Entschuldigung nur Taktik bei Boris Palmer? "Bereue nichts, was ich gesagt habe"

Von Martin Oversohl

Stuttgart/Tübingen - Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (53, parteilos) ist schon oft angeeckt mit seinen häufig umstrittenen Äußerungen.

Boris Palmer (53) blickte in einem aktuellen Interview auf seine Skandal-Äußerungen der letzten Jahre zurück.  © Christoph Schmidt/dpa

Seine Provokationen kosteten den früheren Grünen-Politiker das Parteibuch, sie machten ihn aber auch zu einem der bekanntesten Politiker des Landes. Zwar bereue er keine dieser Äußerungen, er habe es seinen Gegnern aber auch zu leicht gemacht, ihn zu diskreditieren, sagt Palmer nun im "Spiegel"-Interview.

"Ich habe nichts verbrochen", betont der 53-Jährige und ergänzt: "Nein, ich bereue nichts, was ich gesagt habe." Er habe sich das eine oder andere Mal auch nur entschuldigt, um weiteres Unheil abzuwenden, "ohne das überhaupt so zu meinen".

Zudem halte er es "für eine Unsitte, dass man Leute so lange öffentlich mit Schlamm bewirft, bis sie Entschuldigung sagen, nur um ihren Kopf zu retten".

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Palmer räumt allerdings auch ein: "An manchen Stellen habe ich mich so vergaloppiert, dass ich eine Entschuldigung für angemessen hielt."

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Palmer eckte mit Aussagen an

Boris Palmer (53, parteilos) fühlt sich seiner Stadt Tübingen verbunden.  © Christoph Schmidt/dpa

Palmer ist seit 2007 Oberbürgermeister in der schwäbischen Universitätsstadt.

Mit pointierten Äußerungen etwa zur Flüchtlingspolitik sorgte der parteilose Kommunalpolitiker immer wieder für Kontroversen und sah sich Rassismusvorwürfen ausgesetzt.

Unter anderem beharrt er trotz heftiger Kritik weiter darauf, das sogenannte "N-Wort" zu verwenden.

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Der damalige Grünen-Politiker Palmer hatte jene Bezeichnung 2021 in einem Facebook-Beitrag über den früheren Fußball-Nationalspieler Dennis Aogo (39) benutzt, der einen nigerianischen Vater hat. Zuletzt hielt er sich allerdings deutlich mit Provokationen zurück.

Palmer war in den vergangenen Wochen wieder stärker ins Rampenlicht getreten, weil es Spekulationen darüber gab, dass er Minister in der künftigen Landesregierung werden könnte. Er hatte vor wenigen Tagen allerdings mitgeteilt, er wolle Oberbürgermeister in Tübingen bleiben.

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