Nach Drama um Buckelwal "Timmy": Millionärin Karin Walter-Mommert verklagt
Schwerin - Das Drama nimmt kein Ende! Der an dem Rettungsversuch des Buckelwals "Timmy" beteiligte Tauchunternehmer Fred Babbel (62) hat Millionärin Karin Walter-Mommert (62) verklagt.
Rund vier Monate nach der umstrittenen Rettungsaktion sind noch immer nicht alle Rechnungen bezahlt.
Wie die Ostsee-Zeitung (OZ) berichtet, hat der Tauchunternehmer aus Zickhusen (Mecklenburg-Vorpommern) Klage am Landgericht Schwerin eingereicht. Babbel fordert demnach rund 1,3 Millionen Euro von Walter-Mommert, die gemeinsam mit Media Markt-Gründer Walter Gunz (79) die Rettungsinitiative finanziert hat.
Ein Gerichtssprecher bestätigte den Eingang der Klage gegenüber der OZ.
Der Unternehmer organisierte im Auftrag der Initiative Schlepper und die Barge, auf der "Timmy" seine Reise in die Nordsee angetreten hatte.
Die Unternehmen, die Babbel dafür beauftragt hat, sollen ebenfalls noch auf ihr Geld warten. "Seit Monaten warte ich auf das Geld. Ich habe Verantwortung für meine Mitarbeiter und andere beteiligte Unternehmen an der Walrettung", so der Tauchunternehmer gegenüber der OZ.
Er habe bei der Rettung geholfen, an das Gute geglaubt, und werde jetzt dafür bestraft, sagte der 62-Jährige.
Millionärin fordert Unterlagen zur Freilassung
Zwei Abschlagsrechnungen in Höhe von insgesamt rund 400.000 Euro soll Walter-Mommert während des Rettungsversuches gezahlt haben. Jetzt streiten die Parteien über die Schlussrechnung.
Aus einem Schreiben der Anwälte der Millionärin geht hervor, dass Walter-Mommert derzeit keine Zahlungen leisten will. Vorgaben des Rettungskonzeptes seien nicht umgesetzt worden, heißt es da.
Zudem fordere sie Unterlagen zu den Vorgängen rund um die Freilassung von "Timmy", die bis heute nicht vollständig geklärt ist.
Nach eigenen Angaben kümmere sich Babbel zu Hause um seine an Krebs erkrankte Frau, er selbst habe Mitte Juni einen Herzinfarkt erlitten.
Durch die ausstehenden Zahlungen würde dem Unternehmen mit vier Angestellten die Insolvenz drohen, wenn die Subunternehmen auf eine sofortige Zahlung drängen.
Der Buckelwal wurde am 2. Mai in der Nordsee freigelassen. Knapp zwei Wochen später wurde der Kadaver des weiblichen Ozeanriesen vor der dänischen Insel Anholt angespült.
Titelfoto: Marcus Golejewski/dpa

