Vibrionen-Alarm in der Ostsee! Bakterien breiten sich in Badewasser aus

Rostock - Kurz nach Beginn der Badesaison hat das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock einen ersten Hinweis auf Vibrionen in der Ostsee veröffentlicht.

In Mecklenburg-Vorpommern konnte die erste Vibrionen-Infektion in diesem Jahr nachgewiesen werden.
In Mecklenburg-Vorpommern konnte die erste Vibrionen-Infektion in diesem Jahr nachgewiesen werden.  © Stefan Sauer/dpa

Wie die Behörde am Freitag mitteilte, gab es in dieser Woche den ersten Labornachweis für die Bakterien im Badewasser. Vibrionen können vor allem für Menschen mit offenen Wunden zur Gefahr werden. Eine Vibrionen-Infektion sei schon gemeldet worden.

Nach Angaben des Landesamtes infizierte sich eine Frau aus Mecklenburg-Vorpommern. Bei Strandspaziergängen sei eine offene Wunde in Kontakt mit Ostseewasser gekommen. Die 55-Jährige leide an einer chronischen Vorerkrankung und werde ambulant behandelt.

Wie das Landesamt weiter mitteilte, ist seit 1994 bekannt, dass Vibrionen, speziell Vibrio vulnificus, in der Ostsee vorkommen und schwere Wundinfektionen verursachen können, bis hin zu einer tödlich verlaufenden Sepsis.

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Bis zum Ende der Badesaison müsse im Meer und auch in den Boddengewässern mit einem vermehrten Vibrionen-Aufkommen gerechnet werden. Der vom Lagus herausgegebene Lagebericht werde wöchentlich aktualisiert. Im Jahr 2023 seien in MV insgesamt fünf Vibrionen-Infektionen gemeldet worden, im Jahr davor zehn.

Vibrionen seien ein natürlicher Bestandteil der Bakterienflora salzhaltiger Gewässer. Beim Erreichen und Überschreiten der Ostseewasser-Temperatur von etwa 20 Grad müsse damit gerechnet werden, dass diese Bakterien an der gesamten Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns vorkommen.

Titelfoto: Stefan Sauer/dpa

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