Berlin - Dieser Befehl dürfte innerhalb der Truppe für Zündstoff sorgen: Verteidigungsminister Boris Pistorius (66, SPD) verhängt einen Beförderungsstopp bei Bundeswehr-Soldaten.
Die Entscheidung ließ der Politiker von seinem Generalinspekteur Carsten Breuer (61) verkünden, wie BILD schreibt. Tausende Hauptfeldwebel seien betroffen, deren Aufstieg zum Stabsfeldwebel ab Juli gestoppt werde.
Dem Bericht zufolge weiß das Ministerium um die Brisanz der Maßnahme. In einem internen Papier habe Pistorius erklärt, dass die Situation "weder schmerz- noch geräuschlos" lösbar sei.
Bis 2027 solle ein neues System etabliert werden, das vorsehe, nur noch einen kleinen Teil der Hauptfeldwebel zu befördern – nach Eignungstest mit Dienstpostenwechsel. Bisher galt, dass Unteroffiziere nach 16 Jahren in der Truppe automatisch in die höhere Besoldungsgruppe A9 (mit rund 4000 Euro Monats-Brutto) wechseln.
Eine vorzeitige Beförderung war nicht vorgesehen, was Gerichte mehrfach als "leistungsfeindliches Vorgehen" verurteilten.
Dass trotzdem all die Jahre seitens des Verteidigungsministeriums nicht gehandelt worden sei, vergleicht der Bundeswehrverband mit einem "Unfall in Zeitlupe", wie es in einer Mitteilung heißt.
Weiter beklagt die Interessenvertretung: "Alle wussten, was passieren wird, doch niemand wollte eingreifen – oder sich auch nur vorbereiten für den Moment des Einschlags."