70-Jährige bekam Anruf: Telefon-Betrug durch Hubschrauber-Einsatz nur knapp verhindert

Leipzig/Magdeburg - Betrügerische Anrufe bei älteren Damen und Herren sind keine Seltenheit mehr. Nicht immer muss ein solcher Anruf in einer Katastrophe enden, wie jüngst ein Vorfall aus Sachsen-Anhalt bewies. "Kripo Live" berichtete am Sonntag von einer 70-jährigen Dame, die einem Betrug knapp entkam.

Mithilfe eines Hubschraubers konnten die Polizeibeamten die 70-Jährige rechtzeitig finden.
Mithilfe eines Hubschraubers konnten die Polizeibeamten die 70-Jährige rechtzeitig finden.  © Peter Byrne/PA Wire/dpa

Der Vorfall ereignete sich laut "Kripo Live" am 9. Mai im Landkreis Jerichower Land in der Nähe von Magdeburg. Um elf Uhr am Vormittag erhielt dort eine 70-jährige Dame einen ominösen Anruf.

"Ich habe nur Weinen und Schluchzen verstanden und dachte dann, ich hätte meinen Sohn erkannt. Dann meldete sich ein Polizeikommissar Bergmann, der mir mitteilte, dass mein Sohn zusammengebrochen war, weil er zuvor eine Frau auf einem Zebrastreifen mit dem Auto erfasst und tödlich verletzt hatte", berichtete die Betroffene, die anonym bleiben wollte.

Laut dem Polizisten sollte sich in Kürze eine Staatsanwältin bei der 70-Jährigen melden, mit der sie über eine mögliche Kaution sprechen könne, da ihr Sohn nicht vorbestraft war.

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So geschah es dann auch.

Keine Hilfe möglich: Betrüger besetzen Telefon von älterer Dame

Die Fälle von Telefon-Betrug häufen sich. Nicht immer muss das aber schlecht ausgehen, wie ein Fall aus Sachsen-Anhalt beweist.
Die Fälle von Telefon-Betrug häufen sich. Nicht immer muss das aber schlecht ausgehen, wie ein Fall aus Sachsen-Anhalt beweist.  © 123RF/rioblanco

"Eine Frau meldete sich und sagte mir, dass mein Sohn für eine Kaution in der Höhe von 48.000 Euro frei käme. Das Geld müsse bar am Amtsgericht Magdeburg abgegeben werden. Für meine Kinder tue ich eine Menge, also bin ich zur Sparkasse gefahren", erzählte die ältere Dame dann.

An der Sparkasse konnte sich glücklicherweise nur knapp 15.000 Euro abheben, mit denen sie sich auf den Weg nach Magdeburg machte. Während ihrer Fahrt wurde die 70-Jährige durchgehend von der vermeintlichen Staatsanwältin am Telefon gehalten - sehr zum Leidwesen ihrer Kinder, die das Unheil bereits ahnten und versuchten, ihre Mutter aufzuhalten.

Auch die Polizei wurde eingeschaltet. "Wir versuchten die Dame ununterbrochen zu erreichen und setzten schließlich auch einen Hubschrauber ein, um das Fahrzeug zu finden. Aus der Luft wurde es schließlich unweit des Amtsgerichts gesichtet", schilderte Polizeisprecherin Tracy Bertram die knappe Situation.

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Gerade noch rechtzeitig konnten die Polizisten also verhindern, dass es zu einer Übergabe des Geldes kam. Die Betrüger konnten zwar unerkannt flüchten - allerdings jedoch ohne das Geld der 70-Jährigen.

"Reden Sie mit älteren Familienangehörigen oder Freunden über solche Betrugsmaschen, damit so etwas nicht noch einmal passieren kann", bat die Polizei eindringlich.

Titelfoto: Peter Byrne/PA Wire/dpa

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