AfD-Bundesparteitag: Weidel und Chrupalla bleiben an Spitze, Höcke will "großartiges Deutschland"

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Von Stefan Hantzschmann, Christian Rüdiger

Erfurt - Alice Weidel und Tino Chrupalla bleiben an der Parteispitze der AfD. Der Bundesparteitag in Erfurt bestätigte beide in ihrem Amt. Während die 47-Jährige auf 81 Prozent kam, erhielt der Sachse 70 Prozent. Für den 51-Jährigen ist das im Vergleich zur letzten Wahl vor zwei Jahren in Essen ein deutlicher Dämpfer, als er knapp 83 Prozent geholt hatte. 2022 gab es aber auch nur 53,4 Prozent Zustimmung für den heute 51-Jährigen.

Tino Chrupalla und Alice Weidel bleiben die Parteichefs der AfD.
Tino Chrupalla und Alice Weidel bleiben die Parteichefs der AfD.  © Katharina Kausche/dpa

Weidel griff Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) scharf an. Dieser sei der Vivaldi unter den Regierungschefs - "für alle vier Jahreszeiten eine Reformankündigung". "Jedes Mal haut er kräftig auf die Pauke und danach folgt ein Streichkonzert." Gestrichen würden Versprechen, warf sie Merz vor. Lauten Jubel gab es im Saal für den Ausruf: "Wir werden rigoros abschieben!"

Chrupalla betonte in seiner Bewerbungsrede den Machtanspruch der AfD: "Wir wollen regieren", sagte er. Man sei zu einer Volkspartei gewachsen. Dass man Oppositionsarbeit beherrsche, habe man bewiesen. "Und wir werden regieren, zuerst in einem Land, dann im Bund", sagte Chrupalla. "Und man wird uns Steine in den Weg legen, wo es nur geht." Man müsse gut vorbereitet sein.

Zuvor hatte Thüringens AfD-Chef Björn Höcke (54) bei seiner Rede bereits über die guten Chancen für einen Sieg von Sachsen-Anhalts AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) bei der Landtagswahl Anfang September geredet.

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Björn Höcke Höcke bei "Ungeskriptet": Podcaster soll umstrittene Folge im Nachhinein ändern

"Ich bin mir sicher, du bist der nächste Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt", rief Höcke Siegmund beim AfD-Bundesparteitag in Erfurt zu und erntete großen Applaus. "Wir sind auf der Siegesstraße der Geschichte unterwegs." Die Brandmauer habe die AfD groß gemacht.

In Sachsen-Anhalt wird am 6. September ein neuer Landtag gewählt. Die AfD steht dort seit Monaten in Umfragen auf Platz eins und rückt mit Werten jenseits der 40-Prozent-Marke immer näher an die Möglichkeit heran, eine absolute Mehrheit zu erreichen. 

Björn Höcke skizziert "großartiges Deutschland"

Thüringens AfD-Fraktionschef Björn Höcke hat auf dem Bundesparteitag großen Applaus geerntet.
Thüringens AfD-Fraktionschef Björn Höcke hat auf dem Bundesparteitag großen Applaus geerntet.  © Sebastian Kahnert/dpa

In seiner Rede skizzierte Höcke, was für ihn ein "großartiges Deutschland" sei. Ein großartiges Deutschland sei ein Land, in dem die öffentlichen Plätze sauber und gepflegt seien. "Schauen Sie auf den Zustand der Autobahntoiletten eines Landes und Sie erkennen den Zustand der Gesellschaft", sagte er. Es gehe aber auch darum, "Deutschland wieder mit sich selbst zu befreunden". "Wir wollen Deutschland wieder großartig machen", rief er.

Darüber hinaus wurde Stefan Möller (51) ist zum stellvertretenden AfD-Bundessprecher gewählt. Der Jurist und Thüringer AfD-Co-Chef erhielt auf dem Bundesparteitag in Erfurt 76,54 Prozent. Björn Höcke hatte vor einigen Wochen schon signalisiert, dass Möller die Thüringer Linie in den Bundesvorstand der AfD tragen soll. 

Erstmeldung von 12.43 Uhr, zuletzt aktualisiert 14.54 Uhr.

Titelfoto: Katharina Kausche/dpa

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