Kilos weggespritzt, oder nicht? Ricarda Lang spricht Klartext
Berlin - Offene Worte von Ricarda Lang (31)! Die frühere Grünen-Vorsitzende sprach in einem Interview erneut über ihren erheblichen Gewichtsverlust nach ihrem Rückzug aus der Politik. Zudem äußerte sie sich zum persönlichen Umgang mit ihrem Körper.
"Ich musste mich regelmäßig zwingen, das erste Mal ins Gym zu gehen", offenbarte Lang dem Nachrichtenmagazin "Spiegel".
Die Vorstellung an Sport löste bei ihr zunächst Ängste aus. Diese hätten ihren Ursprung im Sportunterricht der Schulzeit gehabt: "Ich konnte es nicht, es machte mir keinen Spaß. Und ich glaube, so geht es vielen, die in ihrer Jugend korpulent sind."
Erst jetzt habe sich bei der Wahlberlinerin ein Schalter umgelegt und ihr sei bewusst geworden, dass diese Negativgedanken unbegründet waren.
"Mich starren ja gar nicht alle Leute an, die sind mit sich selbst beschäftigt – und Sport macht mir richtig Freude", blickte sie auf den ersten Besuch im Fitnessstudio zurück.
Darüber hinaus wies sie Gerüchte zurück, sie habe dafür eine sogenannte Abnehmspritze genutzt: "Ich finde es vollkommen okay, wenn andere solche Mittel nutzen. Dafür muss sich niemand schämen. Ich selbst habe sie nicht genutzt", bezog die ehemalige Grünen-Bundesvorsitzende Stellung, die innerhalb von anderthalb Jahren 40 Kilogramm abnahm. Zehn weitere sollen folgen.
Ricarda Lang verrät: "Jetzt fühle ich mich wohler mit meinem Körper"
Die Frage, ob sie eitel sei, verneinte die 31-Jährige: "Ich habe genügend Schwächen. Aber Eitelkeit gehört nicht dazu."
Vielmehr habe sie sich lange nicht mit ihrem Gewicht beschäftigen wollen. Sie habe sich "eingeredet, das wäre unfeministisch", verriet Lang, die schon früh in ihrer Karriere zur Zielscheibe von Hasskommentaren im Netz wurde. "Jetzt fühle ich mich wohler mit meinem Körper, bin gesünder, fitter. Das erleichtert den Alltag."
Danach gefragt, ob es unmöglich war, als Parteivorsitzende gesund zu leben, sagte Lang: "Es war nicht unmöglich. Aber schwieriger, härter."
Über ihren neuen Lebensstil ließ sie wissen: "Ich arbeite nicht merklich weniger, aber selbstbestimmter und konzentrierter. Und, klar, ich achte mehr darauf, was ich esse." Sie schaue weniger auf ihr Handy und fokussiere sich stärker auf das, was sie gerade tue.
Auch Bewegung spiele eine Rolle, wie Lang mit einem Augenzwinkern verriet. Das Laufband in ihrem Büro führe aber trotzdem "ein trauriges Schattendasein".
Titelfoto: Michael Kappeler/dpa

