Anzeige kassiert: Warum Boris Palmers "Dienstwagen" jetzt in Ostrach feststeckt
Von Tatjana Bojic
Ostrach/Tübingen - Ausgerechnet sein "Dienstwagen", ein S-Pedelec, ist Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (53, parteilos) zum Verhängnis geworden: Weil er sein Fahrrad ohne gültigen Versicherungsnachweis während einer Wahlkampfveranstaltung in Ostrach (Kreis Sigmaringen) parkte, wurde Palmer von einem ihm Unbekannten angezeigt.
"Als die Veranstaltung vorbei war, bat mich die Polizei zum Einsatzleiter. Es habe eine Anzeige wegen meines Fahrrades gegeben. Heute sei der erste März, da benötige man ein schwarzes Versicherungskennzeichen. Meines sei grün und daher seit heute 0 Uhr abgelaufen. Daher müsse das Fahrrad in Ostrach bleiben", schrieb Palmer auf seiner Facebook-Seite.
In Ostrach hätten Cem Özdemir (60, Grüne), Winfried Kretschmann (77, Grüne) und er am 1. März (Sonntag) auch über Bürokratie und die Alternative einer behördlichen Vertrauenskultur gesprochen.
Palmer führte an, er habe Pech, dass kein Schaltjahr sei: "Am 29. Februar wäre mein Kennzeichen noch gültig gewesen. Glück hingegen, dass ich in meinem Dienstkalender einen Termin für morgen 9 Uhr nachweisen konnte. Das neue Kennzeichen liegt im Rathaus bereit und wird dann von den Stadtbaubetrieben montiert. Denn es handelt sich um den Dienstwagen des Oberbürgermeisters."
Noch unklar, ob Ermittlungen eingeleitet werden
Laut Palmer einigte er sich mit den Polizeibeamten darauf, dass die Beamten einen Bericht von seiner Fahrradfahrt mit abgelaufenem Versicherungskennzeichen anfertigen und der Staatsanwaltschaft damit die Entscheidung überträgt, ob deswegen Ermittlungen eingeleitet werden.
Palmer fragte noch in seinem Post: "Vielleicht möchte sich ja der Bürger, der hier den Staatsapparat auf Trab gehalten hat, bei mir melden? Ich schicke dann gerne einen Versicherungsnachweis."
Titelfoto: Christoph Schmidt/dpa