Hamburg - Er galt bislang als großer Fan des US-Präsidenten. Nun hat AfD-Chef Tino Chrupalla (50) bei "Markus Lanz" seine Enttäuschung über Donald Trump (79) zum Ausdruck gebracht.
"Ich bin maßlos enttäuscht von Donald Trump, was seine Wahlversprechen angeht", sagte der 50-Jährige zu Gast in der ZDF-Talkshow. Als Grund führte er den US-Angriff auf den Iran an.
"Ich sehe bei diesem ganzen völkerrechtswidrigen Krieg überhaupt keine Strategie, was man eigentlich bezwecken will. Und das können die Amerikaner und die Israelis selbst nicht sagen", so Chrupalla. Teilweise würden sich beide Länder in ihren Zielen auch gegenseitig widersprechen.
Trump habe im US-Präsidentschaftswahlkampf der demokratischen Kandidatin Kamala Harris (61) vorgeworfen, sie werde den Dritten Weltkrieg beginnen. "Und jetzt stehen wir an der Schwelle dessen, dass wir wahrscheinlich mit Donald Trump den Dritten Weltkrieg begonnen haben", sagte er.
"Das sind Wortbrüche, die ich ihm übel nehme, die ihm auch das amerikanische Volk übel nimmt", so der AfD-Vorsitzende.
Tino Chrupalla: "Amerikaner wurden von Israel in diesen Krieg hineingezogen"
Dass das Bombardement im Iran einen Regimewechsel herbeiführen könne, daran glaubt Chrupalla nicht. Für den Wandel müsse das iranische Volk selbst sorgen. Der AfD-Chef betonte zugleich, "an der Seite des israelischen Volkes" zu stehen. Aber man müsse auch Freunde kritisieren dürfen. "Ansonsten ist es auch keine Freundschaft, wenn man das nicht aushält."
Trump habe nun die Verantwortung, "den Wählern seine Linie zu erklären". Chrupalla zeigte sich überzeugt: "Die Amerikaner wurden von Israel in diesen Krieg hineingezogen." Jetzt sei der Konflikt zu einem "Riesen-Flächenbrand" eskaliert.