Nächster Fehltritt von Jens Spahn: Fliegt er jetzt aus dem Haushaltsausschuss raus?
Berlin - Jens Spahn (46, CDU) scheint einfach zu wissen, wo die Fettnäpfchen stehen. Wegen des Leihmutter-Skandals trat er jüngst von seinem Posten als Union-Fraktionschef zurück, jetzt droht ihm gar der Rausschmiss aus dem Haushaltsausschuss.
In einer Sondersitzung der CDU/CSU-Fraktion am Freitag stimmte eine Mehrheit der Abgeordneten nach Informationen der "Tagesschau" dafür, Spahn wieder aus dem Haushaltsausschuss zu entfernen.
Hintergrund waren von "Bild" veröffentlichte und inzwischen wieder gelöschte Fotos, die den Ex-Gesundheitsminister am Mittwoch mit Baby am Flughafen auf Sardinien zeigten - während seine Kollegen im Haushaltsausschuss ackern mussten.
Spahn selbst lebte dabei offenbar den Traum jedes Arbeitnehmers und soll sich im Vorfeld der Ausschusssitzung krankgemeldet haben, ehe es gen Italien ging, berichtete die Tagesschau am Freitag.
Ein gelber Schein, um Urlaub zu machen - und das ausgerechnet von einem Abgeordneten jener Partei, dessen Kanzler der Bevölkerung eintrichtern will, mehr arbeiten zu müssen.
Jens Spahn bis Jahresende "auf Bewährung"
Auch die Fraktionskollegen haben offenbar langsam genug von den Spahn-Skandalen. Doch ihr neuer Fraktionschef, Spahn-Nachfolger Thorsten Frei (53, CDU), soll seinem Vorgänger noch eine Gnadenfrist bis Dezember gesetzt haben. Bis dahin bleibe er "auf Bewährung" im Haushaltsausschuss.
Diese Entscheidung sei unter den Fraktionsmitgliedern jedoch auch auf Kritik gestoßen. Gegenüber dem ARD-Hauptstadtstudio sollen namentlich nicht genannte Abgeordnete von einer Sonderbehandlung gesprochen haben. Spahn dürfe sich wohl "alles erlauben".
Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa
