Doch kein AfD-Bürgermeister in Bitterfeld: CDU-Kandidat gewinnt Stichwahl knapp

Bitterfeld-Wolfen - Trotz Vorsprung im ersten Wahlgang ist es der AfD in Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt) nicht gelungen, die Oberbürgermeisterwahl für sich zu entscheiden. Ihr Kandidat Henning Dornack (61) holte am Sonntag in der Stichwahl 46,18 Prozent der Stimmen. Der amtierende Oberbürgermeister Armin Schenk (62, CDU) kam auf 53,82 Prozent und bleibt damit Stadtchef.

Henning Dornack (61) war als Spitzenkandidat für das erste Oberbürgermeister-Amt der AfD in Deutschland gehandelt wurde.
Henning Dornack (61) war als Spitzenkandidat für das erste Oberbürgermeister-Amt der AfD in Deutschland gehandelt wurde.  © Jan Woitas/dpa

Das Ergebnis ging am Sonntagabend aus einer Präsentation der Wahlergebnisse im Rathaus in Bitterfeld-Wolfen hervor.

Im ersten Wahlgang hatte Dornack noch vorne gelegen, der Vorsprung betrug mehr als vier Prozentpunkte. Der frühere Polizist ist stellvertretender Vorsitzender im Stadtrat von Bitterfeld-Wolfen.

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Die Stadt im Südosten Sachsen-Anhalts hat 37.000 Einwohner und ist als Standort der chemischen Industrie bekannt.

Einen ähnlichen Verlauf hatte es vor wenigen Wochen bereits im thüringischen Nordhausen gegeben, wo der AfD-Kandidat Jörg Prophet nach Vorsprung im ersten Wahlgang noch geschlagen worden war.

Mit knapp 54 Prozent der Stimmen konnte Armin Schenk (62, CDU) das Amt des Oberbürgermeisters erneut für sich gewinnen.
Mit knapp 54 Prozent der Stimmen konnte Armin Schenk (62, CDU) das Amt des Oberbürgermeisters erneut für sich gewinnen.  © Ronny Hartmann/dpa

Online-Petition gegen AfD-Bürgermeister wohl erfolgreich

Auch "Prinzen"-Sänger Sebastian Krumbiegel (57) hatte sich aktiv gegen den AfD-Kandidaten für Bitterfeld ausgesprochen.
Auch "Prinzen"-Sänger Sebastian Krumbiegel (57) hatte sich aktiv gegen den AfD-Kandidaten für Bitterfeld ausgesprochen.  © Jonas Walzberg/dpa

Um die Wahl Dornacks zu verhindern, hatte ein überparteiliches Bündnis für Demokratie und Toleranz eine Online-Petition initiiert.

Unter anderem hatten Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel (57) und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff für Schenk geworben. Es gehe um eine klare Abgrenzung zur AfD und die Reputation Sachsen-Anhalts, so Haseloff im Vorfeld.

Im Süden Sachsen-Anhalts war die AfD zuletzt im Juli erfolgreich gewesen: In der Stadt Raguhn-Jeßnitz (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) hatte sich Hannes Loth bei der Bürgermeisterwahl durchgesetzt. Zuvor war im südthüringischen Sonneberg Robert Sesselmann als bundesweit erster AfD-Landrat gewählt worden.

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Dies hatte die Debatte über den aktuellen Höhenflug der AfD weiter angefacht, die der Verfassungsschutz bundesweit als Verdachtsfall im Bereich Rechtsextremismus einstuft.

Titelfoto: Ronny Hartmann/dpa

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