Narrengericht verurteilt Söder zu 150 Litern Strafwein: "Bin total demütig und bescheiden"

Von Aleksandra Bakmaz

Stockach - 150 Liter Strafwein muss Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (59, CSU) an das traditionelle Narrengericht in Stockach zahlen. Die Strafe von zweieinhalb Eimern sei noch relativ mild, sagte der Fastnachts-Richter.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (59, CSU, M.) wurde am Donnerstagabend vor dem Narrengericht verurteilt.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (59, CSU, M.) wurde am Donnerstagabend vor dem Narrengericht verurteilt.  © Felix Kästle/dpa

Der CSU-Chef wurde in allen drei Anklagepunkten schuldig gesprochen und auch zu einem Oktoberfest-Besuch mit dem Narrengericht verdonnert. Er nahm die Strafe an.

Das 675 Jahre alte Stockacher Narrengericht, das zu den Höhepunkten der schwäbisch-alemannischen Fastnacht im Südwesten gehört, verurteilte Söder unter anderem wegen Täuschung im Bierzelt, Größenwahn und Verrat an der guten konservativen Sache.

Auf der Anklagebank der Institution saßen auch schon Franz Josef Strauß (†73, CSU) und Angela Merkel (71, CDU). Die Verhandlung findet immer am Schmotzigen Donnerstag statt, im Karneval als Weiberfastnacht bekannt.

Gerüchte um Söder-Tochter und Tech-Milliardär: Ex-Geliebte erhebt schwere Vorwürfe
Markus Söder Gerüchte um Söder-Tochter und Tech-Milliardär: Ex-Geliebte erhebt schwere Vorwürfe

Söder beteuerte in seiner Verteidigungsrede seine Unschuld. Ganz ohne Verkleidung ging es für den Fastnachts-Fan nicht auf die Bühne. Im Büßerhemd war er zur Verhandlung vor dem Grobgünstigen Narrengericht erschienen.

Das Gericht bezeichnete er als "durchgegenderte Bischofskonferenz in grünen Bademänteln". Und: "Ich dachte, Baden-Württemberg ist das Land von Hugo Boss."

Markus Söder beteuerte seine Unschuld. Verurteilt wurde er trotzdem.
Markus Söder beteuerte seine Unschuld. Verurteilt wurde er trotzdem.  © Felix Kästle/dpa

Markus Söder: "Die anderen machen Party und wir zahlen"

Auch Ministerpräsidentenkandidat Manuel Hagel (37, CDU) war vor Ort.
Auch Ministerpräsidentenkandidat Manuel Hagel (37, CDU) war vor Ort.  © Felix Kästle/dpa

Er sei wegen Manuel Hagel (37, CDU) hier, der ihn überredet habe, die Einladung nach Stockach anzunehmen. Der "Manu" sehe besser aus als sein amtierender Vorgänger. Auch wenn er sich mit seinem Freund Winfried Kretschmann (77, Grüne) super verstehe.

Bayern und Baden-Württemberg seien die Lastesel der Nation, sagte Söder. "Die anderen machen Party und wir zahlen." Vom Bremen- bis zum Berlin-Bashing gerieten die Anklagepunkte in der Verteidigungsrede zwischendurch in den Hintergrund - aber nur kurz.

"Ich bin total demütig und bescheiden. Ich habe nur ein Problem, keiner lobt mich, also muss ich es immer selbst tun." Er habe definitiv keine Verurteilung verdient, er sei der freundlichste CSU-Vorsitzende seit Langem, sagte der Angeklagte.

Markus Söder: "Eine Stunde Mehrarbeit ist nicht zu viel verlangt"
Markus Söder Markus Söder: "Eine Stunde Mehrarbeit ist nicht zu viel verlangt"

"Und wenn eine Verurteilung, ja, dann kündigt Bayern die Allianz mit euch, dann gehen wir zu den Sachsen - weil die können auch kein Deutsch."

Geholfen hat es nichts. Das Urteil ist "rechtskräftig".

Titelfoto: Felix Kästle/dpa

Mehr zum Thema Markus Söder: