New York (USA) - Annalena Baerbock (45) genießt nach Jahren im politischen Rampenlicht ihr neues Leben in New York. Die ehemalige Außenministerin schätzt vor allem die Anonymität der Millionenmetropole. Doch eine ganz bestimmte deutsche Spezialität vermisst sie dort besonders.
Jahrelang stand Annalena Baerbock im Zentrum der deutschen Politik. Als Außenministerin reiste sie um die Welt, sprach bei internationalen Gipfeln und war ständig Gegenstand öffentlicher Aufmerksamkeit. Inzwischen ist ihr Alltag ein anderer.
Ihre Zeit als Präsidentin der UN-Generalversammlung ist vor wenigen Wochen zu Ende gegangen. Schon bald wartet die nächste Aufgabe auf die ehemalige Grünen-Politikerin: Baerbock wird eine Professur an der renommierten Columbia University in New York übernehmen.
Den Neustart in der US-Metropole scheint sie dabei sichtlich zu genießen. Der Grund: In New York könne sie einfach in der Masse untertauchen.
"Gerade tut mir eine Großstadt wie New York mit ihrer Anonymität saugut, wo man einfach eine von Millionen ist und nicht ständig medial beobachtet und bewertet wird", erklärt sie im Gespräch mit dem "Rolling Stone".
Ganz ohne Deutschland geht es für die Politikerin dann aber offenbar doch nicht: "Ich liebe mein Heimatland und vor allem bleibe ich im Herzen Dorfkind."
Vor allem kulinarisch scheint sie ihre Heimat zu vermissen. Auf die Frage nach ihrem persönlichen Sehnsuchtsessen fällt ihre Antwort erstaunlich bodenständig aus: "Iglo-Rahmspinat für Kartoffeln und Spiegelei".
Annalena Baerbock setzt neue Prioritäten
Während Baerbock kulinarisch also offenbar gerne mal auf deutsche Hausmannskost zurückgreift, hat sie in New York vor allem eines wiederentdeckt: Zeit für ihre Familie.
Gemeinsam mit ihren beiden Töchtern hat sie eine Wohnung in Manhattan bezogen. Nach Jahren, in denen die Politik einen großen Teil ihres Lebens bestimmte, will Baerbock nun offenbar andere Prioritäten setzen.
"Ich habe in meiner vorherigen Lebensphase meinen Beruf an die erste Stelle gesetzt. Jetzt setze ich meine Kinder wieder an die erste Stelle", sagt die 45-Jährige.
Sie räumt zugleich ein, dass ihre Töchter vermutlich eine ruhigere Kindheit gehabt hätten, wenn sie nicht als Spitzenpolitikerin gearbeitet hätte. Ihren eingeschlagenen Weg bereue sie dennoch nicht.
Auch eine Rückkehr nach Deutschland schließt sie nicht aus. Besonders die politische Entwicklung beschäftigt sie. Mit Blick auf den Erfolg der AfD äußert sie deutliche Sorge: "Dass in Teilen unseres Landes Rechtsextremisten der AfD stärkste Kraft sind, kann niemanden, der seine Heimat, unsere Freiheit und Demokratie liebt, ruhig schlafen lassen."
Das gelte für sie auch Tausende Kilometer von Deutschland entfernt: "egal, wie weit man weg ist".