9. Oktober: Gedenken an Opfer des Terroranschlags von Halle geplant

Halle (Saale) - Der 9. Oktober 2019 hat die Stadt Halle und Deutschland tief erschüttert. Bei einem rechtsextremen und antisemitischen Terroranschlag auf die Synagoge der Stadt starben damals zwei Menschen.

Drei Jahre nach dem Terroranschlag auf die Hallenser Synagoge sind in der Stadt verschiedene Gedenk-Veranstaltungen geplant.
Drei Jahre nach dem Terroranschlag auf die Hallenser Synagoge sind in der Stadt verschiedene Gedenk-Veranstaltungen geplant.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Der Tag sei eine "Zäsur" gewesen, sagte vor wenigen Tagen eine Sprecherin des Innenministeriums von Sachsen-Anhalt. Der Anschlag habe "faktisch alles verändert", hatte Ministerpräsident Reiner Haseloff (68, CDU) nach der Tat betont.

Drei Jahre nach dem Anschlag wird am Sonntag erneut mit zahlreichen Veranstaltungen und Gesten der Opfer gedacht. Auf dem Hof der Synagoge ist um 12 Uhr laut Stadtverwaltung eine Gedenkzeremonie geplant.

Zum Zeitpunkt des Beginns des Anschlags um 12.03 Uhr sollen überall in der Stadt die Kirchenglocken läuten. Die städtische Verkehrsgesellschaft wird dann ihre Fahrzeuge am nächsten geeigneten Punkt stoppen und mit Durchsagen zum Gedenken anregen. In der Synagoge soll es eine Schweigeminute geben.

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Zum Jahrestag der Tat haben Ministerpräsident Haseloff, Halles Bürgermeister Egbert Geier (SPD) sowie der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Max Privorozki, angekündigt, Worte des Gedenkens sprechen zu wollen. Es folgen Kranzniederlegungen vor der Synagoge sowie vor dem ehemaligen Kiez-Döner.

Gegen 12.30 Uhr wird es nach Angaben der Stadt eine Andacht in der Marktkirche geben. Auch die Bühnen Halle planen eine Aktion. Am Abend soll in Erinnerung an die Opfer das Carillon vom Roten Turm auf dem Marktplatz erklingen.

An mehreren Stellen Gedenk-Veranstaltungen für Getötete

Verschlossen ist die Tür zur Synagoge in Halle/Saale. Der 9. Oktober 2019 hat die Stadt Halle und Deutschland tief erschüttert.
Verschlossen ist die Tür zur Synagoge in Halle/Saale. Der 9. Oktober 2019 hat die Stadt Halle und Deutschland tief erschüttert.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Für Kritik hatte die Ansetzung des Mitteldeutschen Marathons am Jahrestag gesorgt. Die Überschneidung mache "fassungslos", sagte der Geschäftsführer des Landesnetzwerks Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (Lamsa), Mamad Mohamad. Die Linke-Fraktion im Landtag bezeichnete die Ansetzung als "Gipfel der Unangemessenheit".

Die Stadt Halle sah dagegen "keinen Anlass, den Organisatoren des Mitteldeutschen Marathons die Nutzung des Marktes zu verwehren", da der Marktplatz nicht als zentraler Ort für die Gedenkstunde geplant sei.

Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Privorozki, sagte vor kurzem der "Mitteldeutschen Zeitung", dass er kein Problem mit dem Marathon habe. Alles andere am Gedenktag zu verbieten, sei falsch, denn dann hätte der Attentäter etwas erreicht, machte Privorozki deutlich.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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