Riskante Rettungsaktion in der Ostsee! Buckelwal erneut aufgetaucht
Travemünde - Am Donnerstagabend ist ein Buckelwal in Travemünde (Schleswig-Holstein) aufgetaucht. Am Freitag eilten Tierschützer dem Meeressäuger zu Hilfe.
Gegen 17.30 Uhr war Skipper Carsten Manheimer (40) gerade am Heck des "Sea Shepherd"-Schiffs "Triton", als der etwa zehn bis zwölf Meter lange Wal in Travemünde zwischen den Fähren hindurchschwamm.
Nach Sichtungen im Hafen von Wismar und vor der Küste Nordwestmecklenburgs ist das Tier nun offenbar den Heringen in die Trave gefolgt. Der Wal schleppt immer noch eine Leine mit sich herum, die sich mitsamt eines Fischernetzes am Tier verfangen hatte.
In einer ersten Rettungsaktion durch einen Taucher konnte der Wal bereits von großen Teilen des Netzes befreit werden, die Tierschützer wollen aber auch die letzten Reste entfernen.
"Am Donnerstag wurde es schon dunkel, deshalb konnten wir an dem Tag auch nichts mehr machen. Wir haben ihn dann in der Trave schwimmen lassen", so Manheimer gegenüber TAG24.
Der 40-Jährige schloss sich mit der Travemünder Wasserschutzpolizei kurz, die Bescheid geben sollten, wenn der Wal wieder auftaucht.
"Am Freitag gegen 10 Uhr haben wir dann einen Anruf von der Wasserschutzpolizei bekommen, dass sie den Wal gefunden haben. Er sei in der Lübecker Bucht unterwegs und sie seien mit ihrem Polizeiboot in der Nähe", erzählt der Skipper.
Wetter macht den Rettern einen Strich durch die Rechnung
Die Tierschützer machten ihr Schlauchboot fertig und eilten zur gemeldeten Position zwischen Haffkrug und Niendorf. Um 11.30 Uhr trafen sie auf das Tier.
Zunächst musste die aus fünf Personen bestehende Crew das Tauchverhalten des Wals beobachten. Die "Sea Shepherd"-Mitglieder haben einen Leinentrenner entwickelt, mit dem sie die Leine vom Hals des Buckelwals entfernen wollten.
"Dafür muss man aber wirklich nah rankommen, ohne ihm zu schaden. Und dann mit dem Werkzeug das Seil greifen und durchschneiden", erklärt Manheimer.
Die Crew feierte zumindest einen Teilerfolg: "Uns ist es gelungen, ein Seil durchzuschneiden. Dadurch hat sich das ganze restliche Netz gelockert und ist ein bisschen nach hinten gerutscht", so der Berliner.
Offenbar eine Befreiung für das Tier, das anschließend schneller und wendiger unterwegs gewesen sei. Weitere Hilfe konnten die Retter nicht leisten, da die See unruhiger wurde und Nebel aufzog.
"Einen Wal zu befreien ist immer mit Gefahren verbunden, weil die einfach wahnsinnig viel Kraft haben. Dadurch, dass dann aber noch Wellengang dazukam und der Wal halt relativ frei und ins tiefere Wasser geschwommen ist, war es für uns schwierig, ihm zu folgen", sagt der Skipper.
Jetzt müssen er und seine Kollegen wieder warten, bis sich der Wal zeigt.
Titelfoto: Sea Shepherd Deutschland e.V.

