"Timmy" ist frei! Buckelwal hat Barge verlassen, Minister meldet sich zu Wort

Niendorf/Wismar/Poel/Skagen - Buckelwal "Timmy" hat es geschafft! Nach einigen Strandungen in den vergangenen Wochen schwimmt er seit Samstagmorgen wieder im offenen Meer. TAG24 berichtet im Liveticker.

Buckelwal Timmy hat seine Barge am Samstagmorgen verlassen und schwimmt wieder im offenen Meer.  © Sebastian Peters/NEWS5/dpa

Mit einem Konvoi wurde der Ozeanriese in den vergangenen Tagen kontinuierlich in Richtung Dänemark transportiert, nachdem die private Rettungsinitiative mit dem Barge-Plan Erfolg hatte.

In der Nordsee sollte "Timmy" freigelassen werden, doch ein erster Versuch am Freitag misslang. Am Samstagmorgen war es aber schließlich so weit und der Koloss verließ die Barge.

Erstmals gestrandet war der Wal am 23. März auf einer Sandbank vor Niendorf (Schleswig-Holstein).

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2. Mai, 12.32 Uhr: Ministerium weiß nicht, wo Buckelwal "Timmy" ist

Wie Backhaus noch einmal betonte, habe das Umweltministerium bisher noch nicht die GPS-Daten mit "Timmys" Aufenthaltsort von der Initiative übermittelt bekommen.

Darüber hinaus verriet der Minister auch, dass der Behörde für die Zeit des Transports ein Videosignal von der Barge zugesichert worden sei, die Initiative dies aber nicht umgesetzt habe.

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2. Mai, 12.23 Uhr: Backhaus kritisiert Seil-Aktion rund um Wal "Timmy"

Gegenüber NEWS5 ergänzte Umweltminister Backhaus, dass es sich für ihn "wie eine Art Abschied" anfühle. Er verspüre eine "große Freude" über "Timmys" Freilassung.

"Wenn man dem Wal in die Augen schaut, ist man ein anderer Mensch. So ist es bei mir auch", erklärte der Politiker. Er habe Tagebuch geschrieben - auch, um die vergangenen Wochen zukünftig verarbeiten zu können.

Zu den umstrittenen Szenen am gestrigen Freitag, als versucht wurde, den Wal mithilfe eines Seils aus der Barge zu ziehen, erklärte Backhaus kritisch: "So etwas hätte es bei uns nicht gegeben."

2. Mai, 11.30 Uhr: Umweltminister Backhaus meldet sich zu Wort

Nach der Freilassung des Buckelwals hat sich Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (67, SPD) am Samstag in einem Statement zu Wort gemeldet.

"Ich habe von Beginn an gesagt, dass wir den Wal begleiten werden - und genau das haben wir nach bestem Wissen und Gewissen getan", erklärte der Politiker. Mit dem Rettungsversuch sei "ein Stück Geschichte" geschrieben worden.

Backhaus wehrte sich auch gegen etwaige Anschuldigungen, dass die Behörde die Rettung durch Bürokratie verzögert habe. "Wir haben gegenüber der Initiative immer klar gemacht, dass Anpassungen am ursprünglichen Konzept angezeigt und von uns geprüft werden müssen. Grundlage dafür waren durchgehend das Tierwohl, der Tierschutz und ein möglichst artgerechtes Verhalten des Tieres. All das haben wir schnell und unbürokratisch gewährleistet", betonte er.

Er hoffe, dass dem Ministerium nun zügig die Daten des Peilsenders zur Verfügung gestellt würden, damit man die weitere Reise des Wals nachvollziehen könne.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (67, SPD) hat sich nach der Freilassung des Wals zu Wort gemeldet.  © Jens Büttner/dpa

2. Mai, 10.58 Uhr: Tierschutz-Organisation tritt auf die Bremse

Zwar schwimmt "Timmy" wieder im offenen Meer, gerettet ist der Ozeanriese aber noch nicht - das gab die Tierschutz-Organisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) zu bedenken.

"Von einer Rettung kann man erst sprechen, wenn sich der Wal zurück im Nordatlantik befindet und dort langfristig überlebt; sich seine Haut wieder vollständig erholt hat; er wieder eigenständig auf Nahrungssuche geht und an Gewicht zunimmt; und seinem natürlichen Verhalten nachgeht", schrieben die Tierschützer.

2. Mai, 10.39 Uhr: "Timmy" schwimmt in die richtige Richtung

Wie Initiatorin Karin Walter-Mommert gegenüber der Nachrichtenagentur AFP mitteilte, soll "Timmy" die Barge gegen 8.45 Uhr verlassen haben - und in die bestmögliche Richtung, Nordwesten, geschwommen sein.

Der Wal soll laut der Unternehmerin durch den Barge-Transport kleinere Blessuren erlitten haben, Beeinträchtigungen seien beim Schwimmen aber nicht zu erkennen gewesen.

2. Mai, 10.20 Uhr: Bereich der Nordsee ist Hunderte Meter tief

Top-Bedingungen für Buckelwal "Timmy": Im sogenannten Skagerrak, wo das Tier die Barge verlassen hat, ist die Nordsee zwischen 80 und 700 Meter tief.

Die Gefahr einer erneuten Strandung besteht also zumindest vorerst nicht mehr. Fraglich ist aber natürlich, in welche Richtung der Ozeanreise nun schwimmen wird.

2. Mai, 9.57 Uhr: "Timmy" soll es gut gehen, Peilsender wohl aktiviert

Umweltschützer Sergio Bambarén (65), der laut eigener Aussage auf einem der Begleitboote ist, hat sich überglücklich via Instagram gemeldet.

"HOPE IST ENDLICH FREI! Er schwimmt durch die Weiten des Ozeans, auf der Suche nach seiner Familie … er sieht gut aus, viele Möwen begleiten ihn … er atmet ruhig … der Peilsender ist aktiviert … jetzt können wir nur noch warten und beten …", schrieb der Peruaner enthusiastisch.

2. Mai, 9.46 Uhr: Flotte samt Barge hatte die Nordsee erreicht

Wo und wann genau sich der Buckelwal in die Freiheit begab, ist aktuell noch unklar. Die Flotte rund um die "Fortuna B" befindet sich laut der Seite "Vesselfinder" derzeit mehr als 70 Kilometer nördlich von Dänemark.

Folglich hatte der Konvoi bereits die Ostsee hinter sich gelassen und die Gewässer der Nordsee erreicht.

2. Mai, 9.42 Uhr: Retter sollen "Timmys" Abschied verpasst haben

Offenbar bekam selbst die Besatzung der Barge "Timmys" Abschied nicht unmittelbar mit. Jens Schwarck, Mitglied der privaten Initiative und beim Transport mit dabei, konnte der Deutschen Presse-Agentur lediglich sagen, dass der Wal gegen 9 Uhr nicht mehr im Lastkahn gewesen sei.

Ob es Senderdaten gebe, konnte Schwarck zunächst ebenfalls nicht sagen.

2. Mai, 9.31 Uhr: Buckelwal "Timmy" schwimmt im offenen Meer!

Es ist passiert! Buckelwal "Timmy" ist frei und schwimmt im offenen Meer.

Laut NEWS5 soll der Ozeanriese selbständig die Barge verlassen haben.

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