MP Kretschmer macht Bundesregierung Feuer unterm Hintern: "Nicht selbstzufrieden zurücklehnen"

Dresden - Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (50, CDU) warnt die Bundesregierung davor, sich bei der Reformierung des Landes zurückzulehnen und Däumchen zu drehen.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (50, CDU) mahnt davor, die Wirtschaftswende schleifen zu lassen. (Archivbild)
Ministerpräsident Michael Kretschmer (50, CDU) mahnt davor, die Wirtschaftswende schleifen zu lassen. (Archivbild)  © Holm Helis

Nach 100 Tagen im Amt zog Bundeskanzler Friedrich Merz (69, CDU) eine grundsätzlich positive Bilanz, sprach von einer erfolgreichen Einleitung der Wirtschaftswende und einer "verbesserten Stimmung". Für Kretschmer kein Grund, sich auf den ersten Teilerfolgen auszuruhen.

Im Interview mit "Welt am Sonntag" sagte der MP, dass es für den wirtschaftlichen Aufschwung "weitere Anstrengungen und entschlossenes Handeln" benötige: "Das geht allerdings nicht, wenn sich einige selbstzufrieden zurücklehnen."

Kretschmers Vorwurf an die schwarz-rote Bundesregierung: "In den Überschriften ist man sich schnell einig, wenn es konkret wird, sind die Beharrungskräfte aber wieder da."

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Sachsens starker Mann wolle mit dieser Aussage aber nicht nur der SPD Feuer unterm Hintern machen, auch die eigene Partei nahm er in die Pflicht: "Wir tun uns zum Beispiel schwer, angesichts der wirtschaftlichen Lage die Klimaschutzziele maßvoll und angemessen anzupassen. Und manche Wortmeldung aus dem Arbeitnehmerflügel zur Reform des Bürgergelds oder des Rentensystems liegt einfach völlig daneben."

Angesichts hoher Energiepreise und aus Deutschland abwandernder Unternehmen wünsche sich Kretschmer etwa "mehr Realitätssinn" beim Thema Klimaschutz: "Seit Jahren höre ich immer nur, wo wir überall aussteigen und sehr wenig dazu, wo wir einsteigen."

Titelfoto: Holm Helis

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