Leuna-Raffinerie verzichtet ab Ende 2022 auf russisches Öl

Leuna - Die Raffinerie in Leuna verarbeitet aktuell etwa 50 Prozent Rohöl, das nicht aus Russland kommt. Das teilte eine Sprecherin von Total Energies Deutschland auf Anfrage mit. Die Versorgung der Raffinerie mit russischem Rohöl werde Ende 2022 beendet, bekräftigte sie.

Ab 2023 will die Raffinerie in Leuna Rohöl nicht mehr aus Russland beziehen.
Ab 2023 will die Raffinerie in Leuna Rohöl nicht mehr aus Russland beziehen.  © Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/dpa

Die alternative Versorgung der Leuna-Raffinerie erfolge über den Hafen in Danzig und eine Pipeline aus Danzig (Polen), teilte die Total-Sprecherin mit. Das Rohöl werde vom internationalen Markt bezogen, führte sie weiter aus.

Der französische Mineralölkonzern Total (Paris) hatte nach Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine im Frühjahr dieses Jahres angekündigt, bis Ende 2022 kein russisches Rohöl mehr einzukaufen. Angaben zur künftigen Kapazität der Leuna-Raffinerie machte das Unternehmen nicht.

Nach bisherigen Angaben können in der Industrieanlage etwa elf bis zwölf Millionen Tonnen Rohöl im Jahr verarbeitet werden. Daraus entstehen Mineralölprodukte.

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Das sind hauptsächlich Kraftstoffe wie Benzin und Diesel sowie Heizöl, Flugbenzin, Bitumen, das für den Straßenbau benötigt wird, und Methanol als Grundstoff für die weiterverarbeitende Industrie.

Die Total Energies Raffinerie Mitteldeutschland GmbH (Leuna/Spergau) mit rund 600 Mitarbeitern gilt als das Herz des Chemieparks Leuna (Saalekreis). Auf diesem Industriegelände sind heute rund 100 Firmen mit mehr als 12.000 Beschäftigten ansässig.

Die Raffinerie versorgt nach bisherigen Angaben rund 1300 Tankstellen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit Kraftstoff.

Die Erdölverarbeitungsanlage wurde 1994 gebaut und 1997 in Betrieb genommen. Das deutsch-französische Wirtschaftsprojekt war eine Schlüsselinvestition für den Strukturwandel im Osten.

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