Sahra Wagenknecht kritisiert neue Linken-Führung: "Kaum Hoffnung"

Erfurt - Die frühere Bundestagsfraktionschefin Sahra Wagenknecht (52) hat scharfe Kritik am Ausgang des Linken-Parteitags in Erfurt geäußert.

Für Sahra Wagenknecht (52) war der Parteitag der Linken in Erfurt ein klarer Reinfall.
Für Sahra Wagenknecht (52) war der Parteitag der Linken in Erfurt ein klarer Reinfall.  © Kay Nietfeld/dpa

"Nach diesem Parteitag gibt es kaum Hoffnung, dass die Linke ihren Niedergang stoppen kann", sagte Wagenknecht am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

Die beiden vom Parteitag gewählten Vorsitzenden Janine Wissler und Martin Schirdewan hätten beide Wahlniederlagen der Linkspartei zu verantworten.

"Wie eine Partei, die derzeit bei vier Prozent steht, mit dieser Aufstellung wieder nach oben kommen will, ist mir ein Rätsel", kommentierte Wagenknecht.

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"Der Parteitag hat sich ausdrücklich für ein Weiterso entschieden, und damit wird es wohl auch bei den nächsten Wahlen weitergehen wie in den letzten Jahren."

Viele Mitglieder hätten das Gefühl: "Never change a losing team".

Wagenknecht vertritt damit eine gegenteilige Meinung zu Bundestagsfraktionschef Dietmar Bartsch (64), der nach dem Parteitag eine positive Bilanz zog.

Martin Schirdewan (46) und Janine Wissler (41) setzten sich als Doppelspitze der Linkspartei durch.
Martin Schirdewan (46) und Janine Wissler (41) setzten sich als Doppelspitze der Linkspartei durch.  © Martin Schutt/dpa

Konsequenzen ließ Wagenknecht offen. Sie kündigte lediglich an:

"Wir werden uns verständigen, wie wir darauf reagieren. Eine Überlegung ist, erst einmal auf Basis des "Aufrufs für eine populäre Linke" ein organisiertes Netzwerk zu schaffen und im Herbst auf einer größeren Konferenz über das "Wie weiter" zu diskutieren."

Titelfoto: Martin Schutt/dpa, Kay Nietfeld/dpa

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