Behörden in Sorge: Mehr Gewalt auf Straßen und Plätzen in Baden-Württemberg

Stuttgart - In Baden-Württemberg hat die Brutalität auf öffentlichen Straßen und Plätzen im vergangenen Jahr erneut zugenommen.

In Baden-Württemberg hat die Gewaltkriminalität im öffentlichen Raum zugenommen.
In Baden-Württemberg hat die Gewaltkriminalität im öffentlichen Raum zugenommen.  © Marius Bulling/dpa

Es zeichne sich "insgesamt ein Anstieg der Gewaltkriminalität im öffentlichen Raum ab", teilte das Innenministerium in einer Antwort auf eine Landtags-Anfrage der FDP mit.

Sorgen macht den Sicherheitsbehörden vor allem der Anstieg der Zahlen bei der gefährlichen und schweren Körperverletzung und bei den Raubverbrechen.

Es seien aber auch mehr Vergewaltigungen, sexuelle Nötigung und schwere sexuelle Übergriffe gemeldet worden, teilte das Ministerium mit. Genaue Zahlen sollen im Sicherheitsbericht aufgelistet werden, der stets im März veröffentlicht wird.

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Fast die Hälfte aller in Baden-Württemberg registrierten Straftaten findet im öffentlichen Raum statt, also unter anderem auf Straßen, Wegen oder Plätzen, in Parks oder in der Bahn.

Das Ministerium betonte allerdings: "Baden-Württemberg ist eines der sichersten Länder bundesweit."

Mehr Angriffe auf Polizisten

Im vergangenen Jahr gab es mehr Angriffe auf Einsatzkräfte. (Symbolbild)
Im vergangenen Jahr gab es mehr Angriffe auf Einsatzkräfte. (Symbolbild)  © Marijan Murat/dpa

Dennoch sind im vergangenen Jahr nach Einschätzung des Ministeriums unter anderem auch mehr Einsatzkräfte angegriffen worden.

Die Straftaten gegen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte im öffentlichen Raum waren bereits im Jahr 2022 um 7,9 Prozent auf 2640 Fälle gestiegen. "Für das Jahr 2023 zeichnet sich erneut eine Zunahme bei den Straftaten gegen Polizeibeamten im öffentlichen Raum sowie bei den hierbei verletzten Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten ab", teilte das Ministerium nun mit.

Bereits im vergangenen Jahr hatten die Fälle von öffentlicher Gewalt um 26,7 Prozent auf ein Fünfjahreshoch zugelegt, insgesamt waren 8995 Fälle registriert worden. Das entspricht laut Sicherheitsbericht einem Anteil von 47,8 Prozent an allen Fällen der Gewaltkriminalität.

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Die größte Gruppe betrifft die gefährlichen Körperverletzungen (76,5 Prozent). Auch die Zahl der Tatverdächtigen hatte zugenommen. Neun von zehn sind laut Statistik männlich, 56,7 Prozent haben die deutsche Staatsangehörigkeit. Rund 80 Prozent der 11.065 Opfer von Gewaltkriminalität im öffentlichen Raum wurden Opfer einer Körperverletzung mit gefährlichen oder schweren Folgen, 18 von ihnen kamen ums Leben.

Jedes fünfte Opfer ist weiblich, sechs von zehn Opfern kennen den Täter oder die Täterin nicht.

Titelfoto: Marius Bulling/dpa

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