Angela Merkel über AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt: "Mir blutet das Herz"

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Von Wolf-Dietrich von Dewitz

Köln - Der Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt hat Altkanzlerin Angela Merkel (72, CDU) tief getroffen. Das sei "einfach schockierend", sagte die frühere CDU-Parteichefin bei der Digitalmesse "Digital X" der Deutschen Telekom in Köln.

Ex-Kanzlerin Angela Merkel (72, CDU) zeigte sich bestürzt über das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt.
Ex-Kanzlerin Angela Merkel (72, CDU) zeigte sich bestürzt über das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt.  © Henning Kaiser/dpa

Ihre Partei hatte in dem Bundesland eine herbe Niederlage eingesteckt und ihren Stimmenanteil halbiert. "Mir als CDU-Mitglied blutet das Herz", sagte die Christdemokratin, die von 2005 bis 2021 Bundeskanzlerin war.

"Das ist ein Einschnitt, ein wirklicher Einschnitt, den wir in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland erleben." 

Die frühere CDU-Parteichefin riet zu einer anderen Art der Kommunikation, um die Bevölkerung besser zu erreichen und Fortschritte besser zu erklären. "Die individuelle Ansprache der Bürger" sei wohl wichtiger geworden als früher, sagte Merkel. Demokratische Parteien müssten jetzt stärker den Kontakt zu Bürgerinnen und Bürgern suchen. 

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Bedenklich findet sie, dass Fakten bei vielen Bürgern keinen so hohen Stellenwert mehr hätten und stattdessen auf Gefühle referiert werde.

Angela Merkel fordert wieder Fakten statt Gefühl

Die vom Verfassungsschutz gesichert rechtsextreme AfD um Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35, m.) war stärkste Kraft in Sachsen-Anhalt.
Die vom Verfassungsschutz gesichert rechtsextreme AfD um Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35, m.) war stärkste Kraft in Sachsen-Anhalt.  © Michael Kappeler/dpa

Als Beispiel nannte sie die nach ihrer Darstellung faktische Aussagen, dass in Sachsen-Anhalt die Arbeitslosigkeit gesunken und der individuelle Wohlstand gestiegen sei. "Und dann sagt der Spitzenkandidat (der AfD Ulrich Siegmund), 'kann sein, aber das wird nicht so gefühlt'."

Man dürfe nicht zulassen, dass so eine Einstellung mehrheitsfähig werde, sagte Merkel. "Es war der Fortschritt der Aufklärung, dass sich die Summe der Menschen auf Fakten einigen konnte."

Wenn nun das Gefühl Hoheit übernehme und Fakten nicht mehr als das Wichtigste bewertet werden, wären das zivilisatorische Rückschritte.

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

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