AWO schlägt Alarm: Teure Pflege produziert in Sachsen immer mehr Sozialhilfeempfänger

Dresden - Sachsens Arbeiterwohlfahrt (AWO) warnt angesichts steigender Eigenanteile bei Pflegekosten vor wachsender Altersarmut. Schon heute müssen Pflegeheimbewohner im Freistaat monatlich 2380 Euro für ihre Versorgung zubuttern.

Im Pflegeheim trainiert diese betagte Dame ihre Motorik. Immer weniger Senioren in Sachsen können die Zuzahlungen zu ihrer Pflege aufbringen.
Im Pflegeheim trainiert diese betagte Dame ihre Motorik. Immer weniger Senioren in Sachsen können die Zuzahlungen zu ihrer Pflege aufbringen.  © imago/imagebroker

"Das unkalkulierbare Risiko bei eintretender Pflegebedürftigkeit hat sich weiter verschärft", schlug der Spitzenverband am Sonntag anlässlich des Internationalen Tages der Pflege Alarm. Demnach leben in Sachsen rund 48.000 Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen.

Der durchschnittliche Eigenanteil an den Kosten im ersten Jahr des Aufenthaltes belief sich dem Verband der Ersatzkassen zufolge zum Jahresbeginn auf monatlich etwa 2380 Euro und war damit rund 200 Euro höher als im Vorjahr.

"Zwar liegen die Eigenanteile in der stationären Versorgung im Vergleich unter dem Bundesdurchschnitt von 2580 Euro, können aber mit einem durchschnittlichen Renteneinkommen nicht finanziert werden", sagte AWO-Pflegeexperte Klaus-Peter Buchmann.

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Das liegt nach Angaben der Rentenversicherung bei Frauen in Sachsen im Schnitt bei 1320 Euro im Monat, Männer erhalten 1582 Euro. Buchmann: "Das heißt, die Pflegeversicherung 'produziert' derzeit Sozialhilfeempfänger en masse."

Kostensteigerungen sorgen überall für Probleme

Pflege und menschliche Zuwendung haben ihren Preis. Monatlich etwa 2380 Euro müssen Senioren im Freistaat für ihren Pflegeplatz derzeit zuzahlen.
Pflege und menschliche Zuwendung haben ihren Preis. Monatlich etwa 2380 Euro müssen Senioren im Freistaat für ihren Pflegeplatz derzeit zuzahlen.  © imago/imagebroker
Die AWO Sachsen warnt vor wachsender Altersarmut.
Die AWO Sachsen warnt vor wachsender Altersarmut.  © Robert Michael/dpa

Auch im ambulanten Bereich verursachen Kostensteigerungen Leistungsreduktionen durch die Senioren.

Trotz bestehenden Bedarfes würden vermeintlich verzichtbare Leistungen abgewählt, "was tatsächlich zu einer sich immer weiter verbreitenden Unterversorgung führt", warnt Buchmann.

Er stellt klar: Diese sei nicht mit dem Personalmangel in den Pflegediensten in Verbindung zu bringen, sondern einzig mit den gestiegenen Kosten.

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