Nächste Panne bei Bayern-FDP: Verlierer versehentlich als Vorsitzender ausgerufen
Von Carsten Hoefer
Ingolstadt - Die bayerische FDP hat nach einer in der Parteigeschichte noch nicht vorgekommenen Panne einen neuen Landesvorsitzenden. Bei der Abstimmung in Ingolstadt setzte sich am Samstag der frühere Landtagsabgeordnete Matthias Fischbach (37) durch - das Parteitagspräsidium allerdings hatte zuvor bereits den unterlegenen Gegenkandidaten zum Sieger erklärt.
Fischbach erhielt bei der Stichwahl 206 von 383 Stimmen, Gegenkandidat Moritz Fingerle (40) 172 Stimmen.
Doch bei der Projektion auf die große Leinwand und die Computer des Parteitagspräsidiums stand zunächst Fingerles Name oben.
Der stellvertretende Vorsitzende der Münchner FDP hatte die Wahl bereits angenommen und zahlreiche Glückwünsche entgegengenommen.
Nach fünf Minuten korrigierte sich das Präsidium, und Fingerle erfuhr wie die ebenso überraschten Delegierten, dass doch Fischbach gewonnen hatte.
"Beim Übertragen der Ergebnisse sind die Namen vertauscht worden", sagte die konsternierte Sitzungsleiterin Katja Hessel.
Vergleichbare Panne gab es laut Parteitagspräsidium vermutlich noch nie
Im ersten Wahlgang hatte noch Fingerle die meisten Stimmen bekommen, sein Name stand dann auch bei der Verkündung des Stichwahlergebnisses irrtümlich oben.
"Es gibt Dinge, die haben wir nicht nur noch nicht erlebt, die hätten wir uns auch gar nicht hätte vorstellen können", sagte der neue Landesvorsitzende Fischbach anschließend.
Das Parteitagspräsidium entschuldigte sich und merkte an, dass es eine vergleichbare Panne in der Geschichte nicht nur der bayerischen Liberalen, sondern auch der gesamten FDP mutmaßlich noch nie gegeben habe.
Fischbach will die Partei wieder in den Landtag führen, in Umfragen liegen die Liberalen aber weit unter der Fünf-Prozent-Hürde.
Fischbachs Vorgänger Michael Ruoff war erst 2025 angetreten, hatte den Landesvorsitz aber vor wenigen Wochen wieder zur Verfügung gestellt.
Titelfoto: Stefan Puchner/dpa

