Infektionswelle rollt: Das fordert NRW-Minister Laumann jetzt von der Bevölkerung

Düsseldorf - Angesichts der jüngsten Corona- und Atemwegserkrankungswelle hat Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (66, CDU) die Bevölkerung aufgerufen, sich impfen zu lassen.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (66, CDU) hat die Bevölkerung dazu aufgerufen, sich impfen zu lassen.
NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (66, CDU) hat die Bevölkerung dazu aufgerufen, sich impfen zu lassen.  © Carsten Koall/dpa

"Wir beobachten aktuell wieder steigende Fallzahlen – nicht nur bei Corona, sondern auch bei anderen Erregern von akuten Atemwegsinfektionen", sagte Laumann der Deutschen Presse-Agentur.

Um bestmöglich im Winter geschützt zu sein und das Gesundheitssystem nicht zu überfordern, sollten die Menschen die verfügbaren Impfungen auch in Anspruch nehmen. Das gelte vor allem für Menschen, denen die Ständige Impfkommission eine Impfung empfehle.

Bei Corona und Influenza seien das Personen ab 60 Jahren oder mit Grunderkrankungen sowie auch das medizinische und pflegerische Personal. Corona-Auffrischungsimpfungen sollten laut Empfehlung zwölf Monate nach der letzten Impfung oder Erkrankung verabreicht werden.

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Wurden in der 43. Kalenderwoche Ende Oktober noch 3016 Corona-Fälle für Nordrhein-Westfalen gemeldet, waren es nach Angaben des Landeszentrums Gesundheit in der 50. Woche 5265 Fälle. (Stand 18.12.).

Die Dunkelziffer dürfte dabei aber viel höher liegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 29,03 und liegt damit über dem maximalen Inzidenzwert von 13,8 seit Auslaufen der Corona-Schutzmaßnahmen im April dieses Jahres.

Fast 80 Prozent aller Menschen in NRW durch Corona-Impfungen grundimmunisiert

Die Zahl der Corona- und anderer Atemwegsinfektionen in Nordrhein-Westfalen steigt derzeit stark an.
Die Zahl der Corona- und anderer Atemwegsinfektionen in Nordrhein-Westfalen steigt derzeit stark an.  © Friso Gentsch/dpa

Fast 80 Prozent der Bevölkerung in NRW ist laut Gesundheitsministerium durch Corona-Schutzimpfungen grundimmunisiert, zwei Drittel haben eine Auffrischungsimpfung und 19 Prozent eine weitere Auffrischungsimpfung erhalten. Die Impfquote sei im Jahresverlauf weitestgehend konstant geblieben, hieß es.

Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigten, dass die Impfquoten in NRW kontinuierlich über dem bundesweiten Durchschnitt lägen. Die Zahl der verabreichten Impfungen nehme seit Oktober wieder stärker zu. Allein im Oktober und November hätten sich 720.680 Menschen in NRW gegen Corona impfen lassen.

Der Hausärzteverband Westfalen-Lippe beobachtet derzeit allerdings bei Corona-Impfungen "eine gewisse Zurückhaltung", während die Nachfrage nach Grippeimpfungen der Vorjahre entspreche. Gerade für Risikogruppen helfe eine "sachliche Aufklärung über die Notwendigkeit und den zusätzlichen Schutz gegen aktuelle Varianten", sagte der Vorsitzende Lars Rettstadt. Bei der Corona-Auffrischungsimpfung gelte der Grundsatz: "Je eher, desto besser, da es zehn bis 14 Tage dauert, bis die Impfung schützt".

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Ähnliches beobachtet der Hausärzteverband Nordrhein. Zu Beginn der Saison habe es einen Schub bei der zweiten Corona-Boosterimpfung gegeben. Der sei allerdings bei der Altersgruppe der über 60-Jährigen auch im Vergleich zur Grippeimpfung nicht so groß wie erhofft gewesen. "Wir stellen aber auch fest, dass Jüngere vermehrt in den Praxen nach einer Influenza-Impfung nachfragen", sagte der Verbandsvorsitzende Oliver Funken.

"Die Pandemie hat die jüngere Generation für das Impfen sensibilisiert. Wir spüren hier einen verstärkten Beratungswunsch und kommen diesem auch nach. Das ist wichtig, um keine Impfmüdigkeit aufkommen zu lassen."

Titelfoto: Carsten Koall/dpa

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