MV-Wahl live: Historisches CDU-Debakel! Zittern wegen 5-Prozent-Hürde

Schwerin - Mecklenburg-Vorpommern hat gewählt. Auch nach der aktuellsten Hochrechnung bleibt die AfD Wahlsieger, landet vor der SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (52). Die CDU ist in Mecklenburg-Vorpommern erstmals in einer Hochrechnung (Stand 22.13 Uhr, ARD) unter fünf Prozent gerutscht.

Die CDU mit Spitzenkandidat Daniel Peters (45) liegt laut aktuellen ARD-Hochrechnungen unter fünf Prozent.  © Marcus Brandt/dpa Pool/dpa

Laut der aktuellsten Hochrechnung sieht es wie folgt aus:

  • AfD: 38,3 Prozent
  • SPD: 35,4 Prozent
  • CDU: 4,9 Prozent
  • Linke: 6,5 Prozent
  • Grüne: 5,6 Prozent
  • FDP: 1 Prozent
  • BSW: 4,9 Prozent

In der Geschichte der Bundesrepublik ist die CDU bisher bei Landtagswahlen noch nie an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert, die den Einzug ins Parlament sicherstellt.

Wahlen Kommunalwahlen in Niedersachsen: CDU laut Hochrechnung erneut stärkste Kraft

Mit ihrem Ergebnis hat die Partei damit den historisch niedrigsten Wert der Christdemokraten bei allen Landtagswahlen nach 1949 erreicht. Das Ergebnis von 1951 in Bremen war mit 9 Prozent bislang am tiefsten.

Eine Rot-Rot-Grün-Regierung in Mecklenburg-Vorpommern wäre nach den aktuellsten Hochrechnungen möglich.

In unserem Liveticker zur Mecklenburg-Vorpommern-Wahl findet Ihr jederzeit alle wichtigen Informationen im Überblick.

Anzeige

20. September, 22.25 Uhr: Agrarminister Backhaus gewinnt Wahlkreis und Direktmandat

Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (67, SPD) hat das Direktmandat in seinem Wahlkreis gewonnen und sich knapp gegen seine AfD-Herausforderin durchgesetzt.

Zuletzt war er national und auch international durch die private Rettungsaktion für den vor Poel gestrandeten Buckelwal "Timmy" in den Schlagzeilen.

Anzeige

20. September, 22 Uhr: CDU rutscht unter 5 Prozent

Jörg Schönborn (62) erklärt zu den aktuellsten Hochrechnungen in der ARD: "Es ist das schlechteste Ergebnis, das die CDU je in einem Bundesland erzielt hat. Jetzt droht wirklich ein Novum, dass die CDU zum ersten Mal aus dem Landtag rausfällt."

Sollte es die CDU tatsächlich nicht in den Landtag schaffen, wäre dies gleichzeitig der denkbar schlechteste Wahlausgang aus Sicht des Parteivorsitzenden und Kanzlers Friedrich Merz, der das Ergebnis in dem Bundesland bereits am Abend als "Desaster" bezeichnet hatte.

20. September, 21.34 Uhr: AfD-Spitzenkandidat Schult gewinnt Direktmandat in seinem Wahlkreis

Der als Spitzenkandidat angetretene AfD-Landtagsfraktionschef Enrico Schult hat das Direktmandat in seinem Wahlkreis gewonnen.

Er wurde im Wahlkreis Mecklenburgische Seenplatte I - Vorpommern Greifswald I nach Angaben der Wahlleitung mit 54,1 Prozent gewählt. Dahinter folgte die SPD-Kandidatin Anna-Konstanze Schröder mit 27,4 Prozent.

AfD-Spitzenkandidat Enrico Schult hat das Direktmandat in seinem Wahlkreis gewonnen.  © Christophe Gateau/dpa

20. September, 21.28 Uhr: CDU mit historischem Wert bei Landtagswahlen

Nach der vierten Hochrechnung liegt die CDU aktuell bei 5 Prozent. Mit ihrem Ergebnis bei der Landtagswahl hat die Partei damit den historisch niedrigsten Wert der Christdemokraten bei allen Landtagswahlen nach 1949 erreicht.

Das Ergebnis von 1951 in Bremen war mit 9 Prozent bislang am tiefsten.

20. September, 21.22 Uhr: 86 Prozent der Stimmen ausgezählt

Laut dem Landeswahlleiter Christian Boden sind bereits 86 Prozent Stimmen in Mecklenburg-Vorpommern ausgezählt. "Auf die 14 Prozent kann es aber noch ankommen.

Insofern müssen wir jetzt auch abwarten, bis wir alle Ergebnisse dann haben", so Boden zu dpa gegen 20.45 Uhr in Schwerin.

20. September, 21.10 Uhr: Forschungsgruppe beschreibt Schwesig als "Erfolgsfaktor"

Die SPD verdankt ihr gutes Abschneiden nach einer Analyse vor allem ihrer Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (52). "Maßgeblichen Anteil am SPD-Ergebnis hat zunächst die Spitzenkandidatin", schreibt die Forschungsgruppe Wahlen. Die Gruppe beschreibt Schwesig zudem als "Erfolgsfaktor".

Auch die kritische Distanz zur Bundesregierung durch Schwesig sei für die SPD in MV hilfreich gewesen. Die AfD habe laut Analyse damit gepunktet, dass sie als "kompetent" wahrgenommen worden sei, ähnlich wie vor zwei Wochen in Sachsen-Anhalt. Die CDU bleibe "durchweg schwach".

Wenn sich die Wählerinnen und Wähler zwischen Schwesig und AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm entscheiden müssten, wünsche sich eine große Mehrheit nach Angaben der Analysegruppe, dass die SPD-Frau wieder Ministerpräsidentin wird.

Die Forschungsgruppe Wahlen beschreibt Ministerpräsidentin Manuela Schwesig in einer Analyse als "Erfolgsfaktor".  © Marcus Brandt/dpa Pool/dpa

20. September, 20.55 Uhr: Höhere Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren

Nach Angaben des NDR lag die Wahlbeteiligung bei 78 bis 79 Prozent - ein deutlicher Anstieg.

Im Jahr 2021 lag die Beteiligung bei 70,8 Prozent.

20. September, 20.48 Uhr: Oldenburg sieht Wahltag als "schlechten Tag für uns Linke"

Die Spitzenkandidatin der Linken, Simone Oldenburg (57), erklärt das Abschneiden ihrer Partei mit der starken Zuspitzung des Wahlkampfes auf SPD und AfD. "Ich glaube, dass wir durch den polarisierenden Wahlkampf Federn gelassen haben", so Oldenburg im NDR.

Das Wahlergebnis spiegle ihrer Ansicht nach nicht die Arbeit der letzten Jahre wider. "Das ist schon ein schlechter Tag für uns als Linke." Nach den vierten Hochrechnungen liegt Die Linke aktuell bei 6,7 Prozent.

20. September, 20.30 Uhr: Grüne in Schleswig-Holstein wollen Misstrauensvotum gegen Merz

Auch außerhalb von Mecklenburg-Vorpommern gibt es bereits Reaktionen auf die vorläufigen Ergebnisse.

Die Grünen in Schleswig-Holstein sehen nach den ersten Hochrechnungen zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin "ein weiteres Misstrauensvotum an die Bundesregierung und vor allem an die Kanzlerpartei". "Die Unzufriedenheit ist mit Händen zu greifen", teilte die Grünen-Spitzenkandidatin Aminata Touré (33) mit.

So warf die 33-Jährige dem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nach dessen Rede am Wahlabend vor, den "den Kontakt zu den Menschen völlig verloren" zu haben. Nach aktuellen Hochrechnungen kommt die CDU in MV auf 5 Prozent.

Aminata Touré (33, Bündnis90/Die Grünen), Ministerin für Soziales, Jugend und Familie in Schleswig-Holstein, spricht sich für ein Misstrauensvotum gegen Merz aus. (Archivfoto)  © Markus Scholz/dpa

20. September, 20.10 Uhr: Ukraine-Haltung kostete SPD aus Sicht von Schwesig Stimmen

Nach den ersten Hochrechnungen äußern sich Leif-Erik Holm (AfD) und Manuela Schwesig (SPD) am Sonntagabend bei der "Tagesschau".

"Wir haben 45.000 Wähler von der SPD geholt und vor allem auch Nicht-Wähler - was auch ein Verdienst der Demokratie ist, dass wir diese hohe Wahlbeteiligung haben", so Holm.

Nach Ansicht von Schwesig gebe es mehrere Gründe, weshalb die SPD zahlreiche Wähler an die AfD verloren habe: Von einer "Denkzettelwahl Richtung Bundeskanzler und der gesamten Regierung" ist die Rede. "Und die AfD vertritt zwei Positionen, die in unserem Bundesland sehr populär sind, die wir nicht vertreten. Das ist einmal die Unterstützung der Ukraine aufzuhören damit und Nord-Stream aufzumachen. Aber ich war nicht bereit dafür zu wackeln."

Mehr zum Thema Wahlen: