Von Stefan Hantzschmann
Erfurt - BSW-Vorstandsmitglied Klaus Ernst (71) weist die Idee von Thüringens AfD-Fraktionschef Björn Höcke (54) zurück, BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht (57) zur Ministerpräsidentin im Freistaat zu machen.
"Das ist absoluter Quatsch, ein billiger PR-Gag Höckes", teilte Ernst der "Augsburger Allgemeinen" mit.
"Seit unserer Gründung haben wir eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen, insbesondere eine gemeinsame Regierung." Er nannte die AfD eine "in Teilen faschistische und rechtsradikale Partei".
Höcke hatte Wagenknecht aufgefordert, sich von AfD und BSW im Erfurter Landtag zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen. "Werden Sie Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen", sagte Höcke, der auch die AfD-Landtagsfraktion führt, in einem Video auf X (ehemals Twitter).
Wagenknecht selbst hat die Idee von Björn Höcke zurückgewiesen: "Das Amt des Thüringer Ministerpräsidenten ist kein Wanderpokal, den Herr Höcke nach Belieben vergeben kann",
Derzeit regiert das BSW in Thüringen mit der CDU und der SPD in einer sogenannten Brombeer-Koalition. Rechnerisch wäre eine Mehrheit von AfD und BSW im Erfurter Landtag möglich.
Die Landesverfassung erlaubt auch Kandidaturen von Personen, die selbst kein Landtagsmandat haben. Wagenknecht ist dort nicht Abgeordnete.