Jens Spahn kündigt Rücktritt an: So reagiert Kanzler Merz

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Berlin - CDU-Fraktionschef Jens Spahn (46) hat seinen Rücktritt erklärt. Kanzler Merz (70, CDU) findet unterdessen klare Worte zu diesem Schritt.

Unionsfraktionschef Jens Spahn (46) hat seinen Rücktritt erklärt.
Unionsfraktionschef Jens Spahn (46) hat seinen Rücktritt erklärt.  © Michael Kappeler/dpa

Der Unionsfraktionschef traf seine Entscheidung angesichts der Debatte um seine Elternschaft mithilfe einer Leihmutter in den USA. Das geht aus einem Schreiben Spahns an die Mitglieder der CDU/CSU-Fraktion hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

"Mir ist in den letzten Tagen bewusst geworden, dass mein persönliches Glück, gemeinsam mit meinem Mann eine Familie zu gründen und Vater zu werden, nicht vereinbar ist mit meinem politischen Amt", liest man darin.

"Denn der Spagat zwischen meiner privaten Entscheidung zu einem Kind durch Leihmutterschaft und der nachvollziehbaren Erwartung an mich als Vorsitzenden unserer Fraktion ist größer geworden, als ich es erwartet hatte", heißt es im Schreiben weiter.

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Zuvor hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (70) in seiner Funktion als CDU-Chef den Unionsfraktionsvorsitzenden zum Rücktritt aufgefordert. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus dem Umfeld des Parteivorsitzenden.

Nach dem Rücktritt legte Merz nach, bezeichnete den Rücktritt als "richtig" und "unvermeidlich". "Glaubwürdigkeit ist in der Politik das höchste Gut. Ich danke Jens Spahn für die Zusammenarbeit", teilte Merz mit. Der CDU-Politiker Spahn habe den Weg der Fraktion aus der Opposition in die Regierung mitgeprägt und gestaltet.

Spahns Entscheidung zu Leihmutterschaft löste Debatte aus

Jens Spahn (r.) mit Ehemann Daniel Funke (44).
Jens Spahn (r.) mit Ehemann Daniel Funke (44).  © Annette Riedl/dpa

In den vergangenen Tagen stand Spahn mit seiner Entscheidung, durch die Unterstützung einer Leihmutter aus den USA Vater geworden zu sein, stark in der Kritik.

Noch am Freitag hatte der 46-Jährige erklärt, dass er lange mit sich "gerungen" hätte, was das Thema Leihmutterschaft angeht: "Ich bin lange zerrissen gewesen. Aber eben über dieses Ringen und sich mit dem Thema [zu] beschäftigen haben wir uns für diesen Weg entschieden."

Er und sein Ehemann Daniel Funke hätten von Anfang an beide den Wunsch nach einem eigenen Kind gehabt. Die beiden hätten sich bewusst für eine Leihmutterschaft in den USA entschieden, da dort ihrer Meinung nach gute Bedingungen gelten.

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Anders als in den USA sind die Vermittlung einer Leihmutterschaft und die ärztliche Behandlung in Deutschland verboten. In der Vergangenheit hatte sich nicht nur Spahns Partei, sondern auch er selbst klar gegen die Legalisierung ausgesprochen.

Dass Spahn sich nun privat für Leihmutterschaft entschlossen hatte, führte zu dem Vorwurf, dass er Möglichkeiten nutze, die er Menschen in ähnlicher Situation in Deutschland politisch nicht zugestanden habe.

CSU-Landesgruppenchef übernimmt übergangsweise

Bundeskanzler Friedrich Merz (70) hatte zuvor in seiner Funktion als CDU-Chef den Unionsfraktionsvorsitzenden zum Rücktritt aufgefordert.
Bundeskanzler Friedrich Merz (70) hatte zuvor in seiner Funktion als CDU-Chef den Unionsfraktionsvorsitzenden zum Rücktritt aufgefordert.  © Michael Kappeler/dpa

Im Jahr 2015 hatte das Magazin "GQ" Spahn, damals gesundheitspolitischer Sprecher der Unionsfraktion, mit den Worten zitiert: "Als schwuler Mann und Christ kann ich mich persönlich nur sehr schwer mit der Idee eines gemieteten Mutterbauchs anfreunden. Zu akzeptieren, dass ich nicht auf natürlichem Weg Vater werde, verlangt ein großes Maß an Demut. Ob ich das aufbringen kann, weiß ich nicht."

Die Amtsgeschäfte als Unionsfraktionschef soll derweil bis zur Wahl eines Nachfolgers CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann übernehmen.

"Die Entscheidung von Jens Spahn verdient allerhöchsten Respekt", sagte Hoffmann. Spahn habe die Unionsfraktion durch herausfordernde Zeiten geführt "und zum Erfolg dieser Koalition maßgeblich beigetragen".

Die Fraktion bleibe entscheidungs- und handlungsfähig.

Titelfoto: Michael Kappeler/dpa

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