"Berlin soll sich selber finanzieren": Markus Söder stichelt gegen Hauptstadt
Berlin - Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (59, CSU) hat erneut die Finanzbeziehungen zwischen den Bundesländern thematisiert. Mit Bayerns Rolle als großer Zahler im Länderfinanzausgleich haderte er - und verteilte dabei einen Seitenhieb gegen Berlin.
Im ARD-Sommerinterview stellte sich Markus Söder (59) am Sonntag den Fragen von ARD-Hauptstadtstudio-Chefredakteurin Anna Engelke (57). Anschließend beantwortete der CSU-Politiker Fragen aus der Instagram-Community.
Dabei wollte ein Zuschauer wissen: Welches Bundesland könne der Parteivorsitzende der CSU am wenigsten leiden - und warum?
"Also, ich habe gegen gar keins was. Ich finde alle irgendwie toll", sagte Söder zunächst. Allerdings folgte direkt ein Seitenhieb in Richtung der Länder, die finanzielle Unterstützung erhalten.
"Ich würde mir nur wünschen, dass alle Tollen sich auch so toll selber finanzieren", erklärte der Ministerpräsident. "Ich habe überhaupt nichts gegen Berlin. Aber Berlin soll halt sich selber finanzieren und nicht durch die Bayern."
Zu wenig Anerkennung für Bayern?
Söder betonte, es gehe ihm nicht darum, anderen Ländern vorzuschreiben, wie sie zu handeln hätten. Gleichzeitig kritisierte er, dass Bayern regelmäßig hohe Summen in den Länderfinanzausgleich einzahle und dafür teilweise wenig Anerkennung bekomme.
"Das ist irgendwie so, wie wenn Sie in der Kneipe sitzen, jemand führt sich nebenan auf und die Rechnung zahlen Sie", sagte Söder. "Da könnte es sein, dass Sie auch mal miese Laune bekommen."
Auf die Frage, ob er gerne Zeit in Berlin verbringe, fiel seine Antwort eher knapp und nüchtern aus: "Ich komme, wenn ich muss."
Titelfoto: Fabian Sommer/dpa
