Nach spektakulärem Großbrand in Mannheim: Wie geht es weiter?

Mannheim - Nach dem spektakulären Großbrand in einem Gewerbegebäude in Mannheim werden die Abrissarbeiten am Sonntagmorgen fortgesetzt. Wenn alles gut läuft, könnten die Absperrungen rund um das große Gebäude reduziert werden. Doch der Einsatz der Feuerwehr geht weiter.

Die Abrissarbeiten konnten am Samstag starten. Eine mobile Wand soll umliegende Gebäude schützen.
Die Abrissarbeiten konnten am Samstag starten. Eine mobile Wand soll umliegende Gebäude schützen.  © René Priebe / PR -Video

Wenn alles wie geplant funktioniere, könnten möglicherweise die Absperrungen rund um das Gebäude im Laufe des Sonntags reduziert werden, sagte ein Polizeisprecher.

Die Arbeiten müssten aber mit großer Vorsicht ausgeführt werden, da das Gebäude weiter akut einsturzgefährdet sei. Er gehe davon aus, dass die Feuerwehr dort auch in den nächsten Tagen noch im Einsatz sein werde.

Am Samstagnachmittag hatte ein Abrissbagger begonnen, Teile des Gebäudes abzutragen. Daneben war ein Kran mit einer mobilen Schutzwand in Stellung gebracht worden, der die umliegenden Gebäude vor Trümmerteilen schützen sollte. Durch die Höhe des mehrstöckigen Gebäudes könnten bei einem unkontrollierten Einsturz die umliegenden Häuser sonst stark beschädigt werden.

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Der Plan war, das Gebäude Stück für Stück von oben nach unten abzutragen. Bei den Arbeiten kam es zu Verzögerungen, da ein erster Abrissbagger, der bereits am Samstagmorgen am Brandort war, wegen technischer Probleme ersetzt werden musste.

Untere Stockwerke des abgebrannten Gebäudes sollen gerettet werden

Die Feuerwehr stellt während der Nachtwache sicher, dass der Brand nicht erneut entfacht.
Die Feuerwehr stellt während der Nachtwache sicher, dass der Brand nicht erneut entfacht.  © René Priebe / PR -Video

Am Abend wurden die Sperrungen insbesondere der angrenzenden Wohnungen teilweise aufgehoben, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte. Jedoch mussten etliche Anwohner auch die zweite Nacht in Folge außerhalb ihrer Wohnungen verbringen. Die meisten von ihnen kamen den Angaben zufolge bei Bekannten unter.

Die Notunterkunft in einer nahe gelegenen Sporthalle, die in der Nacht zuvor von der Stadt bereitgestellt worden war, wurde in der Nacht zu Sonntag nicht mehr belegt.

Das zuvor schon einsturzgefährdete und ungenutzte Backsteingebäude war durch den am Freitag ausgebrochenen Brand großteils zerstört worden. Unter anderem waren alle Innendecken durchgebrannt. Feuerwehr und Statiker waren sich nicht sicher, wie das Gebäude beim Abriss reagieren würde. Man stufe die Situation als sehr dynamisch ein, erklärte die Mannheimer Feuerwehr.

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Von dem Abriss erhoffte man sich, dass wenigstens die unteren zwei Stockwerke erhalten bleiben können. Das Feuer war am Samstagnachmittag weiterhin nicht erloschen.

Was war die Brandursache?

Einzelne Glutnester glimmten noch. Die Rettungskräfte richteten eine permanente Feuerwache ein, die auch in der Nacht zum Sonntag die Situation beobachtete.

Die Löscharbeiten hatten sich wegen der Einsturzgefahr als besonders schwierig erwiesen, da nur über Drehleitern von außen gelöscht werden konnte. Immer wieder hatten sich Brandnester gebildet. Teilweise krachten Stücke der Fassade zu Boden. Auch Funkenflüge erschwerten die Löscharbeiten.

Beim gesamten Einsatz gab es laut Polizei keine Verletzten. Die Brandursache war auch am frühen Sonntagmorgen weiter unklar.

Titelfoto: René Priebe / PR -Video

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