Hier wurde im Erzgebirge das hubraumstärkste Zweitaktmotorrad der Welt gebaut

Von Thomas Fritzsch

Bärenstein - Gerald Richter (56) aus Bärenstein (Erzgebirge) baute innerhalb von rund zwei Jahren das wohl hubraumstärkste Zweitaktmotorrad der Welt! Die einzigartige "MZ-DKW ZTZ 1100" ist eine Hommage an die Ära DKW.

Gerald Richter (56) ist stolz auf seine hubraumstarke Maschine.
Gerald Richter (56) ist stolz auf seine hubraumstarke Maschine.  © Thomas Fritzsch

Alles fing 2019 an, als Richter mit einer Zündapp DBL200, Baujahr 1936, zu einem Treffen von Fahrern mit Umbauten fuhr. Dort kam ihm erstmals der Gedanke, ein Motorrad zu modifizieren. Eine ETZ 250, Baujahr 1985, stand noch bei ihm daheim. Gleich neben einer Feuerwehrspritze TS8 aus dem Feuerlöschgerätewerk Jöhstadt.

"Ich habe gemessen und dachte, der Motor müsste doch reinpassen in die ETZ250", erinnert sich der Bärensteiner. "Ein großes MZ-Motorrad, ein großer DKW-Motor und alles aus Zschopau!"

Im Oktober 2019 begann er, die Idee umzusetzen. Im Mai 2021 war das Projekt vollendet: "Ein wassergekühlter Zweizylinder-Zweitaktmotor mit 1100 ccm Hubraum", erklärt der Schrauber. Bei Zweirad-Fans kommt Richters Gefährt gut an. "Die häufigste Frage lautet: Wie schnell fährt's? Hundert hatte ich schon drauf, am besten lässt es sich mit 80 km/h fahren."

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Richters Händchen für Zweiräder kommt nicht von ungefähr: Vor 40 Jahren begann er seine Lehre beim Kupferring Dichtungswerk in Annaberg, das eine duale Ausbildung mit dem Motorradwerk Zschopau anbot. Dort lernte er Werkzeugmechaniker, machte später seinen Meister für Maschinen- und Anlageninstandhaltung.

Am liebsten rollt er mit 80 Stundenkilometern durch die Landschaft.
Am liebsten rollt er mit 80 Stundenkilometern durch die Landschaft.  © Thomas Fritzsch
Blick auf den Motor der Maschine.
Blick auf den Motor der Maschine.  © Thomas Fritzsch
Zweirad-Fans bestaunen Richters Motorrad allerorten.
Zweirad-Fans bestaunen Richters Motorrad allerorten.  © Thomas Fritzsch

Heut ist er in seinem Lehrbetrieb Industriemeister für Werkzeug- und Sondermaschinenbau.

Titelfoto: Thomas Fritzsch

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