Ex-Gesundheitsminister Lauterbach spricht über Rentenreform und sieht "großes Unrecht"

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Köln - Wann sollten die Menschen in Deutschland beruhigt in Rente gehen können, ohne Angst um die eigene Existenz haben zu müssen? Diese Frage beschäftigt auch Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach (63, SPD). Die neuen Vorschläge der Rentenkommission empfindet er zwar zum großen Teil als "sehr gut", ein "großes Unrecht" bleibe aber weiterhin bestehen.

Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach (63, SPD) sieht in der geplanten Rentenreform noch immer einige Schwachstellen. (Archivfoto)
Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach (63, SPD) sieht in der geplanten Rentenreform noch immer einige Schwachstellen. (Archivfoto)  © Kay Nietfeld/dpa

"Bekanntlich haben Geringverdiener und Menschen ohne Studium deutlich weniger Rente, weil sie früher sterben", sagt der Vorsitzende des Forschungsausschusses im Bundestag in der Mittagsausgabe des "Kölner Stadt-Anzeigers".

Gewinner der Rente seien hingegen Akademiker, die seiner Rechnung zufolge oft nur 40 Jahre in die Kassen einzahlen, dafür aber 20 Jahre Beiträge kassieren könnten. Hingegen würden Menschen mit einer Ausbildung oftmals 50 Jahre zahlen, während sie fünf Jahre weniger Rente erhalten würden.

"Ihnen die abschlagsfreie Rente nach dem 65. Lebensjahr zu streichen, vergrößert dieses Unrecht. Das spüren die Leute in ganz Deutschland, nicht nur in Ostdeutschland", betont der SPD-Politiker.

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Im Juni hatte Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) noch angekündigt, die Vorschläge der Rentenkommission "in vollem Umfang" umsetzen zu wollen. Dazu zählt auch die Abschaffung der abschlagsfreien Frührente.

Ostdeutsche Ministerpräsidenten äußern Bedenken

Inzwischen wächst der Widerstand gegen die Pläne allerdings zusehends.

Unter anderem hatten die ostdeutschen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (51, CDU, Sachsen), Sven Schulze (47, CDU, Sachsen-Anhalt) und Mario Voigt (49, CDU, Thüringen) Bedenken bezüglich der Abschaffung der abschlagsfreien Rente geäußert.

Und auch in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und dem Saarland wächst der Gegenwind.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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