Nach Schüssen auf Trump-Dinner: US-Präsident nutzt Drama für absurde Werbung
Washington (USA) - Dieser Mann weiß, wie er selbst dieses Drama nutzen kann, um eine absurde Werbung unterzubringen. Nach dem Schusswaffen-Zwischenfall beim traditionellen Korrespondenten-Dinner in Washington sieht sich US-Präsident Donald Trump (79) nämlich in seinen umstrittenen Plänen zum Bau eines riesigen Ballsaals am Weißen Haus bestätigt. Warum denn das?
"Dieser Vorfall wäre nie passiert, wenn es den derzeit im Bau befindlichen Ballsaal am Weißen Haus, der aus militärischer Sicht als 'top secret' eingestuft ist, schon gäbe", schrieb Trump am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social.
Die von Trump gezogene Verbindung zwischen seinem Ballsaal-Projekt und dem Vorfall bei dem Korrespondenten-Dinner trägt allerdings insofern nicht, als es sich bei dem Dinner um eine private Veranstaltung des Verbands der White-House-Korrespondenten handelt und nicht um eine Feier des Weißen Hauses.
Das genau war geschehen: Während des jährlichen Dinners der White-House-Korrespondenten in einem Hotel in Washington am Samstagabend hatte ein bewaffneter Mann versucht, in den Saal einzudringen, in dem Trump, seine Frau Melania (56) sowie weitere Regierungsmitglieder saßen. An einer Sicherheitskontrolle vor dem Saal fielen Schüsse.
Von den Gästen des Dinners wurde niemand verletzt. Jedoch wurde ein Sicherheitsbeamter von den Schüssen in der Brust getroffen, überlebte aber dank seiner kugelsicheren Weste und wurde ins Krankenhaus eingeliefert.
Trump stufte den Vorfall als versuchtes Attentat auf sich selbst ein.
Täter soll Manifest an Familie gesendet haben
Der mutmaßliche Angreifer wurde festgenommen, Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes Secret Service brachten Trump in Sicherheit.
Unterdessen soll ein Manifest des Täters aufgetaucht sein. Demnach habe er dieses etwa zehn Minuten vor dem Amoklauf gegen Präsident Trump an seine Familienmitglieder gesendet, berichtet die New York Post.
Darin habe er sich selbst als "freundlichen Bundesattentäter" bezeichnet und angegeben, zu versuchen, Beamte der Trump-Regierung zu töten. "Der Typ ist krank", sagte Trump am Sonntag dem Fernsehsender Fox News.
"Wenn man sein Manifest liest, merkt man, dass er Christen hasst." Auch Verwandte des Mannes hätten sich "darüber beschwert", sagte Trump weiter. "Sie haben sogar die Polizei eingeschaltet. Er war ein sehr gestörter Mensch."
Am Montag soll der Mann einem Bundesgericht in der US-Hauptstadt vorgeführt werden. Laut US-Medien handelt es sich bei dem Angreifer um einen 31-jährigen Maschinenbau-Ingenieur aus dem Bundesstaat Kalifornien.
Titelfoto: Alex Brandon/AP/dpa

