Riesiger Polizeieinsatz in Steglitz: Was ist am Boulevard Berlin los?

Berlin - Bewaffnete Terroristen, Hilferufe und Tote - aber zum Glück war das alles nicht real. Die Berliner Polizei hat am Sonntag im Stadtteil Steglitz einen großen Terroreinsatz geübt.

Schwer bewaffnete Polizisten simulierten einen Terror-Angriff in Steglitz.
Schwer bewaffnete Polizisten simulierten einen Terror-Angriff in Steglitz.

ls nachgespieltes Szenario sollte es so aussehen, als sei zuerst ein Transporter in eine Menschenmenge gerast, wie die Polizei mitteilte. Bei der Übung im Einkaufszentrum Boulevard Berlin spielten danach 60 Schauspieler bewaffnete Täter, Geiseln und Verletzte. Simulierte Hilferufe waren bis auf die Straße zu hören.

Mehrere Hundert Einsatzkräfte hätten erst beim Eintreffen erfahren, dass es sich um eine Übung handelte, sagte ein Polizeisprecher. Der erste Alarm sei wegen eines angeblichen Verkehrsunfalls mit Verletzten ausgelöst worden, kurze Zeit später wurde die Alarmierung auf eine angebliche Terrorlage hochgestuft. Neben angeblich bewaffneten Tätern mussten die Einsatzkräfte mit einem simulierten Verdacht auf Sprengstoff klarkommen.

Das Einkaufszentrum war wie üblich sonntags geschlossen. Polizisten gaben für die Übung ihre echten Waffen und Munition ab und bekamen Übungswaffen.

Um das Szenario möglichst real wirken zu lassen, waren im Boulevard Berlin Puppen verteilt, die wie Tote aussahen. Schauspieler in ihrer Rolle als blutüberströmte Verletzte stöhnten. Vor dem Gebäude waren neben Dutzenden Polizeiautos auch Kranken- und Notarztwagen sowie Feuerwehr und ein Panzerfahrzeug aufgefahren. Martinshörner heulten, Blaulichter blinkten.

"Opfer" liegen vor dem Einkaufszentrum.
"Opfer" liegen vor dem Einkaufszentrum.

Die Großübung sei rund ein Jahr lang vorbereitet worden, zuletzt habe es ein Training mit solchem Aufwand 2015 gegeben, sagte der Polizeisprecher. 50 "Schiedsrichter" der Polizei in weißen Westen beurteilten bei der Übung die Reaktionen ihrer Kollegen. Eine Auswertung soll später zeigen, was vielleicht noch besser laufen könnte.

"Es ist unglaublich wichtig, die Einsatzbewältigung möglicher Großlagen zu trainieren", twitterte Norbert Cioma, Landeschef der Gewerkschaft der Polizei. "Natürlich lässt sich kein Anschlag oder Amoklauf hundertprozentig simulieren. Aber es kann am Ende Leben retten, wenn sich Kollegen aus unterschiedlichen Polizeibereichen gemeinsam mit der Feuerwehr auf derartige Szenarien vorbereiten."

Die Schlossstraße blieb wegen der Terrorübung zwischen Schildhornstraße und Walter-Schreiber-Platz einige Stunden für den Verkehr gesperrt. Auch umliegende Straßen waren von Umleitungen betroffen. Die U-Bahnlinie 9 fuhr zeitweise nicht.

Die Polizei hat bei der Übung auch ein gepanzertes Fahrzeug dabei.
Die Polizei hat bei der Übung auch ein gepanzertes Fahrzeug dabei.  © Morris Pudwell

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