Kretschmann zieht Fastnachts-Bilanz: "Schon seit 51 Jahren dabei"

Von Aleksandra Bakmaz

Riedlingen - Winfried Kretschmann (77, Grüne) geht bald in Rente. Zig närrische Reden und Termine absolvierte der 77-Jährige seit seinem Amtsantritt im Jahr 2011. Zeit für eine Bilanz!

Froschkutteln in Riedlingen

Seit Jahrzehnten rutscht Winfried Kretschmann (77, Grüne) nach dem traditionellen Froschkuttel-Essen am Fastnachtsdienstag aus dem Rathaus.
Seit Jahrzehnten rutscht Winfried Kretschmann (77, Grüne) nach dem traditionellen Froschkuttel-Essen am Fastnachtsdienstag aus dem Rathaus.  © Felix Kästle/dpa

Beim traditionellen Froschkuttelnessen der Gole-Zunft am heutigen Fastnachtsdienstag in Riedlingen (Kreis Biberach) lässt der scheidende Landesvater Anzug und Krawatte noch einmal im Schrank. Stattdessen rutscht er im blauen Häs nach dem Essen eine Holzrutsche hinab.

Kretschmann macht das besondere Frühstück seit Jahrzehnten mit. "Ich bin nun schon seit 51 Jahren dabei", berichtete er der Deutschen Presse-Agentur.

Mit Amphibien hat das Froschkuttelnessen übrigens nichts zu tun. Aufgetischt wird eine Mischung aus mit Gewürzen verfeinerten Rinderinnereien.

Winfried Kretschmann (77, Grüne) ist selbsternannter Fastnachtsfan.
Winfried Kretschmann (77, Grüne) ist selbsternannter Fastnachtsfan.  © Sebastian Gollnow/dpa

Elf närrische Staatsempfänge

Der Ministerpräsident wurde dutzende Male beim Närrischen Staatsempfang im Neuen Schloss in Stuttgart von Narren geneckt.
Der Ministerpräsident wurde dutzende Male beim Närrischen Staatsempfang im Neuen Schloss in Stuttgart von Narren geneckt.  © Marijan Murat/dpa

Mehr als 30 Fasnetsveranstaltungen versorgte Kretschmann in seiner Amtszeit mit Reden, an elf närrischen Staatsempfängen nahm er in Stuttgart teil, wie das Staatsministerium auf Anfrage bilanzierte. Nur 2012 und 2015 habe er sich vertreten lassen. In den Jahren 2021 und 2022 machte Corona der Narretei einen Strich durch die Rechnung.

"Die Fasnet ist für mich die schönste Jahreszeit", sagte Kretschmann, der nach der Landtagswahl im März abtritt. Das Jahr ohne Fasnet könne er sich nicht vorstellen, sie gehöre einfach zum Rhythmus dazu.

"Schon meine Mutter war eine richtige Fasnachtsnudel. Sie hat uns schon als kleine Kinder verkleidet, da konnten wir gerade erst laufen." In Riedlingen sei er im Internat mit Fanfarenzug "in die schwäbisch-alemannische Fasnacht richtig sozialisiert worden". Als Narr sei er ihr treu geblieben.

Mehrfach ausgezeichnet

Sein Faible für die Fastnacht zeigt auch sein närrischer Trophäenschrank: Kretschmann ist unter anderem Träger der "Goldenen Narrenschelle" der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) und der Stockacher Laufnarrenkappe.

Die Schelle würdige die "Narreteien im Alltag", so Kretschmann. 2018 kam der "Orden wider den tierischen Ernst" aus Aachen hinzu.

Ob Karneval, Fasnacht oder Fasching sei egal. "Man pflegt Rituale und tritt in eine ganz andere Welt ein, die ansonsten außen vor bleibt." Auch nach seiner Amtszeit werde er diesen für ihn wichtigen Brauch pflegen.

Titelfoto: Bildmontage: Felix Kästle/dpa, Marijan Murat/dpa

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