Corona und Preisexplosion: Brandenburger Tafeln unter Druck

Potsdam/Cottbus - Die Tafeln in Brandenburg werden von immer mehr Bedürftigen aufgesucht - gleichzeitig sind die Betreiber-Vereine am Limit. Darauf hat der Sprecher der Landesarmutskonferenz Brandenburg und Vorstandschef des Paritätischen Brandenburg, Andreas Kaczynski, hingewiesen.

Erst führte die Corona-Pandemie zu einem Rückgang bei den Helfern und jetzt macht die Inflation den Tafeln in Brandenburg das Leben schwer. Dabei werden die Essensausgaben immer häufiger aufgesucht.
Erst führte die Corona-Pandemie zu einem Rückgang bei den Helfern und jetzt macht die Inflation den Tafeln in Brandenburg das Leben schwer. Dabei werden die Essensausgaben immer häufiger aufgesucht.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Nach zwei Jahren Corona hätten die Vereine nicht nur Helfende eingebüßt, sondern alle Kosten seien auch markant gestiegen und gleichzeitig die Lebensmittelspenden zurückgegangen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Die Nachfrage bei den Tafeln steigt nach Angaben Kaczynskis erheblich. "Das liegt zum Teil am Bedarf der ukrainischen Flüchtlinge, vor allem aber daran, dass wegen der Inflation viele, die vorher so gerade über die Runden kamen, nun bei allen Ausgaben sparen müssen, wenn sie keine Schulden machen sollen." Der Bedarf sei im Vergleich zu den Vorjahren um etwa 20 Prozent gestiegen.

Kritik übte er an der Landesregierung, die Unterstützung für Tafeln ablehne mit der Begründung, dass die sozialen Sicherungssysteme hinreichend Schutz böten.

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Andere Bundesländer würden diese Notwendigkeit durchaus sehen, sagte Kaczynski. Das bayerische Sozialministerium etwa helfe mit 200.000 Euro für Lebensmittel und unterstütze außerdem seit 2019 regelhaft.

Kaczynski fordert mehr Unterstützung für Tafeln aus der Politik

"Die Tafeln helfen da, wo es der Staat nicht tut", gab er zu Bedenken und forderte die Politik auf, umgehend nachzusteuern. Das könne durch eine kurzfristige Unterstützung für Tafeln erfolgen, mittelfristig aber auch durch die Anpassung der Regelsätze an die gestiegenen Lebenshaltungskosten.

Langfristig müssten Beratungsstellen finanziert werden, die den Menschen auf "den verschlungenen Wegen zu staatlichen Transferleistungen" zur Seite stünden.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

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