Standort und Zustand von Wal "Timmy" weiter unklar: Geldgeber distanzieren sich von Freilassung

Niendorf/Wismar/Poel/Skagen - Buckelwal "Timmy" schwimmt nach mehreren Strandungen in den vergangenen Wochen seit Samstagmorgen wieder im offenen Meer. Sein genauer Aufenthaltsort und Zustand sind allerdings weiter unklar. TAG24 berichtet im Liveticker.

Buckelwal Timmy hat seine Barge am Samstagmorgen verlassen und schwimmt wieder im offenen Meer. Sein genauer Aufenthaltsort ist allerdings weiter unklar.  © Sebastian Peters/NEWS5/dpa

Mit einem Konvoi wurde der Ozeanriese seit vergangenem Dienstag kontinuierlich in Richtung Dänemark transportiert, nachdem die private Rettungsinitiative mit dem Barge-Plan Erfolg gehabt hatte.

In der Nordsee sollte "Timmy" freigelassen werden, doch ein erster Versuch am Freitag misslang. Am Samstagmorgen war es aber schließlich so weit und der Koloss verließ die Barge.

Die Umstände seiner Freilassung werfen jedoch Fragen auf. Zudem scheint der Peilsender, der dem Tier verpasst wurde, nicht wie geplant zu funktionieren.

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3. Mai, 8.16 Uhr: Initiatoren distanzieren sich von "Timmys" Freilassung

Während es auch am Sonntagmorgen keine neuen Informationen zu "Timmys" Standort und Zustand gibt, distanzierten sich die Initiatoren und Geldgeber Karin Walter-Mommert und Walter Gunz noch am Samstagabend in einem Statement von der Freilassung des Wals.

"Wir konstatieren hiermit, dass wir an der heutigen Entlassungsaktion des Wales weder beteiligt waren noch diese aktiv begleitet haben. Etwaige Konsequenzen für nicht abgestimmte Handlungen am und um den Wal haben der Eigner, die Betreiber und uns bekannte Personen der Crew der Schiffe Fortuna B und Robin Hood zu tragen", schrieben sie.

Walter-Mommert und Gunz betonten, dass die Besatzung Maßnahmen ergriffen habe, "um den Wal von Bord zu bekommen". Eine geplante Inaugenscheinnahme durch die Tierärztinnen der Initiative sei verhindert worden.

Retter-Mitglied Jeff Foster soll zudem untersagt worden sein, sein Handy zu nutzen - unter Androhung, dieses ins Meer zu werfen.

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Unternehmer Walter Gunz finanzierte die Rettung von Wal "Timmy" gemeinsam mit Karin Walter-Mommert. Von der Freilassung distanzierten sich die beiden Geldgeber nun.  © Michael Faulhaber/-/dpa

2. Mai, 17.41 Uhr: Ministerium hat weiter keine GPS-Daten zu "Timmy"

TAG24 fragte beim Umweltministerium nach, ob inzwischen GPS-Daten zu "Timmy" eingegangen seien. Sprecherin Eva Klaußner-Ziebarth betonte am späten Nachmittag: "Wir haben nichts vorliegen."

Minister Backhaus hatte bereits am Vormittag kritisiert, dass die Rettungsinitiative noch keine Daten übermittelt habe. Daran hat sich bis jetzt nichts geändert.

Der genaue Standort des Wals sowie sein Zustand bleiben weiter unklar.

2. Mai, 16.21 Uhr: Peilsender soll erste Signale gesendet haben

Laut "BILD" soll der Peilsender inzwischen erste Signale gesendet haben, wenn auch nur sporadisch. Demnach scheint sich "Timmy" aber in die richtige Richtung zu bewegen.

Die Vermutung sei, dass der Sender womöglich beschädigt wurde, als der Wal aus der Barge freigelassen wurde.

2. Mai, 16.03 Uhr: Tierärztin erhebt schwere Vorwürfe gegen Besatzung

Nun hat auch Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies schwere Vorwürfe gegen die Besatzung der "Fortuna B" erhoben. Auf Instagram postete die Medizinerin ein Video-Statement.

Zu sehen waren die Aufnahmen vom gestrigen Freitag, als ein Schlauchboot direkt hinter und sogar in der Barge war und versucht wurde, den Wal mit einem Seil ins Meer zu ziehen.

Tönnies erklärte, dass das eine Aktion der Besatzung gewesen sei, bei der die Mitglieder der Rettungsinitiative ausgeschlossen worden seien. "Das ist eine unfassbare Frechheit, was hier abgeht", kommentierte die Veterinärin.

Die Tierärztin deutlich: "Niemand von uns darf dabei sein und die machen mit Timmy, was sie wollen. Unfassbar, ich bin so wütend!". Die Aufnahmen der Seil-Aktion hatten für viel Aufruhr gesorgt.

Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies hat schwere Vorwürfe gegen die Besatzung der "Fortuna B" erhoben.  © Philip Dulian/dpa

2. Mai, 15.43 Uhr: Retter sollen von Freilassung überrascht worden sein

Wie Initiatorin und Geldgeberin Karin Walter-Mommert gegenüber "BILD" erklärte, sollte der Buckelwal eigentlich erst am Samstagnachmittag freigelassen werden - nach einer erneuten Begutachtung durch die anwesenden Tierärztinnen.

Doch am Morgen sei der Plan offenbar von der Besatzung über den Haufen geschmissen worden. "Es gab wohl Druck auf die Schlepper-Kapitäne. Einer soll schon am 7. Mai in Holland sein. Und das, obwohl ich die Schlepper mit OpenEnd gebucht hatte", verdeutlichte Walter-Mommert.

Eine Erklärung dafür habe es nicht gegeben. Der Kapitän der "Fortuna B" habe von seinem Hausrecht Gebrauch gemacht und dem Retter-Team jede weitere Dokumentation untersagt. Die Mitglieder der Initiative seien daraufhin auf einem anderen Schlepper untergekommen.

Unternehmerin Karin Walter-Mommert (62) finanziert die Rettung. Sie erhebt nun Vorwürfe gegen die Besatzung des Schleppers "Fortuna B". (Archivfoto)  © IMAGO / Marius Schwarz

2. Mai, 13.28 Uhr: Aufenthaltsort von "Timmy" bleibt ein Mysterium

Constanze von der Meden, die Rechtsanwältin der Initiative, erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass vorerst keine Angaben zur Schwimmrichtung des Wals gemacht werden könnten. Was das Problem sei, blieb zunächst unklar.

Meeresbiologe Fabian Ritter übte deutliche Kritik: "Wenn sich bewahrheitet, dass der Peilsender keine Daten liefert, wäre das eine Katastrophe, auch für das 'Rettungsteam'. Es gab bisher genug Anlässe, an der Professionalität des Teams zu zweifeln, dies wäre der folgenschwerste."

Wenn das Tier nicht verfolgt werden könne, könne man die gesamte Mission als fehlgeschlagen bezeichnen.

2. Mai, 12.32 Uhr: Ministerium weiß nicht, wo Buckelwal "Timmy" ist

Wie Backhaus noch einmal betonte, habe das Umweltministerium bisher noch nicht die GPS-Daten mit "Timmys" Aufenthaltsort von der Initiative übermittelt bekommen.

Darüber hinaus verriet der Minister auch, dass der Behörde für die Zeit des Transports ein Videosignal von der Barge zugesichert worden sei, die Initiative dies aber nicht umgesetzt habe.

2. Mai, 12.23 Uhr: Backhaus kritisiert Seil-Aktion rund um Wal "Timmy"

Gegenüber NEWS5 ergänzte Umweltminister Backhaus, dass es sich für ihn "wie eine Art Abschied" anfühle. Er verspüre eine "große Freude" über "Timmys" Freilassung.

"Wenn man dem Wal in die Augen schaut, ist man ein anderer Mensch. So ist es bei mir auch", erklärte der Politiker. Er habe Tagebuch geschrieben - auch, um die vergangenen Wochen zukünftig verarbeiten zu können.

Zu den umstrittenen Szenen am gestrigen Freitag, als versucht wurde, den Wal mithilfe eines Seils aus der Barge zu ziehen, erklärte Backhaus kritisch: "So etwas hätte es bei uns nicht gegeben."

2. Mai, 11.30 Uhr: Umweltminister Backhaus meldet sich zu Wort

Nach der Freilassung des Buckelwals hat sich Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (67, SPD) am Samstag in einem Statement zu Wort gemeldet.

"Ich habe von Beginn an gesagt, dass wir den Wal begleiten werden - und genau das haben wir nach bestem Wissen und Gewissen getan", erklärte der Politiker. Mit dem Rettungsversuch sei "ein Stück Geschichte" geschrieben worden.

Backhaus wehrte sich auch gegen etwaige Anschuldigungen, dass die Behörde die Rettung durch Bürokratie verzögert habe. "Wir haben gegenüber der Initiative immer klar gemacht, dass Anpassungen am ursprünglichen Konzept angezeigt und von uns geprüft werden müssen. Grundlage dafür waren durchgehend das Tierwohl, der Tierschutz und ein möglichst artgerechtes Verhalten des Tieres. All das haben wir schnell und unbürokratisch gewährleistet", betonte er.

Er hoffe, dass dem Ministerium nun zügig die Daten des Peilsenders zur Verfügung gestellt würden, damit man die weitere Reise des Wals nachvollziehen könne.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (67, SPD) hat sich nach der Freilassung des Wals zu Wort gemeldet.  © Jens Büttner/dpa

2. Mai, 10.58 Uhr: Tierschutz-Organisation tritt auf die Bremse

Zwar schwimmt "Timmy" wieder im offenen Meer, gerettet ist der Ozeanriese aber noch nicht - das gab die Tierschutz-Organisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) zu bedenken.

"Von einer Rettung kann man erst sprechen, wenn sich der Wal zurück im Nordatlantik befindet und dort langfristig überlebt; sich seine Haut wieder vollständig erholt hat; er wieder eigenständig auf Nahrungssuche geht und an Gewicht zunimmt; und seinem natürlichen Verhalten nachgeht", schrieben die Tierschützer.

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