Bahnübergang im Nirgendwo: Warum stehen hier seit zehn Jahren Schranken?

Kamenz - Eine fleißige Schranke schützt einen Radweg, den es gar nicht gibt.

Kein Radler weit und breit. Diese Schranke sorgt für Spott.
Kein Radler weit und breit. Diese Schranke sorgt für Spott.  © dpa/Sebastian Kahnert

Seit nunmehr knapp zehn Jahren schützt eine Schranke unermüdlich Radfahrer vor Bahnunfällen - an einer Stelle, an der nie jemand vorbeikommt.

Und dieser bedauernswerte Zustand wird wohl auch noch eine Weile so anhalten. Kein Radweg weit und breit - ein Straßenstumpf endet im Acker.

Doch wenn sich die Regionalbahn Dresden-Bautzen ankündigt, schließt sich die Schranke brav.

Der Steuerzahlerbund prangerte die Verschwendung jüngst in seinem Schwarzbuch an und machte den Bahnübergang bundesweit zum Gespött.

Die Bahn wurde einst verpflichtet, für den geplanten Radweg Pulsnitz-Kamenz einen sicheren Übergang einzurichten. Das geschah 2011.

Doch der Radweg lässt auf sich warten. Bis 2015 kam er von Pulsnitz immerhin bis Steina, 2017 erreichte er Gersdorf. Seither ruht der Bau.

Wie das für die Bauausführung verantwortliche Landesamt für Straßenbau und Verkehr mitteilte, wurde erst kürzlich im betreffenden Abschnitt ein neues Trinkwasserschutzgebiet ausgewiesen. Die Pläne müssen wieder angepasst werden.

Laut Stadt Kamenz sei es auch immer noch nicht gelungen, betroffene Grundstückseigentümer vom Radweg zu überzeugen.

Titelfoto: dpa/Sebastian Kahnert

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