KI statt echte Kinder: Schulstart-Gruß von Julia Klöckner sorgt für Aufregung
Berlin - Strahlende Kinder, Schultüten, Sonnenschein und eine perfekte Schulwelt: Mit einem Gruß zum Schulstart wollte Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (53, CDU) offenbar gute Laune verbreiten. Doch ihr Instagram-Post sorgt für ordentlich Diskussionen.
Auf dem Bild sind vier fröhliche Schulkinder mit Rucksäcken und Schultüten zu sehen. Im Hintergrund: ein modernes Schulgebäude, eine Tafel und blauer Himmel. Mittendrin lächelt Klöckner in die Kamera. Darüber prangt in Schwarz-Rot-Gold: "Alles Gute zum Schulstart!"
Das Motiv wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt. Die vier Kinder auf dem Bild existieren also gar nicht. Das blieb in den sozialen Netzwerken nicht ohne Folgen. Zahlreiche Nutzer störten sich grundsätzlich daran, dass die Bundestagspräsidentin für ihren Schulstart-Gruß auf ein KI-generiertes Motiv zurückgriff.
Andere bemängelten die Darstellung der Kinder: Alle vier sind weiß. Von einigen Nutzern wurde deshalb die fehlende gesellschaftliche Vielfalt auf dem Bild kritisiert. Besonders brisant: Kritische Kommentare sollen anschließend gelöscht worden sein. Einige Nutzer berichten zudem, von Klöckner beziehungsweise ihrem Team blockiert worden zu sein. Inzwischen ist die Kommentarfunktion des Beitrags komplett deaktiviert.
Gegenüber BUNTE weist ein Sprecher der Bundestagspräsidentin den Vorwurf zurück, mit dem Bild eine politische Botschaft oder eine Aussage über bestimmte Bevölkerungsgruppen transportieren zu wollen.
Eine solche Interpretation sei "abstrus". Wer Klöckner eine Ausgrenzungsabsicht unterstelle, lese bewusst etwas in das Bild hinein, was gar nicht dessen Aussage sei.
Julia Klöckner verteidigt Einsatz von künstlicher Intelligenz
Auch der Einsatz von künstlicher Intelligenz sei inzwischen nichts Ungewöhnliches. KI werde in sozialen Medien "auf zahlreichen Kanälen" eingesetzt – von Politikern aus Regierung und Opposition ebenso wie von Unternehmen, Journalisten und Künstlern.
Im konkreten Fall habe die KI sogar einen Vorteil gehabt: Echte Schulkinder mussten für das Motiv nicht abgebildet werden. So würden deren Identität und Persönlichkeitsrechte geschützt und verhindert, dass sie für einen Social-Media-Post instrumentalisiert werden, erklärt der Sprecher.
Außerdem sei der Beitrag ausdrücklich als KI-generiert gekennzeichnet. Das Motiv sei "bewusst fast in Comicform überzeichnet" worden. Eine ähnliche Optik habe Klöckner bereits zum Ferienbeginn verwendet.
Warum kritische Kommentare gelöscht und Nutzer blockiert wurden, ließ die Bundestagspräsidentin allerdings unbeantwortet.
Titelfoto: Michael Kappeler/dpa

