"Partei der Sozialschmarotzer" beschwert sich, dass sie im Bundestag nüchtern bleiben muss

Berlin - Die Parteimitglieder der APPD hätten sich am liebsten vor den Augen der anderen Politiker betrunken.

Die Pogo-Partei feiert gerne mit ihren Unterstützern. Zur Wahl wurde sie aber trotzdem nicht zugelassen.
Die Pogo-Partei feiert gerne mit ihren Unterstützern. Zur Wahl wurde sie aber trotzdem nicht zugelassen.  © Screenshot Instagram/pogopartei

Andere Parteimitglieder sind empört. Wer im September an die Wahlurne tritt, kann sein Kreuz schon mal nicht bei dieser Partei setzen: Der APPD, Abkürzung für "Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands".

Das hat der Ausschuss im Bundestag entschieden, der sich darum kümmert, welche Parteien an der Bundestagswahl teilnehmen können.

88 Parteien hatten sich laut ARD beworben, ihre Zulassung bekamen erstmal aber nur 21 von ihnen, darunter rechtsextreme Parteien wie "Der III. Weg" oder eine Partei mit dem Namen "LIEBE".

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Die Pogo-Partei ist nicht darunter. Sie hatten zuvor mit dem Slogan "Arbeit ist Scheiße" geworben. Mit Mottos wie "Saufen, saufen, jeden Tag nur Saufen!" und "Jugendliche brauchen Rechte, keine Arbeitsplätze!" wollten sie zur Bundestagswahl antreten.

Mit diesen markigen Sprüchen sieht sich die Partei als Vertreter "des Pöbels und der Sozialschmarotzer".

Ihre unkonventionellen Inhalte waren aber nicht der Grund, warum die Partei mit den 3000 Mitgliedern nicht zur Wahl zugelassen wurde. Dahinter steckte etwas ganz anderes: Die Mitglieder hatten ihren Antrag nicht wie gewünscht per Post eingereicht, sondern per Mail! Das reichte zur Disqualifizierung.

Pogo-Partei pöbelt den Wahlleiter an: "Danke für nichts, ey"

APPD will vor Verfassungsgericht klagen

Das sorgte für Wut bei den Unterstützern der APPD. Ein Mitglied entgegnete dem Wahlleiter auf die Ablehnung nur entnervt: "Und für den Scheiß hab ich jetzt nüchtern bleiben müssen, oder wie?! Danke für nix!" Als er aufstand und aus dem Raum lief, murmelte der stark gepiercte Mann nur etwas wie "Ihr kriegts eure Scheiß Zettel innerhalb von vier Tagen. Servus und Fick Heil!"

Die Partei der Sozialschmarotzer will nun beim Bundesverfassungsgericht Beschwerde einlegen. Unklar ist aber, ob sie trotzdem zur Wahl antreten dürfen: Zu den Vorgaben gehört auch, dass die Partei "zur politischen Willensbildung" in Deutschland beiträgt.

Sollte es doch klappen, heißt es für die APPD wahrscheinlich als erstes: "Prost!"

Titelfoto: Screenshot Instagram/pogopartei

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