Rettungsinitiative bestätigt Tod von "Timmy": "Erfüllt uns mit großer Trauer"
Anholt - Die private Rettungsinitiative hat am Samstagnachmittag bestätigt, dass es sich bei dem toten Buckelwal um "Timmy" handelt und will die Abläufe transparent aufarbeiten.
Nach der Überprüfung durch die Veterinärmedizinerin Anne Herrschaft in Zusammenarbeit mit zwei dänischen Tauchern bestehe traurige Gewissheit, dass es sich bei dem Wal um "Timmy" handelt, teilte die Initiative in einem Statement mit.
Bei der Untersuchung habe man den angebrachten GPS-Sender gefunden und überprüft. "Die Seriennummer des Senders stimmt eindeutig mit dem von unserem Team angebrachten Modell überein, sodass eine Identifizierung zweifelsfrei möglich war", heißt es.
Die Initiative danke allen Helfern, die in den vergangenen Wochen alles dafür getan hätten, dem Tier eine Überlebenschance zu ermöglichen.
"Mit der Freilassung wurde 'Hope/Timmy' nochmals die Möglichkeit gegeben, in Freiheit zu schwimmen und seinen natürlichen Weg im Meer fortzusetzen. Dass der Wal nun dennoch verstorben ist, erfüllt uns mit großer Trauer", teilen die Initiatoren mit.
Eine abschließende Aussage dazu, welche Ursache letztlich zum Tod des Tieres geführt habe, könne man derzeit nicht treffen.
Initiative kritisiert erneut die Aussetzung
"Ebenso bleibt weiterhin aufzuklären, ob und inwieweit der Verlauf möglicherweise anders gewesen wäre, wenn die Aussetzung entsprechend der ursprünglich gemeinsam abgestimmten Rettungsplanung (Ort und Terminierung) erfolgt wäre", heißt es.
Mit dieser Aussage spielt man offenbar auf die Freilassung an, die laut MediaMarkt-Mitgründer und Geldgeber der Privat-Initiative Walter Gunz (80) eine "Nacht-und-Nebel-Aktion" gewesen sei.
"Die weiteren Untersuchungen und Aufarbeitungen der Geschehnisse bleiben abzuwarten. Für uns steht dabei im Vordergrund, die Abläufe transparent und sachlich aufzuklären, um hieraus auch Erkenntnisse für zukünftige Rettungseinsätze von Meeressäugern zu gewinnen", so die Initiative.
Die Initiative um Karin Walter-Mommert und Walter Gunz hat keine Kosten und Mühen gescheut, um den in der Kirchsee gestrandeten Wal in die Nordsee zu transportieren.
Zahlreiche Experten hatten zuvor aufgrund der Verletzungsgefahr und der geringen Erfolgsaussichten von einer Lebendrettung abgeraten.
Titelfoto: Marcus Golejewski/dpa

