Schwarz-Rot im Tief: AfD laut ZDF-Politbarometer erstmals stärkste Kraft im Bund

Mainz - Erstmals liegt bei einer Umfrage zum ZDF-Politbarometer die AfD als stärkste Kraft vor der Union. Grund hierfür ist vor allem die schwindende Zustimmung für die Regierung aus CDU/CSU und SPD.

Union und SPD verlieren bei der Umfrage zum neuen ZDF-Politbarometer jeweils einen Prozentpunkt. Die AfD bleibt unverändert bei 26 Prozent und wird damit erstmals stärkste Kraft.  © ZDF/Forschungsgruppe Wahlen

So verlieren Union und SPD im Vergleich zur vorigen Umfrage vor drei Wochen jeweils einen Prozentpunkt. Wäre bereits am kommenden Sonntag die nächste Bundestagswahl, so kämen CDU/CSU auf 25 Prozent. Die SPD läge nur noch bei 12 Prozent, dem bisherigen Tiefstwert der Sozialdemokraten.

Dagegen bliebe die AfD unverändert bei 26 Prozent, also einen Prozentpunkt vor der Union. Bündnis 90/Die Grünen verlören leicht und erhielten 14 Prozent (minus 1), während Die Linke leicht zulegen und auf 11 Prozent (plus 1) kommen würde.

Die FDP würde es nach längerer Zeit wieder einmal auf 3 Prozent schaffen. Alle anderen Parteien erhielten gemeinsam 9 Prozent, wobei keine auf mindestens 3 Prozent käme.

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Wie schon bei den Umfragen in den vergangenen Wochen hätte Schwarz-Rot somit keine parlamentarische Mehrheit mehr.

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Nur noch 27 Prozent mit der Arbeit der Regierung zufrieden

Finanzminister Lars Klingbeil (48, SPD, l.) und Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU): Nicht einmal mehr ein Drittel der befragten Wahlberechtigten sind zurzeit mit der Arbeit der schwarz-roten Regierung zufrieden.  © Michael Kappeler/dpa

Das schwarz-rote Tief zeigt sich auch daran, dass nur noch 27 Prozent der befragten Wahlberechtigten mit der Arbeit der Bundesregierung zufrieden sind; bei der vorigen Umfrage waren es noch 34 Prozent.

Zudem hat sich nach Einschätzung der Menschen in Deutschland die Zusammenarbeit innerhalb der Koalition ebenfalls verschlechtert. Lediglich noch 18 Prozent beurteilen diese als gut, 73 Prozent als schlecht (Rest zu 100 Prozent antwortete mit "weiß nicht").

Zum Vergleich: Noch kurz vor der Regierungsbildung Anfang Mai 2025 gingen noch 51 Prozent der Befragten davon aus, dass Union und SPD gut zusammenarbeiten werden.

Schlechtes Arbeitszeugnis für Bundeskanzler Friedrich Merz

Macht Friedrich Merz seine Arbeit gut? Das finden nur noch 30 Prozent der Befragten.  © Kay Nietfeld/dpa

In diesem Zusammenhang wächst auch die Unzufriedenheit mit Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU). Nur noch 30 Prozent bescheinigen ihm, seine Arbeit gut zu machen.

Bei Finanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil (48, SPD) sind es 29 Prozent. Noch schlechter schneidet Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU, 52) ab, der 19 Prozent ein gutes Arbeitszeugnis ausstellen.

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Nicht einmal ein Drittel der Befragten findet die Leistung der Bundesregierung und von Bundeskanzler Merz gut.  © ZDF/Forschungsgruppe Wahlen
Noch schlechtere Arbeitszeugnisse bekommen Finanzminister Klingbeil und Wirtschaftsministerin Reiche ausgestellt.  © ZDF/Forschungsgruppe Wahlen

Wie üblich wurde die Umfrage zum ZDF-Politbarometer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt, die in der Zeit vom 14. bis zum 16. April 2026 1355 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte telefonisch und online befragten.

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