Von Alexander Welscher
Riga (Lettland) - Lettlands Behörden haben einen weiteren Tunnel entdeckt, durch den Migranten unterirdisch aus dem Nachbarland Belarus in das EU-Land gelangen konnten.
Zuvor waren vom Grenzschutz 28 Migranten aufgegriffen worden, die nahe dem Ort Kraslava im Südosten Lettlands illegal die inzwischen stark gesicherte EU-Außengrenze überschritten hatten.
Bei der Aufklärung der Umstände und Untersuchung des angrenzenden Gebiets sei dann rund 20 Meter von der Grenze entfernt ein mit Moos abgedeckter Geheimgang ausfindig gemacht worden, teilte der lettische Grenzschutz mit.
Lettlands Innenminister Janis Dombrava (38) würdigte die Entdeckung des Tunnels und betonte, es sei wichtig, weiterhin nach allen Schwachstellen zu suchen, die Migranten die illegale Einreise nach Lettland ermöglichen. "Unser Ziel bleibt unverändert: die illegale Einwanderung auf null zu reduzieren", sagte er.
Zuvor war in der Vorwoche bereits eine geheime Unterführung unter der Grenze zwischen Belarus und Lettland aufgetan worden.
Auch in Polen und Litauen wurden wiederholt unterirdische Schleichwege entdeckt, durch welche Migranten von Belarus aus in die EU-Staaten gelangten. Dafür sollen nach Einschätzung der europäischen Grenzschutzagentur Frontex auch staatliche Stellen in dem autoritär regierten Belarus mitverantwortlich sein, berichteten WDR und NDR jüngst unter Berufung auf interne Dokumente der Behörde.