen jedoch Glauben, ist es keine leichte Aufgabe, die FDP wieder ins Parlament zu führen.

Anzeige

Landeschef Ruoff gibt Amt aus persönlichen Gründen auf

Nach nicht einmal einem Jahr im Amt muss der bisherige Landeschef Michael Ruoff politisch kürzer treten.  © Daniel Karmann/dpa

Die Partei dümpelt mit zwei Prozent nicht nur fernab der magischen Fünf-Prozent-Hürde, sie kann nicht mal ihr schlechtes Ergebnis von der Wahl 2023 erreichen. Damals erzielte sie nur drei Prozent. 

Erst im Juni 2025 hatte die FDP in Bayern mit dem Juristen Michael Ruoff (50) einen neuen Landeschef bekommen. Er folgte auf den glücklosen Martin Hagen, der auch Fraktionschef im Landtag gewesen war.

Ruoff hatte seinen Posten vor wenigen Wochen aus persönlichen Gründen überraschend zur Verfügung gestellt. 

FDP FDP will wieder nach oben kommen: "Wir stehen für radikalen Aufbruch"

In die Amtszeit von Hagen fielen mehrere schmerzhafte Wahlniederlagen für die FDP. Hagen strebt inzwischen eine bundespolitische Laufbahn an - er will bei der anstehenden Neuwahl des Bundesvorstandes Generalsekretär der FDP werden.

Um das Amt des Parteichefs bewirbt sich unter anderem der 74-jährige Wolfgang Kubicki.

Mehr zum Thema FDP: