Umfrage: So unbeliebt ist Bundeskanzler Friedrich Merz aktuell bei den Deutschen

Mainz - Eine aktuelle Umfrage zeigt: Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) genießt bei den Deutschen kein sehr hohes Ansehen. Obendrein stünde seine gegenwärtige schwarz-rote Regierungskoalition ohne Mehrheit da, wäre am kommenden Sonntag "wirklich Bundestagswahl".

Die aktuelle Umfrage für das ZDF-Politbarometer zur Beliebtheit von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) dürfte den 70-Jährigen nicht erfreuen.  © Jan-Philipp Strobel/dpa

Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen hat von Dienstag bis Donnerstag für das ZDF-Politbarometer 1262 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte befragt.

Bei dieser als repräsentativ für Deutschland eingestuften Umfrage sollten auch diverse Spitzen-Politikerinnen und -Politiker "nach Sympathie und Leistung" auf einer Skala von +5 bis -5 eingeordnet werden, wie das ZDF am Freitag mitteilte.

Unter den so ermittelten "Top Ten" rangiert der Bundeskanzler mit einem Wert von -0,5 auf dem sechsten Platz.

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Vor ihm kommen Verteidigungsminister Boris Pistorius (65, SPD) mit +2,1, Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) mit +0,5, Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (48, SPD) mit +0,2, Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (57, SPD) mit -0,1 und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (55, CSU) mit -0,3.

Nach Friedrich Merz rangieren Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (59, CSU) mit -0,6, die Linken-Politikerin Heidi Reichinnek (37) mit -0,7, Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (52, CDU) mit -1 und AfD-Chefin Alice Weidel (47) mit -2,5.

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Wenn Bundestagswahl wäre: Schwarz-Rot ohne Parlamentsmehrheit

Wäre am kommenden Sonntag "wirklich Bundestagswahl", so hätte Schwarz-Rot danach voraussichtlich keine Mehrheit mehr im Parlament.  © ZDF/Forschungsgruppe Wahlen

Die Forschungsgruppe Wahlen fragte auch gezielt nach einer Leistungsbilanz für den Bundeskanzler. Das Ergebnis: Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Befragten bewerten die Arbeit von Friedrich Merz als "eher schlecht". Nur 43 Prozent stellten ihm ein gutes Zeugnis aus.

"Ebenfalls groß ist die Skepsis gegenüber Merz in seiner Funktion als Parteivorsitzender der CDU", ergänzte ein Sprecher. Rund 60 Prozent der Befragten glauben demnach nicht, dass Merz seine Partei erfolgreich in die Zukunft führen wird.

"In den Reihen der Union ist man hingegen klar zuversichtlich: 72 Prozent der Unionsanhänger erwarten eine positive Entwicklung der CDU unter Merz", hieß es weiter.

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Die Projektion einer Bundestagswahl durch die Forschungsgruppe Wahlen kam zu folgendem Ergebnis: CDU/CSU kämen auf 26 Prozent und wäre damit die stärkste politische Kraft im Parlament. Die AfD käme auf 24 Prozent, die SPD auf 15 Prozent (alle Werte unverändert zur letzten Politbarometer-Umfrage).

"Die Grünen würden sich mit 12 Prozent (minus 1) leicht verschlechtern, die Linke würde etwas hinzugewinnen und 11 Prozent (plus 1) erzielen", hieß es weiter. Alle anderen Parteien würden an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

Die aktuelle schwarz-rote Koalition hätte mit diesem Ergebnis keine Parlamentsmehrheit mehr.

Die Arbeit der Bundesregierung wie auch die Arbeit des Bundeskanzlers wird von einer Mehrheit als "eher schlecht" bewertet.  © ZDF/Forschungsgruppe Wahlen
Auch die Eignung von Friedrich Merz als CDU-Bundesvorsitzender wird von einer Mehrheit angezweifelt.  © ZDF/Forschungsgruppe Wahlen

Große Mehrheit ist für ein Social-Media-Verbot für Jugendliche

Eine klare Mehrheit spricht sich für ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren aus.  © ZDF/Forschungsgruppe Wahlen

Explizit erhoben die Mannheimer Forscher auch ein Stimmungsbild zu einem etwaigen Social-Media-Verbot für Jugendliche.

"Die Forderung von CDU und SPD, die Nutzung von Social Media wie TikTok oder Instagram für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren zu verbieten, findet in der Bevölkerung breite Unterstützung", erklärte der Sprecher.

Rund 81 Prozent der Bevölkerung "sowie Mehrheiten in allen Parteianhängerschaften und Altersgruppen" unterstützen die Idee eines solchen Verbots.

Lediglich 17 Prozent lehnten die Forderung ab.

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