Schwerin - Mecklenburg-Vorpommern hat gewählt. Nach dem vorläufigen Ergebnis ist die AfD Wahlsieger, landet vor der SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (52). Wegen des Debakels bei der CDU ist der Landesvorsitzende Daniel Peters (45) am Montag zurückgetreten. Philipp Amthor (33, CDU) soll das Amt kommissarisch übernehmen.
Laut dem vorläufigen Ergebnis sieht es wie folgt aus:
- AfD: 38,2 Prozent
- SPD: 35,5 Prozent
- CDU: 4,9 Prozent
- Linke: 6,5 Prozent
- Grüne: 5,7 Prozent
- FDP: 1 Prozent
- BSW: 4,8 Prozent
In der Geschichte der Bundesrepublik ist die CDU bisher bei Landtagswahlen noch nie an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert, die den Einzug ins Parlament sicherstellt.
Mit ihrem Ergebnis hat die Partei damit den historisch niedrigsten Wert der Christdemokraten bei allen Landtagswahlen nach 1949 erreicht. Das Ergebnis von 1951 in Bremen war mit 9 Prozent bislang am tiefsten.
Eine Rot-Rot-Grün-Regierung in Mecklenburg-Vorpommern wäre nach dem vorläufigen Ergebnis möglich.
In unserem Liveticker zur Mecklenburg-Vorpommern-Wahl findet Ihr jederzeit alle wichtigen Informationen im Überblick.
21. September, 20.29 Uhr: CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters tritt zurück
CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters (45) kündigte einen Tag nach dem verheerenden Ergebnis bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern seinen Rücktritt an.
Philipp Amthor (33), Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit im Bundeskanzleramt, soll das Amt kommissarisch übernehmen. Das erklärte Peters am Montag in Schwerin. Mit nur 24 Jahren war Amthor 2017 erstmals in den Bundestag eingezogen.
CDU-Generalsekretärin Katy Hoffmeister trat am Montag ebenfalls zurück. Für Peters gehöre es zu einer verantwortungsvollen Politik, persönliche Konsequenzen zu ziehen. "Ich bin mir sicher, dass die CDU Mecklenburg-Vorpommern auch in Zukunft, auch wenn wir jetzt nicht dem Landtag angehören werden, eine tragende Rolle spielen wird", so der 45-Järhige.
Der CDU-Spitzenkandidat hatte den Landes- und Fraktionsvorsitz erst 2024 übernommen. Er war Nachfolger des Landtagsabgeordneten Franz-Robert Liskow (39), der Anfang 2024 seinen Rücktritt angekündigt hatte.
Amthor übernimmt den Posten vorläufig bis zum nächsten Parteitag. Dieser wird voraussichtlich erst Anfang 2027 stattfinden. Sein Amt in Berlin behält der aus Ueckermünde stammende Politiker dabei.
21. September, 19.49 Uhr: Erste Gespräche zu Regierungsbündnis sollen bald kommen
In Mecklenburg-Vorpommern läuft es auf ein rot-rot-grünes Bündnis hinaus, da eine Zweierkoalition aus SPD und Linke nicht mehr ausreicht, um zu regieren.
Dazu sollen bald erste Gespräche aufgenommen werden. Der Parteivorstand der SPD in MV hat sich hinter den Vorschlag von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) gestellt, mit Linken und Grünen über ein gemeinsames Regierungsbündnis zu sprechen.
"Ziel ist es, die inhaltliche Basis für eine mögliche Zusammenarbeit auszuloten", teilte die Partei nach einer Sitzung des Gremiums hinter verschlossenen Türen am Montagabend in Güstrow mit.
21. September, 19.42 Uhr: Merkel empfiehlt nach CDU-Schlappe eine Lehre Adenauers
Ex-Kanzlerin Angela Merkel (72, CDU) hat nach den Ergebnissen ihrer Partei bei den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern den verbindenden Charakter von Volksparteien herausgestellt. Dafür wählte sie bei der Eröffnung einer Kunstausstellung im Bundestag einen Vergleich mit dem ersten Bundeskanzler Konrad Adenauer (†91, CDU).
"Für ihn war klar, man muss Brücken bauen. Und gleichzeitig ergab sich daraus automatisch, mit wem man keine Brücken bauen konnte", so Merkel. "An einem Tag wie heute und nach einem Abend wie gestern lohnt es sich vielleicht, auch noch mal nachzudenken: Was können wir von Konrad Adenauer übernehmen?"
Er habe aus den Fehlern der Geschichte gelernt, dass es wichtig sei, "Menschen einzuladen, alle Menschen anzusprechen, dass es wichtig ist, sich der eigenen Werte bewusst zu sein".
21. September, 17.53 Uhr: Neue Landtagsfraktionen treffen sich am Dienstag
Am Dienstag kommen die neuen Fraktionen erstmals nach der Wahl in MV zusammen. Insgesamt besteht das Landesparlament aus 71 Abgeordneten. Die AfD stellt mit 32 Sitzen die größte Fraktion, gefolgt von der SPD mit 29 Sitzen. Linke und Grüne haben jeweils fünf Sitze.
CDU und FDP haben den Wiedereinzug in den Landtag verpasst. In Zukunft sind damit nur noch vier statt sechs Fraktionen im Schweriner Schloss vertreten.
21. September, 16.44 Uhr: Wie stark ist die AfD künftig im Parlament?
Die AfD hat die Wahl in MV am Sonntag gewonnen. Regierungsverantwortung ist für sie aber nicht absehbar. Dennoch wird sie im Parlament die stärkste Fraktion stellen. Nach Aussage des AfD-Ministerpräsidentenkandidaten Leif-Erik Holm kommt die AfD im Schweriner Landtag künftig auf 32 Abgeordnete. Das sei ein Zuwachs von 18 Mandaten.
"Wir haben 45 Prozent der Sitze jetzt im Parlament. Das ist eine enorme Zahl. Und das muss sich natürlich dann auch zeigen, finde ich", so Holm am Montag in Berlin vor Journalisten. Er rief die anderen Parteien im Parlament auf, "uns die Rechte zu gewähren, die einer solch starken Partei auch zustehen".
So gehe Holm nach eigener Aussage auch davon aus, dass die AfD künftig den Landtagspräsidenten stellen werde. Ein Landtagspräsident leitet unter anderem die Sitzungen des Parlaments, übt das Hausrecht und die Ordnungsgewalt im Landtag aus.
21. September, 15.37 Uhr: SPD sei laut Linke-Landeschef auf seine Partei angewiesen
Die Linke geht mit Selbstvertrauen in die anstehenden Gespräche mit SPD und Grünen zur Bildung einer neuen Landesregierung. "Wir alle haben ein Interesse daran, dass wir stabile demokratische Verhältnisse bekommen, eine stabile Regierung hinbekommen", so der Landesvorsitzende Hennis Herbst (29).
Das gebe seiner Partei ein starkes Verhandlungsmandat gegenüber der SPD. "Weil am Ende des Tages sind die auf uns angewiesen." Landesgeschäftsführer Salim Hemeed sagte später zu dpa in Schwerin: "Sondierungen wird es geben."
21. September, 15.23 Uhr: AfD-Spitzenkandidat Schult will weiterhin die Fraktion im Landtag führen
AfD-Spitzenkandidat Enrico Schult beansprucht weiterhin den Fraktionsvorsitz seiner Partei im Landtag in Mecklenburg-Vorpommern. Zur Wahl wolle er erneut antreten, so der Politiker am Montag.
Ihren Vorstand will die AfD-Fraktion bereits am Dienstag wählen. Zudem hoffe seine Partei, als künftig stärkste Kraft das Amt des Landtagspräsidenten besetzen zu können.
21. September, 15.05 Uhr: CDU-Landesvize tritt zurück
Die stellvertretende Landesvorsitzende Ann Christin von Allwörden (47, CDU) hat nach dem Ausscheiden der CDU aus dem Landtag in MV ihren Rücktritt von allen politischen Ämtern angekündigt.
"Das Ergebnis dieser Landtagswahl lässt mich sprachlos zurück", so die 47-Jährige auf Instagram. Schließlich gehöre es für sie dazu, Verantwortung zu übernehmen. Dazu gehöre auch "die Ehrlichkeit, daraus persönliche Konsequenzen zu ziehen", so von Allwörden.
"Deshalb werde ich meine politischen Ämter als stellvertretende Landesvorsitzende der CDU Mecklenburg-Vorpommern sowie im Kreisvorstand der CDU Vorpommern-Rügen niederlegen."
21. September, 14.20 Uhr: Ausscheiden der CDU aus Landtag für Merz eine "tiefe Zäsur"
Nach dem historischen Ergebnis für die CDU bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat CDU-Chef Friedrich Merz (70) das Ausscheiden seiner Partei in MV als "tiefe Zäsur" bezeichnet.
"Es ist ein für die CDU in Deutschland dramatisches, einmaliges Ergebnis, dass wir die Fünf-Prozent-Hürde nicht überwinden konnten", so der Bundeskanzler nach Sitzungen der Spitzengremien seiner Partei in Berlin. "Das ist ein schwerer Schlag, und das wird auch für uns lange nachhallen. Wir werden uns über diese Konsequenzen noch lange zu unterhalten haben."
CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters (45) kümmere sich um die in Auflösung begriffene CDU-Landtagsfraktion. "Daniel Peters ist heute in Mecklenburg-Vorpommern geblieben, weil er dort die Landtagsfraktion zusammengerufen hat, die sich jetzt auflösen wird", so Merz weiter.
Dass die CDU aus dem Schweriner Landtag herausgewählt wurde, sei ein "schwerer Schlag". Das Ergebnis sei nach Aussage von Merz auch einer Zuspitzung zwischen SPD und AfD zu verdanken. "Dazwischen ist die CDU in Mecklenburg-Vorpommern zerrieben worden."
21. September, 13.44 Uhr: Hamburgs CDU-Chef bringt Vertrauensfrage ins Spiel
Nach dem CDU-Debakel bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern hat Hamburgs CDU-Chef Dennis Thering die Vertrauensfrage im Bundestag ins Spiel gebracht.
Angesichts des Ausscheidens aus dem Landtag "reicht die kurze Erklärung von Bundeskanzler Merz unmittelbar nach der Prognose nicht aus", so Thering gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Ankündigungen müssten umgesetzt, Entscheidungen getroffen und Reformen vorangetrieben werden, forderte der CDU-Politiker.
"Die ersten Absetzbewegungen der SPD sind da ein ganz schlechtes Omen. Wenn es für den weiteren Reformkurs die Vertrauensfrage braucht, dann muss Merz sie stellen", sagte der 42-Jährige.
21. September, 12.51 Uhr: AfD-Spitze feiert CDU-Debakel
Nach den Wahlergebnissen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sieht sich die AfD-Spitze in ihrem Kurs bestätigt. In Berlin sagte Tino Chrupalla (51), man freue sich immer, wenn man anderen Parteien Prozente abnehme.
"Und wenn die CDU nicht mehr existiert und die Wähler uns wählen, umso besser", so der AfD-Politiker. Über Koalitionen brauche man nicht mehr zu reden, wenn man an die absolute Mehrheit herankomme.
"Wir haben die CDU pulverisiert, die jetzt außerparlamentarisch ihre Fischbrötchen in Mecklenburg-Vorpommern isst", so Chrupalla weiter.
Das Ergebnis zeige ganz klar, dass die AfD die CDU als Volkspartei abgelöst habe, sagte Alice Weidel (47). "Wir sollten dringend Gespräche führen, um dieses Land gemeinsam aus der Krise zu führen", so die 47-Jährige.
21. September, 11.54 Uhr: Schwesig strebt Koalition an
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig strebt in Mecklenburg-Vorpommern die Bildung einer rot-rot-grünen Landesregierung an.
Wie Schwesig in Berlin ankündigte, würden die Parteigremien noch am Abend tagen. Sie werde vorschlagen, Gespräche mit Grünen und Linken zu führen.
21. September, 11.28 Uhr: AfD will Landtagspräsident und Corona-Ausschuss
Ministerpräsidentenkandidat Leif-Erik Holm (56, AfD) nimmt nach dem Wahlsieg in Mecklenburg-Vorpommern das Amt des Landtagspräsidenten für die AfD in Anspruch.
"Wir haben 45 Prozent der Sitze jetzt im Parlament. Das ist eine enorme Zahl. Und das muss sich natürlich dann auch zeigen, finde ich", so Holm.
Zudem kündigte der AfD-Politiker die Einberufung eines Corona-Untersuchungsausschusses an. Der Ausschuss soll den Umgang mit der Corona-Pandemie aufarbeiten. Holm wirft Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (52, SPD) vor, während der Pandemie zu rigide vorgegangen zu sein.
21. September, 10.05 Uhr: Linken-Spitzenkandidatin bedauert CDU-Ergebnis
Die Linken-Spitzenkandidatin, Simone Oldenburg (57), bedauert das Scheitern der CDU an der 5-Prozent-Hürde bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern.
"Das ist für die Demokratie ein Schaden, dass die CDU nicht mehr im Landtag vertreten ist", so Oldenburg gegenüber NDR Info.
Bei einer rot-rot-grünen Regierungskoalition wäre die AfD die einzige Oppositionspartei im Landtag. Das sei laut Oldenburg ebenfalls kein gutes Zeichen für die Demokratie.
Hinsichtlich eines möglichen Bündnisses aus SPD, Linken und Grünen müsse man sich auf das Wesentliche fokussieren und einen gemeinsamen Nenner finden. "Aber das alles wird sich in den nächsten Tagen und Wochen dann zeigen", sagte die Linken-Politikerin.
21. September, 8.47 Uhr: CDU-Politiker sieht Gründe für Debakel in Berlin
Für Eckhardt Rehberg ist unter anderem die Bundespolitik schuld an dem Wahldebakel in Mecklenburg-Vorpommern.
"Ursache ist die Berliner Politik – die fortwährende Blockade der SPD und mangelnde Empathie des Bundeskanzlers", sagte der ehemalige Partei- und Fraktionschef der CDU in MV dem "Tagesspiegel".
Zugleich warf der CDU-Politiker Regierungschefin Manuela Schwesig (52, SPD) vor, die AfD durch ihren stark polarisierten Wahlkampf gestärkt zu haben.
Mit dem Scheitern an der 5-Prozent-Hürde sehe Rehberg auch sein "Lebenswerk ein Stück weit zerstört", so der 72-Jährige gegenüber der "Ostsee-Zeitung".
21. September, 7.22 Uhr: Holm glaubt nicht an Regierungsbeteiligung der AfD
Trotz des Wahlsieges bei der Landtagswahl glaubt Ministerpräsidentenkandidat Leif-Erik Holm (56) nicht an eine Regierungsbeteiligung der AfD.
"Ich denke, wir könnten regieren. Allerdings sieht es derzeit nicht danach aus, dass es so sein wird", so Holm gegenüber NDR Info. Derzeit sehe es nach einer rot-rot-grünen Mehrheit aus. "Das ist sicherlich keine gute Richtung, die unser Land da nehmen wird", sagte Holm.
Dennoch bekräftigte der AfD-Politiker erneut den Regierungsanspruch seiner Partei. Die AfD habe diesen Auftrag von den Wählern zugesprochen bekommen. "Deswegen erwarten wir von den anderen Parteien, dass wir miteinander reden können", so der 56-Jährige weiter.
21. September, 6.59 Uhr: Schwesig schlägt AfD-Politiker Holm im Wahlkreis deutlich
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (52, SPD) trat am Sonntag im selben Wahlkreis an wie Ministerpräsidentenkandidat Leif-Erik Holm (56, AfD) und konnte einen klaren Sieg einfahren.
Schwesig sammelte nach Angaben der Landeswahlleitung im Wahlkreis 8 54,4 Prozent der Stimmen, Holm kam auf 28,2 Prozent.
21. September, 6.26 Uhr: CDU scheitert an der 5-Prozent-Hürde
Das Debakel für die CDU hat sich schon nach den ersten Hochrechnungen angedeutet. Nach Angaben der Landeswahlleitung überwindet die Partei auch nach dem vorläufigen Ergebnis nicht die 5-Prozent-Hürde.
Mit 4,9 Prozent fliegt die CDU erstmals aus dem Landtag.
20. September, 22.25 Uhr: Agrarminister Backhaus gewinnt Wahlkreis und Direktmandat
Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (67, SPD) hat das Direktmandat in seinem Wahlkreis gewonnen und sich knapp gegen seine AfD-Herausforderin durchgesetzt.
Zuletzt war er national und auch international durch die private Rettungsaktion für den vor Poel gestrandeten Buckelwal "Timmy" in den Schlagzeilen.
20. September, 22 Uhr: CDU rutscht unter 5 Prozent
Jörg Schönborn (62) erklärt zu den aktuellsten Hochrechnungen in der ARD: "Es ist das schlechteste Ergebnis, das die CDU je in einem Bundesland erzielt hat. Jetzt droht wirklich ein Novum, dass die CDU zum ersten Mal aus dem Landtag rausfällt."
Sollte es die CDU tatsächlich nicht in den Landtag schaffen, wäre dies gleichzeitig der denkbar schlechteste Wahlausgang aus Sicht des Parteivorsitzenden und Kanzlers Friedrich Merz, der das Ergebnis in dem Bundesland bereits am Abend als "Desaster" bezeichnet hatte.
20. September, 21.34 Uhr: AfD-Spitzenkandidat Schult gewinnt Direktmandat in seinem Wahlkreis
Der als Spitzenkandidat angetretene AfD-Landtagsfraktionschef Enrico Schult hat das Direktmandat in seinem Wahlkreis gewonnen.
Er wurde im Wahlkreis Mecklenburgische Seenplatte I - Vorpommern Greifswald I nach Angaben der Wahlleitung mit 54,1 Prozent gewählt. Dahinter folgte die SPD-Kandidatin Anna-Konstanze Schröder mit 27,4 Prozent.
20. September, 21.28 Uhr: CDU mit historischem Wert bei Landtagswahlen
Nach der vierten Hochrechnung liegt die CDU aktuell bei 5 Prozent. Mit ihrem Ergebnis bei der Landtagswahl hat die Partei damit den historisch niedrigsten Wert der Christdemokraten bei allen Landtagswahlen nach 1949 erreicht.
Das Ergebnis von 1951 in Bremen war mit 9 Prozent bislang am tiefsten.
20. September, 21.22 Uhr: 86 Prozent der Stimmen ausgezählt
Laut dem Landeswahlleiter Christian Boden sind bereits 86 Prozent Stimmen in Mecklenburg-Vorpommern ausgezählt. "Auf die 14 Prozent kann es aber noch ankommen.
Insofern müssen wir jetzt auch abwarten, bis wir alle Ergebnisse dann haben", so Boden zu dpa gegen 20.45 Uhr in Schwerin.
20. September, 21.10 Uhr: Forschungsgruppe beschreibt Schwesig als "Erfolgsfaktor"
Die SPD verdankt ihr gutes Abschneiden nach einer Analyse vor allem ihrer Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (52). "Maßgeblichen Anteil am SPD-Ergebnis hat zunächst die Spitzenkandidatin", schreibt die Forschungsgruppe Wahlen. Die Gruppe beschreibt Schwesig zudem als "Erfolgsfaktor".
Auch die kritische Distanz zur Bundesregierung durch Schwesig sei für die SPD in MV hilfreich gewesen. Die AfD habe laut Analyse damit gepunktet, dass sie als "kompetent" wahrgenommen worden sei, ähnlich wie vor zwei Wochen in Sachsen-Anhalt. Die CDU bleibe "durchweg schwach".
Wenn sich die Wählerinnen und Wähler zwischen Schwesig und AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm entscheiden müssten, wünsche sich eine große Mehrheit nach Angaben der Analysegruppe, dass die SPD-Frau wieder Ministerpräsidentin wird.
20. September, 20.55 Uhr: Höhere Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren
Nach Angaben des NDR lag die Wahlbeteiligung bei 78 bis 79 Prozent - ein deutlicher Anstieg.
Im Jahr 2021 lag die Beteiligung bei 70,8 Prozent.
20. September, 20.48 Uhr: Oldenburg sieht Wahltag als "schlechten Tag für uns Linke"
Die Spitzenkandidatin der Linken, Simone Oldenburg (57), erklärt das Abschneiden ihrer Partei mit der starken Zuspitzung des Wahlkampfes auf SPD und AfD. "Ich glaube, dass wir durch den polarisierenden Wahlkampf Federn gelassen haben", so Oldenburg im NDR.
Das Wahlergebnis spiegle ihrer Ansicht nach nicht die Arbeit der letzten Jahre wider. "Das ist schon ein schlechter Tag für uns als Linke." Nach den vierten Hochrechnungen liegt Die Linke aktuell bei 6,7 Prozent.
20. September, 20.30 Uhr: Grüne in Schleswig-Holstein wollen Misstrauensvotum gegen Merz
Auch außerhalb von Mecklenburg-Vorpommern gibt es bereits Reaktionen auf die vorläufigen Ergebnisse.
Die Grünen in Schleswig-Holstein sehen nach den ersten Hochrechnungen zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin "ein weiteres Misstrauensvotum an die Bundesregierung und vor allem an die Kanzlerpartei". "Die Unzufriedenheit ist mit Händen zu greifen", teilte die Grünen-Spitzenkandidatin Aminata Touré (33) mit.
So warf die 33-Jährige dem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nach dessen Rede am Wahlabend vor, den "den Kontakt zu den Menschen völlig verloren" zu haben. Nach aktuellen Hochrechnungen kommt die CDU in MV auf 5 Prozent.
20. September, 20.10 Uhr: Ukraine-Haltung kostete SPD aus Sicht von Schwesig Stimmen
Nach den ersten Hochrechnungen äußern sich Leif-Erik Holm (AfD) und Manuela Schwesig (SPD) am Sonntagabend bei der "Tagesschau".
"Wir haben 45.000 Wähler von der SPD geholt und vor allem auch Nicht-Wähler - was auch ein Verdienst der Demokratie ist, dass wir diese hohe Wahlbeteiligung haben", so Holm.
Nach Ansicht von Schwesig gebe es mehrere Gründe, weshalb die SPD zahlreiche Wähler an die AfD verloren habe: Von einer "Denkzettelwahl Richtung Bundeskanzler und der gesamten Regierung" ist die Rede. "Und die AfD vertritt zwei Positionen, die in unserem Bundesland sehr populär sind, die wir nicht vertreten. Das ist einmal die Unterstützung der Ukraine aufzuhören damit und Nord-Stream aufzumachen. Aber ich war nicht bereit dafür zu wackeln."
20. September, 19.50 Uhr: BSW möglicherweise "Zünglein an der Waage"
Das BSW hofft auf einen Einzug in das Parlament. Nach der vierten Hochrechnung lag die Partei bei 4,9 Prozent. "Wir sind ganz zuversichtlich, dass wir in den Landtag einziehen werden", so BSW-Spitzenkandidat Peter Schabbel (60) in der ARD. "Wir sind wahrscheinlich auch hier in Mecklenburg-Vorpommern ein Zünglein an der Waage, möglicherweise."
Da das Bündnis nun nach aktuellem Stand knapp unter der 5-Prozent-Hürde liegt, wäre eine Koalition aus SPD, Linke und Grüne derzeit möglich.
20. September, 19.43 Uhr: FDP-Landeschef will nicht mehr für Spitzenamt antreten
Nach der Wahlschlappe für seine Partei will FDP-Landeschef René Domke (54) nicht erneut für ein Parteiamt kandidieren.
Er stehe nicht mehr zur Verfügung, so Domke in Schwerin. "Ich übernehme die persönliche Verantwortung." Spitzenkandidat war der Vize-Bürgermeister der Hansestadt Wismar nicht.
20. September, 19.34 Uhr: CDU-Landeschef schließt Koalition mit AfD oder Linken aus
CDU-Landeschef Daniel Peters (45) hat eine Koalition mit der AfD, aber auch mit der Linken ausgeschlossen.
"Ich habe vor der Wahl gesagt, mit wem wir zusammenarbeiten würden und mit wem nicht und dabei bleibt es auch: Wir würden nicht mit der AfD koalieren, keinesfalls, auch nicht mit den Linken, weil die politischen Ränder dieses Land ins Abseits führen würden", so der Spitzenkandidat.
20. September, 19.21 Uhr: BSW schließt Koalition mit AfD aus
BSW-Spitzenkandidat Peter Schabbel (60) hat in der ARD eine Koalition mit der AfD ausgeschlossen. Eine Zusammenarbeit sei aber denkbar.
20. September, 19.08 Uhr: Grünen-Spitzenkandidatin sieht Wahlergebnis für ihre Partei als Erfolg
"Für uns ist wichtig über die 5 Prozenthürde zu kommen. Es sieht momentan danach aus, als ob wir das geschafft hätten", so Claudia Müller, Spitzenkandidaten Bündnis 90/Die Grünen, im ARD-Studio.
"Für Bündnis 90/Die Grünen in Mecklenburg-Vorpommern ist das ein Erfolg. Wir waren bis jetzt noch nie zwei aufeinanderfolgende Legislaturen im Landtag. Aber das Gesamtergebnis kann uns alle nicht zufriedenstellen, denn es ist uns nicht gelungen dafür zu sorgen, dass die große breite demokratische Mehrheit abgebildet wird."
20. September, 19.02 Uhr: Rot-Rot-Grün nach ersten Ergebnissen nicht möglich
Nach der zweiten Hochrechnung würde es für Rot-Rot-Grün in Mecklenburg-Vorpommern für eine gemeinsame Regierungsbildung nicht mehr reichen.
Die Spitzenkandidatin der Linken in Mecklenburg-Vorpommern, Simone Oldenburg (57), hat sich offen für eine weitere Beteiligung an einer möglichen neuen Landesregierung gezeigt. So sei ihre Partei der Garant für ein bezahlbares Leben und eine gute Bildungspolitik. "Das möchten wir natürlich weiter vorantreiben", erklärt Oldenburg im ARD-Interview.
20. September, 18.46 Uhr: Holm möchte Gespräch mit anderen Parteien suchen
"Wir sind der Meinung wir haben einen Regierungsauftrag und jetzt wollen wir natürlich auch das Gespräch suchen mit allen anderen Parteien, um etwas zu bewegen", so Wahl-Sieger Leif-Erik Holm im ARD-Studio.
"Wir erwarten auch eine Gesprächsbereitschaft." Schließlich wollen die Menschen nach Aussage des Politikers Veränderung, die sie nun auch bekommen sollen. Auf eine Anspielung zu rechtsextremen Mitgliedern seiner Partei entgegnet Holm gegenüber der Moderatorin Susanne Stichler: "Sie framen jetzt hier wieder mit rechtsextrem. Das sind immer dieselben Geschichten. Sie wissen, dass wir hier nicht unter Beobachtung des Verfassungsschutzes sind. Es geht darum, für die Bürger etwas zu tun."
20. September, 18.41 Uhr: Schwesig sei dazu bereit, ihre Arbeit fortzusetzen
Schwesig hat zahlreiche Wähler an die AfD verloren. Dennoch sehe sie ihr Motto "Die Frau gegen blau" als gelungen an, da die AfD keine absolute Mehrheit erreicht hat und dadurch nicht allein regieren könne.
"Die Mehrheit hat sich heute ganz klar für demokratische Parteien entschieden. Deshalb stehe ich dazu bereit, [...] die Arbeit fortzusetzen. Und ich stehe bereit für eine stabile Regierung", so die 52-Jährige im ARD-Studio.
20. September, 18.36 Uhr: Auch BSW jubelt
Die BSW-Spitzen sehen die ARD-Ergebnisse mit jeweils fünf Prozent für die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin als Beleg dafür, dass sich ihre Partei fest etabliert.
Die Bundesvorsitzenden Amira Mohamed Ali (46) und Fabio De Masi (46) erklären bei der BSW-Wahlparty in Schwerin, man habe im Gegenwind gekämpft. Er habe nun ein "breites innerliches Grinsen", so De Masi.
20. September, 18.34 Uhr: FDP-Spitzenkandidat Schirmer spricht von bitterem Ergebnis
Nach dem relativ sicheren Ausscheiden aus dem Schweriner Landtag hat FDP-Spitzenkandidat Jakob Schirmer (44) von einem bitteren Ergebnis für seine Partei gesprochen.
Seinen Angaben nach gebe es nichts zu beschönigen. Dennoch wolle er nach vorne schauen und eine neue Strategie sowie ein neues Team aufstellen.
20. September, 18.25 Uhr: Holm feiert AfD-Sieg nach der Prognose
Leif-Erik Holm äußerte sich nach der Prognose folgendermaßen: "Es ist ein wunderbarer Abend für die AfD. 20 Punkte zugelegt, mehr als verdoppelt. Das ist ein wirklich starkes Ergebnis."
"Wir haben ein riesen Werk für die Demokratie getan. Habt ihr die Wahlbeteiligung gesehen? 79 Prozent liebe Freunde! Das ist das, was wir brauchen!", fährt er bei der Wahlparty fort.
20. September, 18.20 Uhr: Schwesig äußert sich nach der Prognose
Nachdem Manuela Schwesig (SPD) ihren Dank an Wählerinnen und Wähler in Mecklenburg-Vorpommern aussprach, ergänzt sie: "Das war die schwerste Landtagswahl. Eine Landtagswahl in schwierigen Zeiten mit ziemlich viel Gegenwind aus dem Bund und mit einer sehr erstarkten in Teilen rechtsextremistischen AfD."
Weiter ergänzt die 52-Jährige: "Wir haben diesen Kampf angenommen. Vielen Dank."
20. September, 18.10 Uhr: AfD feiert erste Ergebnisse
Tino Chrupalla (51), AfD-Bundesvorsitzender, feiert die ersten Ergebnisse der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern.
"Wir haben uns mehr als verdoppelt, also sensationell. Und wir werden auch allen Parteien Gespräche anbieten", so der 51-Jährige im Gespräch mit ARD. "Wir werden dieses Ergebnis erstmal annehmen". Koalieren möchte mit der AfD allerdings keine andere Partei.
20. September, 17 Uhr: Wahllokale nur noch eine Stunde geöffnet
Nur noch eine Stunde! Ab 18 Uhr sind die Wahllokale dicht.
Danach wird die Prognose erwartet, bevor es zu den Hochrechnungen übergeht.
20. September, 16.18 Uhr: Videos von gefälschten Wahlzetteln kursieren im Netz
Derzeit kursieren Videos in den sozialen Medien zur Wahl in Mecklenburg-Vorpommern. Darin zu hören ist unter anderem eine männliche Stimme, die behauptet, ein Rentner aus Rostock zu sein und in diesem Jahr per Brief zu wählen.
Weiter erzählt er, dass er einen "merkwürdigen Stimmzettel bekommen" hätte, auf dem die AfD allerdings nicht aufgelistet sei. Zudem ist im Video zu sehen, wie auf dem Stimmzettel tatsächlich die Option zum Ankreuzen der AfD fehlt. Doch Vorsicht: Bei dem gezeigten Stimmzettel handelt es sich um eine Fälschung!
Die Landeswahlleitung Mecklenburg-Vorpommern bestätigte gegenüber dpa, dass die AfD auf den Briefwahlunterlagen zur Landtagswahl 2026 definitiv zu finden sei.
20. September, 15.34 Uhr: So war die Wahlbeteiligung bis zum Nachmittag
Bis 14 Uhr gaben 40,7 Prozent ihre Stimme ab, teilte die Landeswahlleitung mit. Die Wahlbeteiligung lag damit deutlich höher als bei der Wahl 2021 zur gleichen Zeit. Vor fünf Jahren hatten 32,5 Prozent der Wahlberechtigten bis 14 Uhr ihre Stimme abgegeben.
2021 hatte die Beteiligung am Ende bei 70,8 Prozent gelegen.
20. September, 14.10 Uhr: Auch CDU-Kandidat Peters gibt seine Stimme ab
Nach Schwesig und Holm hat auch CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters (45) seine Stimme abgegeben. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur erklärte er anschließend: "Ich bin zuversichtlich, dass wir besser abschneiden werden, als die Wahlumfragen das vorhersagen."
Er sei überzeugt, dass die Menschen den Wunsch hätten, dass die CDU weiter eine tragende Rolle in Mecklenburg-Vorpommern spiele.
20. September, 13.56 Uhr: Bus muss als Wahllokal genutzt werden
Kuriosum in Rostock: In der Hansestadt musste am Sonntagmorgen kurzzeitig ein Bus als Wahllokal genutzt werden, wie die "Ostsee-Zeitung" berichtet.
Grund war demnach, dass der Zutritt zum eigentlichen Wahllokal in einem Schulgebäude zwischenzeitlich nicht möglich war. Der Bus war laut eines Sprechers etwa eine halbe Stunde als Alternative im Einsatz.
20. September, 12.35 Uhr: Manuela Schwesig gibt Stimme in Schwerin ab
Ministerpräsidentin und SPD-Spitzenkandidatin Manuela Schwesig (52) hat am Mittag ebenfalls ihre Stimme abgegeben. Sie kam in Schwerin mit ihrem Ehemann ins Wahllokal.
"Ich wünsche mir, dass alle Bürgerinnen und Bürger zur Wahl gehen und ein starkes Zeichen setzen und dass es ein guter Tag für unser Land wird", erklärte die Politikerin nach ihrer Stimmabgabe.
Schwesig kandidiert im selben Wahlkreis wie AfD-Politiker Leif-Erik Holm für ein Direktmandat.
20. September, 12.21 Uhr: Bischöfin warnt vor Gewöhnung an das Böse
Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt hat am Wahltag in Mecklenburg-Vorpommern vor einer "schleichenden Gewöhnung an eine Art Normalität des Bösen, an Boshaftigkeit und Skrupellosigkeit" gewarnt.
Die Normalisierung von menschenverachtender Sprache, Bilder und Taten könne schwerwiegende Folgen haben. "So beginnen auch Diktaturen und Tyrannen, sich langsam in die Köpfe und Herzen der Menschen zu schleichen", verdeutlichte die Bischöfin.
Zudem betonte Kühnbaum-Schmidt in ihrer Predigt: "Völkischer Nationalismus ist mit dem christlichen Gottes- und Menschenbild unvereinbar."
20. September, 10.55 Uhr: AfD-Kandidat Leif-Erik Holm gibt Stimme ab
AfD-Ministerpräsidentenkandidat Leif-Erik Holm (56) hat am Vormittag in Schwerin seine Stimme abgegeben. Der Politiker kam in Begleitung seiner Frau ins Wahllokal.
Holm kandidiert im selben Wahlkreis wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (52, SPD) für ein Direktmandat.
20. September, 8 Uhr: Wahllokale in Mecklenburg-Vorpommern geöffnet
Ab sofort sind die Wahllokale in Mecklenburg-Vorpommern für die Landtagswahl geöffnet. Bis 18 Uhr können die Wahlberechtigten ihre Stimme abgeben, anschließend beginnt die Auszählung.
Mit der Erststimme wird eine Direktkandidatin oder ein Direktkandidat gewählt, mit der Zweitstimme eine Partei und deren Landesliste.
Aktuell wird Mecklenburg-Vorpommern von einer rot-roten Koalition aus SPD und Linken regiert.
20. September, 7.25 Uhr: 1,3 Millionen Menschen zur Wahl in MV aufgerufen
Es geht an die Wahlurnen: Am heutigen Sonntag sind rund 1,3 Millionen Menschen in Mecklenburg-Vorpommern zur Stimmabgabe aufgerufen. Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet.
Erstmals haben dabei auch 16- und 17-Jährige das Recht, zu wählen. Generell wird mit einer hohen Wahlbeteiligung im Nordosten gerechnet.
Die Landtagswahl in MV wurde von vielen Seiten als richtungsweisende Wahl bezeichnet.
19. September, 19.49 Uhr: AfD zeigt sich zum Wahlkampfabschluss siegessicher
Zum Abschluss ihres Landtagswahlkampfes in Mecklenburg-Vorpommern zeigte sich die AfD siegessicher.
Bei einer Kundgebung in Schwerin erklärte Ulrich Siegmund (AfD), Wahlsieger aus Sachsen-Anhalt, was ihm vor zwei Wochen gelungen sei, sei auch in Mecklenburg-Vorpommern möglich. Rund 1000 AfD-Anhänger nahmen laut Polizei an der Veranstaltung teil.
In der Nähe der Kundgebung habe es lautstarke Proteste gegeben. Ungefähr 350 Gegendemonstranten waren vor Ort. Zwischenfälle habe es laut Polizei nicht gegeben.
19. September, 15.06 Uhr: Schwesig lobt Entlastungen bei Tankpreisen
Die hohen Spritpreise sind eines der zentralen Themen im Landtagswahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (52, SPD) lobte die Entscheidung der Bundesregierung zur Einführung eines Tankrabatts und eines Tankpreisdeckels.
Sie selbst habe sich lange für diese Entscheidung eingesetzt, so die SPD-Politikerin. Für Schwesig sei es jedoch wichtig, dass es eine dauerhafte Lösung gebe.
Autofahrer müssten bei den hohen Tankpreisen so schnell wie möglich entlastet werden. Mecklenburg-Vorpommern werde deswegen dem Tankrabatt im Bundesrat zustimmen, so die Ministerpräsidentin.
19. September, 13 Uhr: AfD bekommt Unterstützung aus Moskau
Unterstützung für die AfD aus Moskau: Der Beauftragte von Kremlchef Wladimir Putin (73) für die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit, Kirill Dmitrijew (51), äußerte sich nun zur bevorstehenden Wahl. Dmitrijew erklärte seine Bereitschaft zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit der Partei nach einem möglichen Wahlsieg.
"Mecklenburg-Vorpommern wird wieder aufblühen, wenn bezahlbares, zuverlässiges Nord-Stream-Gas durch gemeinsame Arbeit mit der AfD zurückkehrt", schrieb Dmitrijew auf der Plattform X. Moskau behaupte jedoch immer wieder, sich nicht in Wahlen anderer Länder einzumischen.
19. September, 12.07 Uhr: Auch 16- und 17-Jährige dürfen wählen
Es bleibt spannend: Am Sonntag sind die Wahllokale in Mecklenburg-Vorpommern von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Erstmals dürfen bei einer Landtagswahl in diesem Bundesland auch 16- und 17-Jährige ihre Stimme abgeben. Dabei handelt es sich um rund 30.000 potenzielle zusätzliche Erstwähler.
Umfragen zufolge könnte es ein Kopf an Kopf rennen zwischen SPD und AfD geben.
18. September, 20.37 Uhr: AfD setzt auf Mobilisierung von Nichtwählern
Die AfD setzt im Endspurt vor der Wahl auf die Mobilisierung bisheriger Nichtwähler. "Das hat ja in Sachsen-Anhalt auch diesen Effekt gegeben, dass bisherige Nichtwähler dann tatsächlich noch zur Wahl gegangen sind, weil sie etwas ändern wollen", erklärte Leif-Erik Holm (56) gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.
Der Co-Landesparteichef räumte ein, dass es laut den Umfragen derzeit nicht nach einer AfD-Regierung in MV aussehe. "Aber wie gesagt, das hängt ja von den Nichtwählern auch ab, die dann vielleicht auch ins Wahllokal gehen."
Bereits vor einer Woche hatte Holm gesagt, dass er im Fall der Fälle offen für Koalitionsgespräche mit allen Parteien sei. Dass es einen Koalitionspartner für die AfD geben würde, erscheint jedoch fraglich.
18. September, 19.29 Uhr: FDP-Chef Kubicki gibt sich kämpferisch
Der FDP-Bundesvorsitzende Wolfgang Kubicki (74) zeigt sich trotz der desaströsen Umfragewerte seiner Partei in Mecklenburg-Vorpommern kämpferisch.
Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Schwerin betonte der 74-Jährige: "Wir wissen aus der Vergangenheit, dass gut zehn Prozent der Wähler sich erst am Wahltag entscheiden." Entsprechend müsse man auch bis zum Wahltag alles versuchen.
Die Liberalen lagen in der jüngsten Umfrage bei unter drei Prozent. Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren hatten sie noch 5,8 Prozent erreicht.
18. September, 18.38 Uhr: Schwesig: "Die Lage ist nach wie vor sehr ernst"
SPD-Spitzenkandidatin Manuela Schwesig will sich von der Aufholjagd ihrer Partei nicht blenden lassen. "Die neue Umfrage zeigt zwar: Wir liegen vorne. Das ist Motivation, aber noch kein Ergebnis. Die Lage ist nach wie vor sehr ernst in MV", betonte sie bei einer Veranstaltung in Warnemünde.
Es gebe eine realistische Chance für die AfD, an die Macht zu kommen und den Ministerpräsidenten zu stellen. "Im Zweifel mit ihren Freunden von dem BSW, und auch in CDU diskutiert der ein oder andere", kommentierte Schwesig. Dies müsse unbedingt verhindert werden.
18. September, 16.23 Uhr: Wahlkampf auf Kosten der CDU? Das sagt Schwesig
Den Vorwurf, dass sie Wahlkampf auf Kosten der CDU mache, wollte SPD-Spitzenkandidatin Manuela Schwesig nicht auf sich sitzen lassen.
Dem Nachrichtensender Welt TV sagte die Ministerpräsidentin: "Bei allem Respekt: Die CDU muss schon ihr Wahlergebnis selbst verantworten und sich selber fragen, warum sie so schwach dasteht."
Zuletzt hatte es kritische Stimmen gegeben, dass angesichts des großen Duells zwischen der SPD und der AfD im Nordosten andere Parteien kaum wahrgenommen würden. Für viele haben die schwachen Umfragewerte der CDU in MV aber auch mit der Unbeliebtheit von Kanzler Friedrich Merz (70) zu tun.
18. September, 15.40 Uhr: Die Linke will im Endspurt "noch mal alles geben"
Hennis Herbst (29), Vorsitzender der Linken in Mecklenburg-Vorpommern, hat sich und seine Partei im Wahlkampfendspurt in die Pflicht genommen. Der Deutschen Presse-Agentur sagte er: "Wir werden natürlich noch mal alles geben."
Eine linke Politik, die die Sorgen der Menschen ernst nehme, sei auch in den nächsten fünf Jahren im Nordosten notwendig, betonte der Politiker.
In der jüngsten Umfrage kamen die Linken auf 9 Prozent. Herbst und Co. wollen die aktuelle rot-rote Koalition unter Ministerpräsidentin Schwesig weiterführen.
18. September, 14.41 Uhr: Grüne lässt kein gutes Haar an Manuela Schwesig
Deutliche Worte: Grünen-Bundesvorsitzende Franziska Brantner (47) hat kein gutes Haar am Wahlkampf von Manuela Schwesig (52, SPD) gelassen. Die Ministerpräsidentin riskiere den Sieg der demokratischen Kräfte "für einen kurzen Jubelmoment", bemängelte Brantner in "BILD".
Die Grünen-Politikerin weiter: "Es geht bei der Wahl am Sonntag um eine stabile demokratische Regierung für Mecklenburg-Vorpommern, und mit Grünen im Schweriner Landtag wird genau das gelingen. Wer glaubt, dass eine Umfrage schon das Endergebnis ist, spielt ein extrem riskantes Spiel."
Hintergrund: Schwesig hatte im ZDF-Morgenmagazin gesagt, dass es für eine Rot-Rot-Koalition reichen könnte, wenn die Grünen es nicht in den Landtag schaffen sollten.
18. September, 13.21 Uhr: Wissenschaftler sieht Gefahr für die SPD
Nur wenige Tage vor der Landtagswahl überholte die SPD in einer Umfrage erstmals die AfD. Politikwissenschaftler Wolfgang Muno (57) von der Universität Rostock ist der Meinung, dass dieses Umfrageergebnis für die Sozialdemokraten allerdings auch ein Risiko birgt.
"Es gibt immer noch 20 Prozent Unentschlossene", so der Wissenschaftler zur Deutschen Presseagentur. Für die SPD bestehe seiner Ansicht nach jetzt die Gefahr, dass sich ihre potenziellen Wähler in Sicherheit wiegen und am Sonntag gar nicht erst zur Wahl gehen.
18. September, 11.02 Uhr: CDU-Spitzenkandidat Peters richtet den Blick nach Berlin
CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters (45) schreibt die historisch schwachen Umfragewerte (sechs Prozent) für seine Partei kurz vor der Landtagswahl auch einem politischen Stillstand im Bund zu.
"Wir leiden natürlich auch darunter, dass in Berlin Entscheidungen nicht getroffen werden, dass Dinge ausgesessen werden und dass das Reformpaket ehrlicherweise auch nicht vorankommt", sagte Peters im ZDF-"Morgenmagazin".
18. September, 8.54 Uhr: Schwesig sieht Drücken der AfD-Werte als "große Leistung"
Nach der jüngsten Umfrage liegt Manuela Schwesigs SPD knapp vor der AfD. Die Ministerpräsidentin hält sich zugute, den Aufschwung der AfD eingedämmt zu haben. "Da ist ein Trend, den es bundesweit gibt", sagte die SPD-Politikerin im ZDF-"Morgenmagazin".
"Es ist einfach eine Illusion zu denken, die AfD wäre nur stark in Ostdeutschland. Und wenn wir sehen, dass die AfD ein Potenzial hat von bis zu 45 Prozent, ist es schon eine große Leistung, dass wir die AfD hier weit unter 40 Prozent drücken."
18. September, 8 Uhr: AfD strebt Koalitionsregierung in Mecklenburg-Vorpommern an
Falls sie keine eigene Mehrheit hat, will die AfD nach der Landtagswahl eine Koalitionsregierung bilden. "Natürlich wollen wir regieren", sagte Spitzenkandidat Enrico Schult (47) im ZDF-"Morgenmagazin" auf eine Frage nach einer möglichen Koalition.
"Veränderungen kann man nur in der Regierung herbeiführen. Wir strecken allen Parteien die Hand aus, die es gut mit diesem Land meinen." Ein Koalitionspartner für die Partei ist allerdings nicht in Sicht. Das BSW zeigt sich zwar offen für Gespräche, für ein Regierungsbündnis aber nicht. Alle anderen Parteien positionieren sich strikt gegen die AfD.
18. September, 6.50 Uhr: BSW und FDP zeigen sich zuversichtlich
Das BSW kommt in der jüngsten Umfrage für das ZDF-"Politbarometer" auf vier Prozent. Damit kämpft die Neugründung Bündnis Sahra Wagenknecht um den Sprung über fünf Prozent. Doch die Partei ist zuversichtlich, in den Landtag einzuziehen.
"Wir sind ganz gut aufgestellt, was unseren Landesverband angeht, und wir sind am Wachsen", sagte Spitzenkandidatin Sabine Firnhaber (48) im ZDF-"Morgenmagazin". Und auch die Liberalen kommen in Umfragen auf sehr schwache Werte (unter drei Prozent). Dennoch sieht sich die FDP in Mecklenburg-Vorpommern noch nicht am Ende.
"Wenn Sie sich den Bundestrend mal anschauen und auch den Landestrend, dann geht er doch beharrlich nach oben", sagte der Spitzenkandidat für die Landtagswahl am Sonntag, Jakob Schirmer (44), im ZDF-"Morgenmagazin". Er räumte aber ein: "Wir wollen das nicht beschönigen, die Zahlen sind sehr herausfordernd gerade, das ist so."
18. September, 6 Uhr: AfD-Kandidat bezeichnet Konkurrentin nach TV-Duell am Mittwoch als Lügnerin
Nach dem TV-Duell am Mittwoch hat AfD-Kandidat Leif-Erik Holm (56) seine Konkurrentin Manuela Schwesig (52, SPD) als Lügnerin bezeichnet.
Die Ministerpräsidentin habe "im Sekundentakt irgendwelche Lügengeschichten" über seine Partei erzählt, sagte der 56-Jährige bei einer Wahlkampfveranstaltung in Boizenburg.
In seinen Augen seien "solche Personen" wie Schwesig "ungeeignet, ein Land zu regieren", verdeutlichte Holm zudem.