Mitten auf Nordsee: Seenotretter helfen schwer erkranktem Seemann
Bremen - Mitten auf dem Meer: In der Nacht zu Dienstag waren Seenotretter im Einsatz, um einem schwer erkrankten Seemann zu helfen.
Wie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) mitteilte, hatte der Kapitän des Windpark-Errichterschiffes Kontakt mit der Rettungsleitstelle See, dem Maritimen Rescue Coordination Centre (MRCC) Bremen aufgenommen.
Denn an Bord des Schiffes litt ein schottischer Seemann (57) unter starken Bauchschmerzen. Auf dem 88 Meter langen Errichterschiff wurde der Mann bereits von einem Sanitäter behandelt, allerdings benötigte er dringend eine Weiterbehandlung in einem Krankenhaus.
Die Wetterlage auf der Nordsee, dichter Seenebel mit einer Sichtweite von unter 150 Metern, verhinderte den Einsatz von Hubschraubern. Deswegen alarmierte die Rettungsleitstelle See den Seenotrettungskreuzer "HAMBURG" der Station Borkum.
Kurz vor 22 Uhr machte sich das Schiff auf die etwa zweieinhalb Stunden lange Anfahrt, so die Seenotretter.
Außerdem bot das Zollschiff "Borkum" seine Unterstützung an, da es einen Sanitäter an Bord hatte.
Patient kommt in ein Krankenhaus in den Niederlanden
Um 23.30 Uhr traf das Zollschiff vor Ort ein. Jedoch wurde schnell klar, dass aufgrund der Bauweise ein Längsseitsgehen beim Windpark-Errichterschiff nicht infrage kam.
Damit der Erkrankte so schnell wie möglich transportiert werden konnte, wurden der Patient, der Sanitäter des Zollschiffes, eine Begleitperson sowie ein weiteres Crewmitglied zunächst per Zoll-Tochterboot auf den wesentlich kleineren Offshore-Versorger "Improver" (33 Meter lang) gebracht.
Daraufhin lief das Schiff dem Seenotrettungskreuzer entgegen. Während der Aktion hatte sich die Sicht auf dem Meer zunehmend weiter verschlechtert.
Als der Seenotrettungskreuzer "HAMBURG" eintraf, konnte dies längsseits an die "Improver" gehen und die vier Personen problemlos übernehmen.
Ungefähr zweieinhalb Stunden später übergaben die Seenotretter den erkrankten Seemann und ein ihn begleitendes Crewmitglied an einen Krankenwagen im niederländischen Eemshaven.
Titelfoto: Die Seenotretter – DGzRS/Zoll

